Ja, Fasten verändert Stoffwechselwege. Ja, Ketonkörper, Autophagie und osmotischer Stress sind reale biologische Phänomene – nur ist gerade der Nutzen der Autophagie beim Menschen fast ausschließlich aus Tier- und Zellmodellen abgeleitet, nicht aus klinischen Endpunkten. Und ja, es gibt kleine Studien zu Trockenfasten und tagesweisem religiösem Trockenfasten, die Marker-Veränderungen zeigen – die sich allerdings nach dem Fasten überwiegend wieder zur Ausgangslage zurückbewegen.
Aber aus diesen Daten folgt nicht, dass „Trinken die Heilung stoppt”. Es folgt auch nicht, dass Wasserfasten „kein richtiges Fasten” sei. Und schon gar nicht folgt daraus, dass Trockenfasten Krebs, Schizophrenie, Autoimmunerkrankungen oder Asthma zuverlässig behandelt.
Der Text springt ständig von Zellbiologie, Tiermodellen und sehr kleinen Pilotstudien zu großen Heilversprechen. Das ist wissenschaftlich nicht sauber. Eine Studie mit zehn Probanden ohne robuste klinische Endpunkte beweist keine allgemeine Sicherheit und keine therapeutische Wirksamkeit. Tagesweises Trockenfasten mit nächtlicher Rehydrierung ist außerdem etwas völlig anderes als mehrere Tage ohne Wasser.
Der entscheidende Punkt geht im Pathos unter: Selbst die möglichen Effekte des Fastens ließen sich mit Formen erreichen, bei denen man trinkt. Der Wasserentzug liefert keinen belegten Zusatznutzen – nur Zusatzrisiko: Dehydrierung, Nierenbelastung, Elektrolytentgleisungen.
Besonders problematisch finde ich die Aussagen zu Krebs und Psychiatrie. Hier geht es nicht um Wellness, sondern um Menschen in verletzlichen Situationen. Wer behauptet, moderne Medizin schade vor allem aus Profitinteresse und Trockenfasten sei „das erste und letzte Heilmittel”, verlässt den Boden nüchterner Evidenz.
Man kann Fasten spannend finden. Man kann die Forschung dazu ernst nehmen. Aber gerade dann muss man vorsichtig formulieren: mögliche Mechanismen, frühe Hinweise, kleine Studien, offene Fragen. Nicht: Heilversprechen, Systemanklage, Wasser als Sabotage.
Das ist mir zu viel Pathos und zu wenig klinische Evidenz.
Erstens. "Autophagie ist beim Menschen fast ausschließlich aus Tier- und Zellmodellen abgeleitet."
Ohsumi hat den Nobelpreis bekommen. Das Max-Planck-Institut hat gezeigt, dass das Gehirn die Autophagie über Corticosteron-Ausschüttung steuert. Tamura et al. 2019 haben in Molecular and Cellular Biology den hyperosmotischen Autophagie-Signalweg nachgewiesen, der beim Trockenfasten zusätzlich zum kalorischen aktiviert wird. Levine, Mizushima und Virgin haben 2011 in Nature den Zusammenhang zwischen Autophagie, Immunität und Entzündung dargelegt.
Das ist die Forschungslage.
Zweitens. "Kleine Studien, keine klinischen Endpunkte."
Nikolayev hat über 8.000 Patienten mit therapeutischem Fasten behandelt, am Moskauer Forschungsinstitut für Psychiatrie, über Jahrzehnte und klinisch dokumentiert. Das sowjetische Gesundheitsministerium hat Trockenfasten als Behandlungsmethode in staatlichen Einrichtungen zugelassen. Bastani et al. 2017 haben bei 29 Probanden BDNF +47%, Serotonin signifikant und NGF +23% gemessen. Papagiannopoulos 2020 hat fünf Tage Trockenfasten mit Sicherheitsdaten dokumentiert. Olga Ramich am DIFE hat die weltweit erste Pilotstudie mit kontinuierlicher Glukosemessung beim Trockenfasten durchgeführt. 1,8 Milliarden Menschen fasten jedes Jahr im Ramadan trocken. Dass der Westen diese Daten nicht kennt, ist kein Evidenzproblem. Eher ein Übersetzungsproblem, weshalb ich gerade ein Buch darüber schreibe.
Drittens. "Marker bewegen sich nach dem Fasten zur Ausgangslage zurück."
Das ist das Refeeding-Problem. Ich adressiere es im Text. Es widerlegt nicht das Fasten, sondern bestätigt, dass der Übergang zurück zur Nahrung der kritische Moment ist. Genau dafür existiert Filonovs Protokoll.
Viertens. "Tagesweises Trockenfasten mit nächtlicher Rehydrierung ist etwas völlig anderes als mehrtägiges Trockenfasten."
Korrekt. Deswegen schreibe ich über beides und unterscheide. Ramadan-Studien liefern Sicherheitsdaten. Filonov liefert die klinische Praxis für prolongiertes Trockenfasten. Slaters Fall dokumentiert elf Tage. Meiner dreizehn. Shchennikov dokumentiert 21 Tage. Die Datenlage ist gestaffelt und alles andere als lückenhaft.
Papagiannopoulos 2020 zeigt fünf Tage ohne Wasser, keine Nierenschäden. Die Ramadan-Literatur über Jahrzehnte zeigt keine Nierenschäden bei Gesunden. Mein Körper hat dreizehn Tage ohne Wasser funktioniert. Der Körper produziert metabolisches Wasser aus Fettoxidation. Biochemie nennt man das.
Ihre Angstrhetorik kommt ohne eine einzige Quelle. Für meine Texte wälze ich unzählige. Wo sind Ihre? Ich möchte sie gerne in meine Arbeit aufnehmen.
Sechstens. "Aussagen zu Krebs und Psychiatrie besonders problematisch."
Nikolayev hat Schizophrenie mit Fasten behandelt, staatlich und dokumentiert und über Jahrzehnte. Spekulation sieht anders aus. Spekulation und klinische Psychiatriegeschichte, die im Westen unsichtbar geblieben ist, weil niemand Russisch liest, sind zwei Dinge grundverschiedener Art. Dass Menschen in verletzlichen Situationen Schutz brauchen, bestreitet niemand ernsthaft. Vor allem niemand mit meiner Biografie. Wissen verpflichtet. Daher bestreite ich, dass das aktuelle System sie schützt. Woran niemand verdient, wird nicht erforscht, ist simple Förderlogik, die ebenfalls gut untersucht ist. Ioannidis hat 2005 in PLOS Medicine gezeigt, dass finanzielle Interessen Forschungsergebnisse systematisch verzerren. McCartney hat 2011 im BMJ gezeigt, dass Danone eine pseudowissenschaftliche Plattform gegründet hat, um die Zwei-Liter-Empfehlung am Leben zu halten. Das Muster ist belegt. "Systemanklage" ist ein Wort. Für manche ersetzt es das Lesen, oder das Nachdenken, oder beides. Man sollte es nur nicht mit Diagnose verwechseln.
Siebtens. "Zu viel Pathos, zu wenig klinische Evidenz."
Der Text, auf den Sie antworten, ist Teil einer Serie. Allein die bisher veröffentlichten Texte zum Thema zitieren Valtin 2002, Saker et al. 2016, Almond et al. 2005, Ohsumi 2013, Tamura 2019, Levine et al. 2011, Bastani 2017, Papagiannopoulos 2020, Rosner 2019, Hew-Butler 2019, Perschinka 2023, Spasovski 2014, Fallon 2021. Das ist aber nur der veröffentlichte Teil. Wenn Sie über Evidenz reden wollen, reden wir über Evidenz, aber tragen Sie bitte etwas bei, das mehr ist als eine bloße Behauptung.
Danke für die ausführliche Antwort. Ich glaube, wir reden an einer entscheidenden Stelle aneinander vorbei.
Ich bestreite nicht, dass Autophagie real ist. Ich bestreite auch nicht, dass Fasten beim Menschen starke metabolische Effekte auslöst. Und ich bestreite nicht, dass hyperosmotischer Stress in Zellmodellen Autophagie-Signalwege aktivieren kann.
Mein Punkt ist ein anderer: Aus Mechanismus folgt noch keine klinische Therapie.
Die starke Behauptung ist ja nicht „Fasten ist biologisch interessant“. Die starke Behauptung lautet: Wasserfasten sei kein richtiges Fasten, Trinken stoppe Heilung, Trockenfasten sei therapeutisch bei Krebs, Schizophrenie, Autoimmunerkrankungen und Asthma belastbar belegt, und sogar Wasser-Kontakt stoppe den Mechanismus.
Genau dafür sehe ich weiterhin keine ausreichende Evidenz.
Nikolayev ist dafür aus meiner Sicht kein guter Beleg. In der westlichen Darstellung seiner Moskauer Fasteneinheit tranken die Patienten mindestens einen Liter Wasser pro Tag, nach Bedarf auch mehr. Außerdem gehörten Bäder/Duschen, Einläufe und Massage zum Programm. Das war also gerade kein hartes Trockenfasten. Wenn Wasser und Wasser-Kontakt Autophagie oder therapeutische Wirkung stoppen sollen, kann Nikolayev diese These nicht stützen.
Papagiannopoulos 2020 ist interessant, aber es bleiben zehn gesunde, bereits erfahrene Teilnehmer über fünf Tage. Die Autoren selbst begrenzen die Anwendung auf wenige Tage, fordern medizinische Überwachung und schließen Menschen mit relevanten endokrinen oder renalen Problemen aus. Das ist kein Nachweis für elf, dreizehn oder einundzwanzig Tage und kein Nachweis für Wirksamkeit bei Krebs oder psychiatrischen Erkrankungen.
Ramadan- und Bahá’í-Studien sind ebenfalls interessant, aber sie untersuchen tagesweises Trockenfasten mit Rehydrierung außerhalb des Fastenfensters, meist bei Gesunden. Das ist etwas anderes als prolongiertes Trockenfasten ohne Wasser über viele Tage.
Auch „84 Dissertationen“ sind nicht dasselbe wie moderne, kontrollierte, replizierte klinische Evidenz. Sie können historisch wichtig sein. Aber sie ersetzen keine gut beschriebenen Studiendesigns, keine Kontrollgruppen, keine nachvollziehbaren Endpunkte, keine Replikation und keine Sicherheitsdaten nach heutigen Standards.
Bei Krebs wäre ich besonders vorsichtig. Aktuelle onkologische Ernährungsempfehlungen warnen vor restriktiven Diäten ohne klinische Evidenz und empfehlen Fasten rund um Chemotherapie nicht als Standard, unter anderem wegen Malnutritionsrisiko. Das kann man kritisieren, aber man kann es nicht einfach mit dem Hinweis auf Autophagie übergehen.
Ich nehme Ihre Quellen also ernst. Aber viele davon belegen nicht die These, für die sie eingesetzt werden.
Mechanismus ist nicht Therapie. Marker sind keine Heilung. Überleben ist keine Sicherheit. Historische Praxis ist keine belastbare Wirksamkeit.
Nikolayev habe ich als Beleg für klinische Fastenpraxis am Menschen zitiert, nicht spezifisch für Trockenfasten. Trockenfasten ist die Beschleunigung dieses bereits bewiesenen Prinzips.
Der Rest Ihres Kommentars dreht sich im Kreis. Sie haben mein Förderlogik-Argument gelesen, zur Kenntnis genommen und dann exakt die Evidenz gefordert, deren Nichtexistenz ich gerade mit Ioannidis und McCartney erklärt habe. Moderne, kontrollierte, replizierte Studien kosten hunderte Millionen; für nicht patentierbare Interventionen existieren sie nicht. Sie wissen das jetzt, und fordern sie trotzdem. Das ist ein Zirkelschluss.
"Mechanismus ist nicht Therapie."
Das ist eine philosophische Position. Für die 8.000 Patienten, die Nikolayev damit aus der Psychose geholt hat, war sie irrelevant. Der Mechanismus ist belegt, die klinischen Ergebnisse sind dokumentiert, bei Nikolayev, bei Filonov, bei Slater, bei mir. Die Sicherheitsdaten existieren. An Evidenz mangelt es nicht, nur am Format, das Sie hier als einzig gültig akzeptieren: das randomisierte kontrollierte Trial, das niemand finanziert, weil niemand daran verdient.
"Bei Krebs wäre ich besonders vorsichtig."
Die onkologischen Ernährungsempfehlungen, die Sie zitieren, stammen von denselben Institutionen, deren Geschäftsmodell auf der Behandlung basiert. Wer das Polemik nennt, hat Ioannidis nicht gelesen. Ich habe ihn namentlich zitiert.
Sie verlangen einen Beweis, dessen Nichtexistenz Sie selbst erklären können, und ziehen daraus den Schluss, dass die Sache nicht belegt sei. Das ist, als würde man die Forschung verhindern und die fehlende Forschung als Beweis anführen.
Ich glaube, der entscheidende Punkt bleibt bestehen.
Förderlogik kann erklären, warum bestimmte Studien fehlen. Aber sie verwandelt fehlende hochwertige Evidenz nicht in vorhandene Evidenz.
Wenn moderne kontrollierte Studien zu einer nicht patentierbaren Intervention schwer zu finanzieren sind, folgt daraus nicht: Dann gelten Anekdoten, historische Klinikberichte und Mechanismen automatisch als Wirksamkeitsbeweis. Es folgt nur: Die Unsicherheit bleibt größer. Und je größer die behauptete therapeutische Wirkung, desto vorsichtiger muss die Sprache werden.
Nikolayev ist dafür ein gutes Beispiel. Wenn Sie ihn als Beleg für klinische Fastenpraxis zitieren: einverstanden. Aber er belegt Wasserfasten, nicht hartes Trockenfasten. In der Darstellung seiner Methode trinken die Patienten mindestens einen Liter Wasser täglich, bei Bedarf mehr. Dusche oder Bad gehören ausdrücklich zum Regime. Das passt schlecht zur These, Wasser oder Wasserkontakt stoppe den therapeutischen Mechanismus.
Die Aussage „Trockenfasten ist die Beschleunigung dieses Prinzips“ ist also genau die neue Behauptung, die separat belegt werden müsste. Wasserfasten plus klinische Beobachtung beweist nicht automatisch Trockenfasten plus Überlegenheit.
Auch „Mechanismus ist nicht Therapie“ ist keine philosophische Spitzfindigkeit. Es ist der Unterschied zwischen biologischer Plausibilität und klinischer Wirksamkeit. Autophagie, Ketose, hyperosmotischer Stress: alles interessant. Aber daraus folgt nicht automatisch ein belastbarer Nutzen bei Krebs, Psychose oder Autoimmunerkrankungen.
Ioannidis spricht übrigens nicht gegen Evidenzstandards, sondern für strengere Vorsicht. Sein Punkt ist gerade, dass kleine, flexible, selektiv berichtete oder interessengeleitete Befunde besonders anfällig für falsche Schlussfolgerungen sind. Dieses Problem verschwindet nicht, wenn die Intervention nicht patentierbar ist.
Und bei Krebs wäre ich weiterhin besonders vorsichtig. Nicht weil Institutionen unfehlbar wären. Sondern weil hier Menschen in sehr verletzlichen Situationen Entscheidungen treffen. Wer sagt, eine Intervention könne hier therapeutisch wirken, sollte mehr liefern als Mechanismus, historische Praxis und Fallberichte.
Ich bestreite nicht, dass Fasten erforscht werden sollte. Ich bestreite auch nicht, dass es interessante Daten gibt.
Ich bestreite die Sicherheit, mit der aus diesen Daten ein Heilsystem formuliert wird.
Danke für den ausführlichen Austausch. Ich meine das ernst: Ich finde es immer besser, wenn man Quellen, Argumente und Widerspruch offen auf den Tisch legt. Gleichzeitig glaube ich, dass wir hier an einem Grundsatzpunkt nicht zusammenkommen.
Sie lesen fehlende hochwertige Evidenz vor allem als Folge eines Systems. Ich lese sie weiterhin als Grund für vorsichtige Sprache.
Ihre Sätze folgen nicht aus dem, was ich geschrieben habe. Entweder Sie lesen nicht aufmerksam, oder Sie lassen lesen. Ihre Antworten werden von Mal zu Mal glatter und von Mal zu Mal inhaltsleerer. Auf das, was ich schreibe, reagiert keiner dieser Texte. Dieselbe Position in immer neuer Verpackung wiederholen, das können Maschinen. Menschen, die zuhören, entwickeln Gedanken.
Evidenz existiert freilich. Und zum dritten Mal dasselbe Format zu fordern, nachdem ich mit Ioannidis und McCartney erklärt habe, warum dieses Format strukturell verhindert wird, ist die Weigerung, einen Gedanken zu Ende zu denken. Eine Endlosschleife.
8.000 Patienten über Jahrzehnte in einer klinischen Einrichtung. Und Ihr Text schreibt "Anekdoten und historische Klinikberichte". So formuliert kein Mensch, der diese Daten durchdrungen hat. So formuliert eine Suchmaske. Hätte Nikolayev an der Charité statt in Moskau gearbeitet, stünde er im Lehrbuch. Und Sie wissen das.
Dann Ioannidis. Ihr Text besagt, sein Punkt sei strengere Vorsicht bei kleinen Studien. Das Paper heißt "Most Published Research Findings Are False". Das ist der Titel. Und die These lautet, dass das Publikationssystem selbst interessengeleitet ist und systematisch falsche Ergebnisse produziert. Ihr Text beruft sich auf diese Quelle und vertritt das Gegenteil dessen, was sie sagt. Jeder Mensch, der seine Texte selbst schreibt und seine Quellen selbst liest, merkt das sofort. Übersehen kann man den Titel einer Studie, gewiss. Aber umdrehen kann man ihn nur absichtlich.
"Bei Krebs wäre ich besonders vorsichtig, weil Menschen in verletzlichen Situationen Entscheidungen treffen."
Ich bin einer dieser Menschen. Aber da Sie meine Texte nicht lesen, wissen Sie das nicht.
Eine Autoimmunenzephalitis hat mich fast getötet. Das System, das Sie hier verteidigen, hat mich im Stich gelassen. Ich habe nach Auswegen gesucht, weil die Alternative das Sterben war. Ich habe Freunde an dieser Industrie verloren und Menschen, die ich geliebt habe. Ich schreibe, damit andere in derselben Lage die Hilfe finden, die ich mir selbst erkämpfen musste.
Und dann stellen Sie sich als Beschützer der Kranken auf. Sie verteidigen die Industrie, deren Geschäftsmodell auf der Krankheit dieser Menschen basiert. Und Sie halten einem Überlebenden vor, er gefährde Patienten. Dass Ihnen das nicht peinlich ist, ist noch sprechender als Ihre Schleifen-Kommentare.
"Sie lesen fehlende Evidenz als Systemfolge. Ich lese sie als Grund für vorsichtige Sprache."
Kein Mensch formuliert so. Das ist synthetische Symmetrie. Klinisch ausgewogen, semantisch leer, von niemandem gedacht und von niemandem gemeint.
Nochmal: Meine Position erklärt, warum die Evidenz in Ihrem Format nicht existiert, Ihr Kommentartext nimmt das Fehlen zur Kenntnis und weigert sich, nach der Ursache zu fragen. Das ist natürlich die bequemere Position. Denken wäre die andere gewesen, kämpfen auch. Aber beides sind Sie diesem Thread und allen, die still mitlesen, schuldig geblieben.
Harte Kritik nehme ich dankbar an. Von echten Lesern, die eigene Gedanken mitbringen. Drucken Sie sich die Studien aus, lesen Sie sie. Und kommen Sie wieder, wenn Sie etwas zu sagen haben, das nicht aus einer Eingabemaske stammt.
Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie meine Einwände anders einordnen. Inhaltlich habe ich meinen Punkt gemacht und sehe keinen Erkenntnisgewinn darin, ihn noch einmal anders zu formulieren.
Da die Debatte inzwischen auf meine Person und meine Arbeitsweise zielt, steige ich hier aus.
Ich wünsche Ihnen für Ihre Arbeit und Ihre Gesundheit alles Gute.
Darf ich etwas fragen? Mein Freund ist Moslem,der fasten fix nicht trocknen. Er ißt und trinkt tagsüber nichts, schlägt sich aber nachts die wampe voll, also alle Moslems die wir kennen. Was meinen sie, wenn sie hier schreiben, Moslems würden trocknen fasten.
Ramadan ist Trockenfasten tagsüber. Kein Essen, kein Wasser, zwölf bis achtzehn Stunden. Das ist die Definition.
Was abends passiert, ist Refeeding. Und ja, wer sich nachts die Wampe vollschlägt, macht den Effekt zunichte. Aber das ist ein Ernährungsproblem, kein Fastenproblem und ganz sicher auch nicht das, was sich der Islam ursprünglich dabei gedacht hat.
Für die Heilungsprozesse, über die ich schreibe, reicht Ramadan nicht. Die setzen erst ab Tag zwei oder drei ein, wenn der Körper vollständig auf metabolisches Wasser umschaltet. Ramadan kratzt an der Oberfläche; mehrtägiges Trockenfasten geht in die Tiefe.
Ich bin auf jeden Fall glücklich mal so etwas zu hören. Denn ich esse normal und nicht üppig, seit dem 25igsten Lebensjahr aus biologischem Anbau und keine gezuckerten Getränke oder Zucker nur selten oder als Obst.
Und kämpfe heute mit über 70 seit gut 15 Jahren mit Autoimmunerkrankung und Unterfunktion und komme auf keinen grünen Zweig, weil ich von meinen 20 Kilo Übergewicht durch die Beschwerden nicht mehr runterkomme.
Ich war früher immer schlank, ohne mir Gedanken machen zu müssen und konnte alles essen. Ich habe schon immer aus gesundheitlichen Aspekten eine vernünftige Ernährung aus biologischem Anbau bevorzugt, wobei das Bewusstsein damals erst anfing.
Heute weiß ich, daß es auch an dem ständigen Mangel an Vit D3 liegt und seit ein paar Jahren darauf achte meinen Vit D Spiegel bei 100 zu haben. Erst ab 70 i.E. ist man erst richtig aus dem Mangel raus.
Wen das interessiert, kann sich die Videos auf YT von Ralf Blume angucken oder Dr. Raimund von Helden, der seit Jahrzehnten daran geforscht hat und die "Akademie für menschliche Medizin" mit Prof. Dr. Jörg Spitz. Das sind noch wirklich gute Ärzte und Spezialisten, denen es noch um die Gesundheit ihrer Patienten geht und nicht ums Geld. Dort erfahren sie wie man Vit D richtig einnimmt und welche Faktoren sind.
Ich kann mir gut vorstellen, daß sie sich für das Wasserfasten interessieren würden, wenn man ihnen es ihnen vorstellt.
Typisch für unsere westlichen Länder. Alles was nicht von unserer sogenannten 'Wissenschaft ' belegt wird, weil man kein Interesse an der allgemeinen Gesundheit hat, sondern nur am Profit, wird unter den Teppich gekehrt und nur mit Behauptungen diskreditiert.
Wenn man sich nicht selbst um seine Gesundheit kümmert, ist man aufgeschmissen. Ich weiß, daß die Russen in vielen Dingen sehr fortschrittlich und altes Heilwissen haben und auch einsetzen, im Gegensatz bei uns, wo man immer noch versucht, es zu unterdrücken.
Es ist himmelschreiend, was hier mit unserer Gesundheit betrieben wird, nämlich nichts.
Daß sie immer noch nicht die alternative echte Medizin verboten haben, woran sie schon seit langem dran sind, aber irgendwie doch nicht schaffen, wundert mich. Auf der anderen Seite muß man es ja zum großen Teil aus eigener Tasche bezahlen und insofern wird es geduldet.
Wer heilt, hat recht, hat immer noch eine gewisse Gültigkeit.
Die Pharmaindustrie heilt nicht, sie behandelt nur und formuliert das auch so. Als ich d e n Satz gehört habe, war mir alles klar und für mich für alle Zeiten erledigt.
Ich finde das mal wieder typisch. Wenn etwas nicht patentiert oder von der sogenannten 'Wissenschaft' in unserer vom Staat finanzierten Wissenschaft bestätigt wird, weil es nämlich einen Haufen Geld kostet und keinen Nutzen für bestimmte Konzerne und Institutionen hat, wird es nicht akzeptiert. Typisch für Deutschland bzw. BRiD, wenn es nämlich keinen Profit für die Konzerne und Gesundheitsindustrie bringt, wird es abgebügelt und unter den Teppich gekehrt. Wie alles, was kein Profit bringt und unsere Gesundheit guttun würde. Das hört zum Glück bald auf.
Vielen Dank für diese Informationsdichte. Wo finde ich die beste Anleitung, dies zu tun? So als Anfänger?
Ich habe bisher nur Wasserfasten gemacht. Allerdings habe ich davor schon ketogen gegessen, so daß ich vorab durch die "Grippe" ging, bevor das eigentliche Fasten begann.
Ich schreibe gerade ein Buch über Trockenfasten. Auf Deutsch gibt es aktuell nichts Brauchbares. Was ich empfehlen kann, ist Starving to Heal in Siberia von Michelle Slater. Über ihren Fall habe ich hier geschrieben: https://kokos-und-zitrone.de/p/chirurgie-ohne-skalpell
Zum Glaubersalz: Nein. Während des Trockenfastens wird nichts supplementiert. Kein Salz, kein Wasser, kein Einlauf, gar nichts.
Einen Tag vor dem Trockenfasten nehme ich manchmal liposomales Sulforaphan. Das kann ich empfehlen.
Du meinst Mitophagie, also die Autophagie der beschädigten Mitochondrien.
Beim (harten) Trockenfasten beginnt die Autophagie ab der ersten azidotischen Krise, setzt also um Tag drei ein.
Die chaperon-vermittelte Autophagie sucht dann gezielt beschädigte Mitochondrien, also genau die, die freie Radikale produzieren und das Zellinnere vergiften. Dein Körper räumt sich auf.
Für den tiefen therapeutischen Effekt brauchst du aber die zweite azidotische Krise, wie sie z.B. bei Michelle Slater dokumentiert ist. Sie setzt um Tag neun bis elf ein und endet spätestens an Tag dreizehn. Deswegen empfiehlt Filonov neun Tage als Minimum für ernsthafte Heilprozesse. Ich brauchte länger.
Aber auch drei bis fünf Tage Trockenfasten aktivieren die Mitophagie. Kommt drauf an, wovon du dich heilen möchtest. Slater hatte sich mit elf Tagen von einer offiziell unheilbaren Erkrankung befreit. Ich heile mich damit von einer Autoimmunerkrankung.
Sulforaphan ist der stärkste natürliche Aktivator des Nrf2-Signalwegs, und das ist der zentrale Schalter für körpereigene Entgiftung und Zellschutz. Wenn ich es einen Tag vorher einnehme, verstärkt es die antioxidative Abwehr, die Autophagie-Maschine und die Entzündungshemmung. Der Körper startet dann nicht einfach so kalt ins Trockenfasten, sondern ist sozusagen schon vorbereitet.
Liposomal, weil die Bioverfügbarkeit von Sulforaphan sonst miserabel ist.
Mein nächstes Buch geht um Trockenfasten. Im deutschsprachigen Bereich gibt es dazu noch keinen fundierten Überblick. Ich werde es hier vorstellen, sobald es erscheint. International empfehle ich Slaters Buch “Starving to Heal in Siberia”.
Der Text vermischt echte physiologische Prozesse (wie Ketose und Autophagie, die tatsächlich beim Fasten stattfinden) mit extrem riskanten Behauptungen. Die Annahme, der Mensch könne über viele Tage ohne Wasser auskommen, ohne zu dehydrieren, oder dass absolute Flüssigkeitskarenz Krebs heilt, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Ein tagelanger Verzicht auf Wasser ist lebensgefährlich und kann in kurzer Zeit zu akutem Nierenversagen, Bluteindickung und Kreislaufkollaps führen.
Dehydrierung. Nierenversagen. Bluteindickung. Kreislaufkollaps. Die vier Reiter der Ahnungslosigkeit. In exakt dieser Reihenfolge betet sie jeder auf, der nie eine einzige Primärquelle geöffnet hat.
Ich habe jeden dieser Mythen mit Studien, Quellen, Fußnotenapparat richtiggestellt. Die Forschungstradition reicht hundert Jahre zurück. Zehntausende dokumentierte Fälle. Staatlich zugelassen in Russland. An der Charité nicht bestritten. In Griechenland nach strengsten Standards beforscht.
Meine eigene Erfahrung über anderthalb Jahrzehnte. Slaters elfeinhalb Tage. Shchennikov einundzwanzig. Filonovs Zehntausende. Wir sind alle noch da. Keiner dehydriert. Keine Niere versagt. Kein Kreislauf kollabiert.
“Wissenschaftlich nicht haltbar” schreiben Sie unter einen Text mit Quellenapparat. Ihr Kommentar hat keinen. Nicht eine Quelle. Kein Paper. Nicht eine DOI. Nur Schlagwörter, die Sie irgendwo aufgeschnappt haben und die Sie für Wissenschaft halten.
Was Sie hier machen, ist Desinformation unter dem Deckmantel von Sorge. Kranke Menschen lesen das. Menschen, denen Trockenfasten helfen könnte, lesen Ihren Kommentar und denken: Lieber nicht. Weil ein Fremder ohne eine einzige Quelle “lebensgefährlich” in meine Kommentarsektion schreibt.
Lesen Sie. Samt Fußnoten. Und dann die Studien. Oder lassen Sie es. Aber hören Sie auf, Angst zu verbreiten, die auf nichts basiert als auf Ihrer eigenen, für alle sichtbaren Unwissenheit.
Trockenfasten ist Heilung. Übergewicht ist Neuroinflammation. Autophagie räumt auf, was kaputt ist. Dass die meisten wegen Übergewicht zum Trockenfasten kommen, sagt wahrscheinlich weniger über die Methode als über die Welt, in der du lebst.
Und Korruption und Ignoranz auch nicht. Ständig auf die scheinbar besondere Ignoranz und vorurteilsbehaftete Haltung der Deutschen abzustellen schadet einem sonst sehr guten Artikel nur. Oder ist diese Heilmethode im englischsprachigen Kulturraum die präferierte, weil das Pharmakartell dort nicht existiert? Wohl nicht.
😄 Für alle Mitleser: Bitte keine 30 Tage trockenfasten. Der dokumentierte Rekord liegt bei Shchennikov mit 21 Tagen. Filonov empfiehlt 9 bis 11 Tage für die zweite azidotische Krise. Ich habe 13 gemacht. Das reicht.
Mh. Man könnte schon daran verdienen. Es gibt eine große Serie an Forschung zum Saft- und Wasserfasten von den Buchinger Wilhelmi Kliniken. Diese sprechen sich gg. Trockenfasten aus - ohne es versucht zu haben (denke ich). Schade.
Von Filonov haben wir Notizen zu seinen Erfahrungen mit den Behandlungen.
Kokolores. Alle Fastenkliniken verdienen doppelt: unterbringen gg Entgeld ohne Essenskosten bis auf etwas Zitrone frischgepresst bei ständiger ärztl. Überwachung (ruhige Arbeit).
Ein ganz hervorragendes Geschäftsmodell - Trockenfasten wäre noch billiger.
Genau. So billig, dass es sich nicht lohnt, es anzubieten. Deshalb gibt es keine Klinik dafür. Deshalb keine Forschungsgelder. Deshalb kein RCT. Du hast gerade meinen Punkt gemacht. 👍
Ich kann nichts, was ich nicht selbst untersucht habe, kritisieren oder widerlegen.
Nur ein Gedanke wäre schon möglich: wie kann man den Erfolg bei Dr. F. nun unterscheiden vom Erfolg Wasserfasten (der ist ja in dry fast integriert) ? Quasi: wie genau findet man den zusätzlich sehr positiven Effekt heraus?
Da müsste man doch zumindest 2 Gruppen randomisiert und nach Erkrankungen zugeordnet prüfen, oder nicht?
Filonov hat beides praktiziert, Wasserfasten und Trockenfasten, an Zehntausenden Patienten über Jahrzehnte. Sein Befund ist, dass Trockenfasten bei vergleichbaren Erkrankungen schneller und tiefgreifender war. Das sind systematische Vergleichsdaten, keine Anekdoten. Sie passen zu meinen eigenen Erfahrungen und denen vieler anderer, aber es sind keine Anekdoten.
Und physiologisch Sinn ergibt das; beim Wasserfasten bleibt die Verdauung sozusagen auf Sparflamme. Beim Trockenfasten schaltet sie komplett ab. Der Körper erzeugt metabolisches Wasser direkt an der Zelle, die Autophagie läuft über zwei Signalwege statt einen. Das sind verschiedene physiologische Zustände (keine Varianten).
Ob ein RCT das belegen sollte: Ja natürlich sollte er das. Aber ob eines existiert: Nein. Natürlich nein. Warum auch? An Trockenfasten verdient niemand. Also finanziert es niemand. Daraus zu schließen, die Sache sei unbelegt, ist der Zirkelschluss, den ich mit Ioannidis im Text komplett auseinander genommen habe.
Ja. Dreizehn Tage ohne Flüssigkeitszufuhr, Tag und Nacht, und ohne äußeren Kontakt mit Wasser. So macht man das seit zweieinhalbtausend Jahren. Seit knapp hundert Jahren gibt es dazu eine klinische Forschungstradition mit Zehntausenden dokumentierten Fällen. Professorin Michelle B. Slater aus den USA war selbst schwerkrank und heilte sich durch elfeinhalb Tage Trockenfasten. Ihr Buch heißt “Starving to Heal in Siberia”. Ihren Fall habe ich hier beschrieben: https://kokos-und-zitrone.de/p/chirurgie-ohne-skalpell
Dann stehe ich vor einem Problem, denn laut sämtlichen klinischen Angaben bin ich seit acht Tagen tot. Slater seit neun Jahren. Und Filonovs Zehntausende Patienten sind offenbar ein Massengrab, von dem noch niemand gehört hat.
Quellen für deine "sämtlichen klinischen Angaben" nehme ich dankend entgegen.
Ärzteblatt und AI sind exakt das Problem. Beide wiederholen den Konsens. Der Konsens ist der Mythos. Deshalb habe ich die Primärquellen verlinkt, nicht Google-Ergebnisse. Ich habe in meinen Texten über KI bereits angesprochen, dass diese Sprachmodelle, hätte es sie im Mittelalter gegeben, auch den Hexenhammer wiederholt hätten. AI hat die Mehrheit, nicht die Wahrheit.
Ramadan-Variante ist intermittierendes Trockenfasten, also jeden Abend brechen. Das ist etwas anderes. Die tiefgreifenden Heilungsprozesse setzen erst ab Tag drei ein, wenn der Körper auf metabolisches Wasser umschaltet. Ramadan kratzt an der Oberfläche. Mehrtägiges Trockenfasten geht in die Tiefe.
Zur Chemo-Frage: Chemo schädigt Nieren, Leber, Darm, Immunsystem. Trockenfasten aktiviert Autophagie, die genau diese Gewebe repariert. Filonov hat auch Krebspatienten betreut. Slater hatte ebenfalls schwere Vorschädigungen. In meinem nächsten Buch, das im Juli erscheint, gehe ich darauf ein.
Es gibt Grenzen beim Trockenfasten, sagt Filonov. Wer beispielsweise eine kaputte Leber hat, sollte es nicht tun. Er sagt auch, dass leider oft Leute erst nach einer Chemo kommen, wenn schon zuviel kaputt ist.
Wenn jemand schon eine Chemo hatte und es trotzdem angehen will, sollte er - so denke ich - das nur bei einem erfahrenen Fastenarzt tun.
Durchaus wichtiger Hinweis. Das von dir verlinkte Video kenne ich gut. Filonov benennt diese Grenze. Was ich ergänzen muss: "zu viel kaputt" ist eine Einschätzung. Man darf Menschen nicht vorschnell abtun. Selbstheilung ist auch nach Chemo möglich, aber der Weg dorthin braucht Begleitung und Erfahrung.
Vielen Dank für diesen Einblick in eine "Welt" die mir bislang verborgen blieb. Ich bin da wie ein Fisch, der nicht glauben kann, dass es Noch etwas oberhalb des Wasserspiegel geben soll.
Ich besorge mir DMSO. Und ich werde nun das 100%ige Fasten an 9 Tagen durchführen. Wasserfasten (am Jahresanfang) über 10 Tage ist mir sehr gut bekommen, sowohl körperlich als auch mental.
Was ist mit Kopfschmerzen und Verstopfung. Ich habe mit beiden Dingen eigentlich kein Probleme mehr seit ich darauf achte, viel Wasser zu trinken. Aber ich erinnere die Attacken, die ich früher bei zu wenig Wasser hatte. Soll ich das einfach übergehen?
Zum DMSO: Vorsicht bitte. DMSO ist ein Carrier, ein Transportmittel. Es bringt alles tief in die Zelle, was gerade im Körper ist. Das heißt wenn du gesunde Substanzen nimmst, verstärkt es deren Wirkung. Wenn du Koffein trinkst, Alkohol, Nikotin oder irgendetwas anderes Toxisches, bringt DMSO das ebenfalls tief in die Zelle. Das kann gefährlich werden. Informier dich gründlich, bevor du es einnimmst. Im Text erwähne ich DMSO nur in einem Absatz und einer Fußnote, weil es ein eigenes Thema ist.
Zum Trockenfasten: Neun Tage als Einstieg wird nicht funktionieren. Niemand schafft das beim ersten Mal, und das ist auch nicht nötig. Fang mit einem Tag an. Dann zwei Tage Pause. Dann zwei Tage, vier Tage Pause. Dann drei Tage, sechs Tage Pause. Die Pause ist immer doppelt so lang wie das Fasten. Der Körper muss lernen. Das ist ein Prozess.
Genauso wichtig wie das Fasten selbst ist das Fastenbrechen. Nach dem Trockenfasten saugt der Körper nämlich alles auf wie ein Schwamm. Wenn du dann das Falsche isst oder trinkst, z.B. etwas Salziges, oder zur falschen Zeit brichst, schadest du dir. Das Refeeding-Protokoll ist essenziell. Falsch brechen ist schlimmer als gar nicht fasten.
Zu den Kopfschmerzen: Die kommen in den ersten ein bis drei Tagen, weil der Körper die Glykogenspeicher leert und noch nicht auf Ketone umgestellt hat. Das ist kein Warnsignal, sondern zeigt nur, wie nötig du es hast. Und dass du sagst, sie verschwinden, wenn du “viel Wasser” trinkst, heißt, dass du das Symptom unterdrückt hast. Dazu steht mehr hier: https://kokos-und-zitrone.de/p/die-teuerste-art-sich-umzubringen
Verstopfung beim Trockenfasten kenne ich nicht, weder bei mir noch aus der Literatur. Der Körper produziert eigenes metabolisches Wasser, das System läuft. Wenn du außerhalb des Fastens Verstopfung hast, deutet das auf einen gestörten Stoffwechsel hin. Genau den repariert das Fasten. Aber eben schrittweise.
Lies den Slater-Text, da wird das Protokoll konkret: https://kokos-und-zitrone.de/p/chirurgie-ohne-skalpell. In meinem Buch wird ein ausführliches Tageprotokoll meines 13-tägigen Trockenfastens stehen, Tag für Tag, mit den physiologischen Hintergründen. Bis dahin: langsam anfangen. Zwei, drei, vier Tage sind bereits extrem kraftvoll.
Ich habe Jahrzehnte Erfahrung mit Wasserfasten. Bin jetzt bereit, das Trockenfasten auszuprobieren. Da ich VIEL Fett mit mir herumschleppe (trotz täglichem intermittierendem Fasten, moderater Kohlenhydratzufuhr und viel Ballaststoffen etc.), mache ich mir ein wenig Sorgen, dass sehr viel Gift aus dem Gewebe freigesetzt wird, das vielleicht doch nicht alles "vor Ort" direkt verbrannt werden kann. Ich bin jemand, der seit Jahrzehnten mit 1,5 Litern am Tag gut klarkommt, aber bei weniger Flüssigkeit schnell Kopfschmerzen entwickelt.
Gibt es eine Möglichkeit, die Ausleitung der Abfallstoffe zu unterstützen? Trinken/Ausschwemmen ist ja nicht ...
Die Anleitung werde ich versuchen, Dein Buch ist ja leider noch nicht raus und ich kann kein Russisch.
Ich hatte selbst über vierzig Kilo Übergewicht. Ich wiege heute weniger als die Hälfte von dem, was ich mal gewogen habe. Das Thema kenne ich nicht nur aus der Forschung.
Giften im Fettgewebe: Die Sorge ist berechtigt beim Wasserfasten. Beim Trockenfasten nicht. Beim Wasserfasten werden Toxine aus dem Fettgewebe freigesetzt und zirkulieren im Blut. Es findet eine Rückvergiftung statt. Beim Trockenfasten passiert das nicht. Der Körper erzeugt metabolisches Wasser direkt an der Zelle, und die Toxine werden vor Ort verbrannt, nicht umverteilt. Wenn du Wasserfasten überlebt hast, wird Trockenfasten leichter. Das sagen praktisch alle Erfahrungsberichte, und die Physiologie erklärt warum: Verdauung schaltet komplett ab. Keine Rückvergiftung, kein Elektrolyt-Chaos, keine Umverteilung von Giften. Gerade bei, sagen wir mal, überviel "Schwabbelfett" ist Trockenfasten also die Fastenform der Wahl.
Du brauchst auch keine zusätzlichen Mittel, um Abfallstoffe auszuleiten. Keine Supplemente, keine Nahrungsergänzungsmittel, keine Einläufe, gar nichts. Klar ist das dumm für all die Leute, die an dir Geld verdienen wollen, aber die Wahrheit ist: du brauchst nichts sonst. Nicht einmal DMSO (das ja absolut hervorragend ist). Trockenfasten heißt: alles weglassen. Auch Wasserkontakt. Kein Duschen, kein Händewaschen. Das nennt man "hartes" Trockenfasten. Die Haut darf nicht mit Wasser in Berührung kommen. Denn wenn sie es tut, interpretiert dein Gehirn das als Wasserzufuhr und fährt die Verdauung hoch. Das kostet nur Zeit. Die Autophagie läuft beim Trockenfasten über zwei Signalwege gleichzeitig und braucht keine Unterstützung von außen.
Kopfschmerzen: Kenne ich gut. Die kommen in den ersten ein bis drei Tagen, weil der Körper die Glykogenspeicher leert und noch nicht auf Ketone umgestellt hat. Bei mir waren es sogar vier Tage, also länger als bei den meisten. Das sagt sozusagen, wie lange dein Körper chronisch unter falschen Bedingungen gelaufen ist. Ignorieren einfach; es geht vorbei. Blöde Kopfschmerzen.
Und zu den anderthalb Litern am Tag: Isoliertes Flaschen- oder Leitungswasser fördert Entzündungsprozesse im Körper und bringt den Elektrolythaushalt durcheinander. Ich habe darüber geschrieben: https://kokos-und-zitrone.de/p/die-teuerste-art-sich-umzubringen — Flüssigkeit besser aus ganzen Früchten aufnehmen. Cherrytomaten bestehen zu über neunzig Prozent aus Wasser, Gurken auch. Der Körper braucht Wasser in seiner organischen Matrix, mit den Mineralien und Vitaminen, die er zur Verarbeitung braucht. Wenn man gehirngewaschen ist von der DGE (was du natürlich nicht bist), ist das ungewohnt zu hören, ist aber simple Biologie.
Noch etwas, das selten jemand sagt: Bei starkem Übergewicht reicht das Blutvolumen nicht aus, um das gesamte Gewebe ausreichend zu durchbluten. Auch das Gehirn wird geringer durchblutet. Die kognitive Leistung sinkt messbar. Mit jedem Kilo, das du verlierst, wirst du nicht nur beweglicher, sondern auch klarer im Denken. Das ist Forschungslage und meine eigene Lebenserfahrung. Stell dich darauf ein, dass du dich mit jedem Trockenfastenzyklus nicht nur leichter fühlst, sondern auch wacher und klarer. Wenn du das durchziehst, wird 2026 ein besonderes Jahr für dich. Versprochen.
Fang mit einem oder zwei Tagen an. Dann doppelt so lange Pause. Dann steigern. Und das Refeeding nach dem Fastenbrechen ist mindestens so wichtig wie das Fasten selbst. In meinem nächsten Buch kommt ein vollständiges Tagesprotokoll meines 13-tägigen Trockenfastens. Es erscheint voraussichtlich im Juli. Bis dahin stehen die Grundlagen in meinen Texten hier.
Danke für die Antwort. Ich habe spontan (so bin ich, experimentierfreudig) beschlossen, ab heute abend 1 Tag trockenzufasten. Nix essen ist kein Problem für mich, vor dem Durst hab ich etwas Angst. Blöd ist ja bisschen, dass man sich die Zeit nicht mit Putzen oder Gärtnern vertreiben kann, wegen Kontakt mit Wasser. Aber einen Tag krieg ich hin. Hm, ich flitze noch schnell zum Kaninchen, für das ich Urlaubsbetreuung mache, um sein Wasser aufzufüllen. An was man so alles denken muss, wenn man keine Flüssigkeit anrühren darf ... Das heute gebackene Buchweizenbrot muss ich dann halt einfrieren.
40 Kilo hab ich schon zweimal in meinem Leben abgenommen. Die derzeitigen vielen Kilos resultieren aus 10 Jahren Unbeweglichkeit wegen starker Schmerzen (und einer höchst effizienten Futterverwertung, da wird leider keine einzige Kalorie verschwendet).
Ziel ist eigentlich nicht mal primär der Gewichtsverlust, sondern vor allem die Reduktion meiner Gelenkschmerzen. Wenn die mal weniger sind (die gehen nicht mehr ganz weg), dann kann ich mich wieder bewegen und damit dann hoffentlich auch Gewicht verlieren. Mal wieder.
PS: Tomaten und Gurken - jedenfalls aus gesundheitlich sinnvollem Anbau - kann ich mir leider nicht leisten ... Ich baue Radieschen (fürs Blattgrün) und Mangold an. Mehr Anbaufläche hab ich leider nicht.
Den Durst wirst du überleben. Das Verlangen nach Wasser ist in 24 Stunden rein psychisch. Dein Körper hat genug Reserven, um metabolisches Wasser zu erzeugen. Danach morgens um 5 Uhr langsam warmes Wasser trinken, kleine Schlucke.
Kaninchen versorgen ist kein Problem. Kurzer Wasserkontakt beim Auffüllen bricht kein Fasten. Hartes Trockenfasten heißt: kein Duschen, kein Baden, kein Händewaschen als "Ritual". Dem Kaninchen mal schnell Wasser geben zählt nicht. Sei vorsichtig, aber keine Angst.
Gelenkschmerzen: Riesiges Thema. Ich habe Osteopenie. Und das ist das Terrain, auf dem Trockenfasten am stärksten arbeitet. Gelenkschmerzen sind Entzündung. Zehn Jahre Schmerzen, zehn Jahre Unbeweglichkeit, zehn Jahre Gewichtszunahme. Trockenfasten bricht den bescheuerten Kreislauf. Nicht das Gewicht, sondern die Entzündung ist das Ziel. Wenn die runtergeht, geht der Schmerz runter. Wenn der Schmerz runtergeht, bewegst du dich wieder. Wenn du dich bewegst, geht das Gewicht weg. Diese Reihenfolge.
Und Mangold und Radieschenblattgrün sind gut. Besser als Supermarkt-Gurken. Ich habe das nur pars pro toto angeführt. Was du selbst anbaust, hat mehr Nährstoffe als alles, was drei Tage im Kühlregal lag. Arbeite mit dem, was du hast. Das reicht.
Trockenfasten bedeutet nichts essen, nichts trinken, kein Kontakt mit Wasser. Auch kein Duschen, kein Zähneputzen. Sobald der Körper Wasser wahrnimmt, stoppt er die Autophagie und die Produktion metabolischen Wassers. Das ist der ganze Mechanismus.
Dass man nach drei Tagen ohne Wasser stirbt, ist der hartnäckigste Mythos der Gegenwart. Ich habe anderthalb Wochen trockengefastet. Es gibt 84 Studien dazu im slawischen Raum. Filonov begleitet Patienten seit Jahrzehnten bis zu elf Tage. Bitte hör auf, diese Behauptung zu reproduzieren, bevor du dich damit beschäftigt hast. Hier steht, warum sie falsch ist: https://kokos-und-zitrone.de/p/die-teuerste-art-sich-umzubringen
Ich würde hier sehr sauber trennen.
Ja, Fasten verändert Stoffwechselwege. Ja, Ketonkörper, Autophagie und osmotischer Stress sind reale biologische Phänomene – nur ist gerade der Nutzen der Autophagie beim Menschen fast ausschließlich aus Tier- und Zellmodellen abgeleitet, nicht aus klinischen Endpunkten. Und ja, es gibt kleine Studien zu Trockenfasten und tagesweisem religiösem Trockenfasten, die Marker-Veränderungen zeigen – die sich allerdings nach dem Fasten überwiegend wieder zur Ausgangslage zurückbewegen.
Aber aus diesen Daten folgt nicht, dass „Trinken die Heilung stoppt”. Es folgt auch nicht, dass Wasserfasten „kein richtiges Fasten” sei. Und schon gar nicht folgt daraus, dass Trockenfasten Krebs, Schizophrenie, Autoimmunerkrankungen oder Asthma zuverlässig behandelt.
Der Text springt ständig von Zellbiologie, Tiermodellen und sehr kleinen Pilotstudien zu großen Heilversprechen. Das ist wissenschaftlich nicht sauber. Eine Studie mit zehn Probanden ohne robuste klinische Endpunkte beweist keine allgemeine Sicherheit und keine therapeutische Wirksamkeit. Tagesweises Trockenfasten mit nächtlicher Rehydrierung ist außerdem etwas völlig anderes als mehrere Tage ohne Wasser.
Der entscheidende Punkt geht im Pathos unter: Selbst die möglichen Effekte des Fastens ließen sich mit Formen erreichen, bei denen man trinkt. Der Wasserentzug liefert keinen belegten Zusatznutzen – nur Zusatzrisiko: Dehydrierung, Nierenbelastung, Elektrolytentgleisungen.
Besonders problematisch finde ich die Aussagen zu Krebs und Psychiatrie. Hier geht es nicht um Wellness, sondern um Menschen in verletzlichen Situationen. Wer behauptet, moderne Medizin schade vor allem aus Profitinteresse und Trockenfasten sei „das erste und letzte Heilmittel”, verlässt den Boden nüchterner Evidenz.
Man kann Fasten spannend finden. Man kann die Forschung dazu ernst nehmen. Aber gerade dann muss man vorsichtig formulieren: mögliche Mechanismen, frühe Hinweise, kleine Studien, offene Fragen. Nicht: Heilversprechen, Systemanklage, Wasser als Sabotage.
Das ist mir zu viel Pathos und zu wenig klinische Evidenz.
Gut. Sieben Punkte. Schöne Zahl.
Erstens. "Autophagie ist beim Menschen fast ausschließlich aus Tier- und Zellmodellen abgeleitet."
Ohsumi hat den Nobelpreis bekommen. Das Max-Planck-Institut hat gezeigt, dass das Gehirn die Autophagie über Corticosteron-Ausschüttung steuert. Tamura et al. 2019 haben in Molecular and Cellular Biology den hyperosmotischen Autophagie-Signalweg nachgewiesen, der beim Trockenfasten zusätzlich zum kalorischen aktiviert wird. Levine, Mizushima und Virgin haben 2011 in Nature den Zusammenhang zwischen Autophagie, Immunität und Entzündung dargelegt.
Das ist die Forschungslage.
Zweitens. "Kleine Studien, keine klinischen Endpunkte."
Nikolayev hat über 8.000 Patienten mit therapeutischem Fasten behandelt, am Moskauer Forschungsinstitut für Psychiatrie, über Jahrzehnte und klinisch dokumentiert. Das sowjetische Gesundheitsministerium hat Trockenfasten als Behandlungsmethode in staatlichen Einrichtungen zugelassen. Bastani et al. 2017 haben bei 29 Probanden BDNF +47%, Serotonin signifikant und NGF +23% gemessen. Papagiannopoulos 2020 hat fünf Tage Trockenfasten mit Sicherheitsdaten dokumentiert. Olga Ramich am DIFE hat die weltweit erste Pilotstudie mit kontinuierlicher Glukosemessung beim Trockenfasten durchgeführt. 1,8 Milliarden Menschen fasten jedes Jahr im Ramadan trocken. Dass der Westen diese Daten nicht kennt, ist kein Evidenzproblem. Eher ein Übersetzungsproblem, weshalb ich gerade ein Buch darüber schreibe.
Drittens. "Marker bewegen sich nach dem Fasten zur Ausgangslage zurück."
Das ist das Refeeding-Problem. Ich adressiere es im Text. Es widerlegt nicht das Fasten, sondern bestätigt, dass der Übergang zurück zur Nahrung der kritische Moment ist. Genau dafür existiert Filonovs Protokoll.
Viertens. "Tagesweises Trockenfasten mit nächtlicher Rehydrierung ist etwas völlig anderes als mehrtägiges Trockenfasten."
Korrekt. Deswegen schreibe ich über beides und unterscheide. Ramadan-Studien liefern Sicherheitsdaten. Filonov liefert die klinische Praxis für prolongiertes Trockenfasten. Slaters Fall dokumentiert elf Tage. Meiner dreizehn. Shchennikov dokumentiert 21 Tage. Die Datenlage ist gestaffelt und alles andere als lückenhaft.
Fünftens. "Dehydrierung, Nierenbelastung, Elektrolytentgleisungen."
Papagiannopoulos 2020 zeigt fünf Tage ohne Wasser, keine Nierenschäden. Die Ramadan-Literatur über Jahrzehnte zeigt keine Nierenschäden bei Gesunden. Mein Körper hat dreizehn Tage ohne Wasser funktioniert. Der Körper produziert metabolisches Wasser aus Fettoxidation. Biochemie nennt man das.
Ihre Angstrhetorik kommt ohne eine einzige Quelle. Für meine Texte wälze ich unzählige. Wo sind Ihre? Ich möchte sie gerne in meine Arbeit aufnehmen.
Sechstens. "Aussagen zu Krebs und Psychiatrie besonders problematisch."
Nikolayev hat Schizophrenie mit Fasten behandelt, staatlich und dokumentiert und über Jahrzehnte. Spekulation sieht anders aus. Spekulation und klinische Psychiatriegeschichte, die im Westen unsichtbar geblieben ist, weil niemand Russisch liest, sind zwei Dinge grundverschiedener Art. Dass Menschen in verletzlichen Situationen Schutz brauchen, bestreitet niemand ernsthaft. Vor allem niemand mit meiner Biografie. Wissen verpflichtet. Daher bestreite ich, dass das aktuelle System sie schützt. Woran niemand verdient, wird nicht erforscht, ist simple Förderlogik, die ebenfalls gut untersucht ist. Ioannidis hat 2005 in PLOS Medicine gezeigt, dass finanzielle Interessen Forschungsergebnisse systematisch verzerren. McCartney hat 2011 im BMJ gezeigt, dass Danone eine pseudowissenschaftliche Plattform gegründet hat, um die Zwei-Liter-Empfehlung am Leben zu halten. Das Muster ist belegt. "Systemanklage" ist ein Wort. Für manche ersetzt es das Lesen, oder das Nachdenken, oder beides. Man sollte es nur nicht mit Diagnose verwechseln.
Siebtens. "Zu viel Pathos, zu wenig klinische Evidenz."
Der Text, auf den Sie antworten, ist Teil einer Serie. Allein die bisher veröffentlichten Texte zum Thema zitieren Valtin 2002, Saker et al. 2016, Almond et al. 2005, Ohsumi 2013, Tamura 2019, Levine et al. 2011, Bastani 2017, Papagiannopoulos 2020, Rosner 2019, Hew-Butler 2019, Perschinka 2023, Spasovski 2014, Fallon 2021. Das ist aber nur der veröffentlichte Teil. Wenn Sie über Evidenz reden wollen, reden wir über Evidenz, aber tragen Sie bitte etwas bei, das mehr ist als eine bloße Behauptung.
Befunde zum Beispiel, mit Peer-Review.
Danke für die ausführliche Antwort. Ich glaube, wir reden an einer entscheidenden Stelle aneinander vorbei.
Ich bestreite nicht, dass Autophagie real ist. Ich bestreite auch nicht, dass Fasten beim Menschen starke metabolische Effekte auslöst. Und ich bestreite nicht, dass hyperosmotischer Stress in Zellmodellen Autophagie-Signalwege aktivieren kann.
Mein Punkt ist ein anderer: Aus Mechanismus folgt noch keine klinische Therapie.
Die starke Behauptung ist ja nicht „Fasten ist biologisch interessant“. Die starke Behauptung lautet: Wasserfasten sei kein richtiges Fasten, Trinken stoppe Heilung, Trockenfasten sei therapeutisch bei Krebs, Schizophrenie, Autoimmunerkrankungen und Asthma belastbar belegt, und sogar Wasser-Kontakt stoppe den Mechanismus.
Genau dafür sehe ich weiterhin keine ausreichende Evidenz.
Nikolayev ist dafür aus meiner Sicht kein guter Beleg. In der westlichen Darstellung seiner Moskauer Fasteneinheit tranken die Patienten mindestens einen Liter Wasser pro Tag, nach Bedarf auch mehr. Außerdem gehörten Bäder/Duschen, Einläufe und Massage zum Programm. Das war also gerade kein hartes Trockenfasten. Wenn Wasser und Wasser-Kontakt Autophagie oder therapeutische Wirkung stoppen sollen, kann Nikolayev diese These nicht stützen.
Papagiannopoulos 2020 ist interessant, aber es bleiben zehn gesunde, bereits erfahrene Teilnehmer über fünf Tage. Die Autoren selbst begrenzen die Anwendung auf wenige Tage, fordern medizinische Überwachung und schließen Menschen mit relevanten endokrinen oder renalen Problemen aus. Das ist kein Nachweis für elf, dreizehn oder einundzwanzig Tage und kein Nachweis für Wirksamkeit bei Krebs oder psychiatrischen Erkrankungen.
Ramadan- und Bahá’í-Studien sind ebenfalls interessant, aber sie untersuchen tagesweises Trockenfasten mit Rehydrierung außerhalb des Fastenfensters, meist bei Gesunden. Das ist etwas anderes als prolongiertes Trockenfasten ohne Wasser über viele Tage.
Auch „84 Dissertationen“ sind nicht dasselbe wie moderne, kontrollierte, replizierte klinische Evidenz. Sie können historisch wichtig sein. Aber sie ersetzen keine gut beschriebenen Studiendesigns, keine Kontrollgruppen, keine nachvollziehbaren Endpunkte, keine Replikation und keine Sicherheitsdaten nach heutigen Standards.
Bei Krebs wäre ich besonders vorsichtig. Aktuelle onkologische Ernährungsempfehlungen warnen vor restriktiven Diäten ohne klinische Evidenz und empfehlen Fasten rund um Chemotherapie nicht als Standard, unter anderem wegen Malnutritionsrisiko. Das kann man kritisieren, aber man kann es nicht einfach mit dem Hinweis auf Autophagie übergehen.
Ich nehme Ihre Quellen also ernst. Aber viele davon belegen nicht die These, für die sie eingesetzt werden.
Mechanismus ist nicht Therapie. Marker sind keine Heilung. Überleben ist keine Sicherheit. Historische Praxis ist keine belastbare Wirksamkeit.
Genau das ist mein Einwand.
Danke dass sich überhaupt jemand die Mühe macht dieser pseudowissenschaftlichen Selbstinszenierung entgegenzutreten.
Nikolayev habe ich als Beleg für klinische Fastenpraxis am Menschen zitiert, nicht spezifisch für Trockenfasten. Trockenfasten ist die Beschleunigung dieses bereits bewiesenen Prinzips.
Der Rest Ihres Kommentars dreht sich im Kreis. Sie haben mein Förderlogik-Argument gelesen, zur Kenntnis genommen und dann exakt die Evidenz gefordert, deren Nichtexistenz ich gerade mit Ioannidis und McCartney erklärt habe. Moderne, kontrollierte, replizierte Studien kosten hunderte Millionen; für nicht patentierbare Interventionen existieren sie nicht. Sie wissen das jetzt, und fordern sie trotzdem. Das ist ein Zirkelschluss.
"Mechanismus ist nicht Therapie."
Das ist eine philosophische Position. Für die 8.000 Patienten, die Nikolayev damit aus der Psychose geholt hat, war sie irrelevant. Der Mechanismus ist belegt, die klinischen Ergebnisse sind dokumentiert, bei Nikolayev, bei Filonov, bei Slater, bei mir. Die Sicherheitsdaten existieren. An Evidenz mangelt es nicht, nur am Format, das Sie hier als einzig gültig akzeptieren: das randomisierte kontrollierte Trial, das niemand finanziert, weil niemand daran verdient.
"Bei Krebs wäre ich besonders vorsichtig."
Die onkologischen Ernährungsempfehlungen, die Sie zitieren, stammen von denselben Institutionen, deren Geschäftsmodell auf der Behandlung basiert. Wer das Polemik nennt, hat Ioannidis nicht gelesen. Ich habe ihn namentlich zitiert.
Sie verlangen einen Beweis, dessen Nichtexistenz Sie selbst erklären können, und ziehen daraus den Schluss, dass die Sache nicht belegt sei. Das ist, als würde man die Forschung verhindern und die fehlende Forschung als Beweis anführen.
"Einwand" geht anders.
Ich glaube, der entscheidende Punkt bleibt bestehen.
Förderlogik kann erklären, warum bestimmte Studien fehlen. Aber sie verwandelt fehlende hochwertige Evidenz nicht in vorhandene Evidenz.
Wenn moderne kontrollierte Studien zu einer nicht patentierbaren Intervention schwer zu finanzieren sind, folgt daraus nicht: Dann gelten Anekdoten, historische Klinikberichte und Mechanismen automatisch als Wirksamkeitsbeweis. Es folgt nur: Die Unsicherheit bleibt größer. Und je größer die behauptete therapeutische Wirkung, desto vorsichtiger muss die Sprache werden.
Nikolayev ist dafür ein gutes Beispiel. Wenn Sie ihn als Beleg für klinische Fastenpraxis zitieren: einverstanden. Aber er belegt Wasserfasten, nicht hartes Trockenfasten. In der Darstellung seiner Methode trinken die Patienten mindestens einen Liter Wasser täglich, bei Bedarf mehr. Dusche oder Bad gehören ausdrücklich zum Regime. Das passt schlecht zur These, Wasser oder Wasserkontakt stoppe den therapeutischen Mechanismus.
Die Aussage „Trockenfasten ist die Beschleunigung dieses Prinzips“ ist also genau die neue Behauptung, die separat belegt werden müsste. Wasserfasten plus klinische Beobachtung beweist nicht automatisch Trockenfasten plus Überlegenheit.
Auch „Mechanismus ist nicht Therapie“ ist keine philosophische Spitzfindigkeit. Es ist der Unterschied zwischen biologischer Plausibilität und klinischer Wirksamkeit. Autophagie, Ketose, hyperosmotischer Stress: alles interessant. Aber daraus folgt nicht automatisch ein belastbarer Nutzen bei Krebs, Psychose oder Autoimmunerkrankungen.
Ioannidis spricht übrigens nicht gegen Evidenzstandards, sondern für strengere Vorsicht. Sein Punkt ist gerade, dass kleine, flexible, selektiv berichtete oder interessengeleitete Befunde besonders anfällig für falsche Schlussfolgerungen sind. Dieses Problem verschwindet nicht, wenn die Intervention nicht patentierbar ist.
Und bei Krebs wäre ich weiterhin besonders vorsichtig. Nicht weil Institutionen unfehlbar wären. Sondern weil hier Menschen in sehr verletzlichen Situationen Entscheidungen treffen. Wer sagt, eine Intervention könne hier therapeutisch wirken, sollte mehr liefern als Mechanismus, historische Praxis und Fallberichte.
Ich bestreite nicht, dass Fasten erforscht werden sollte. Ich bestreite auch nicht, dass es interessante Daten gibt.
Ich bestreite die Sicherheit, mit der aus diesen Daten ein Heilsystem formuliert wird.
Danke für den ausführlichen Austausch. Ich meine das ernst: Ich finde es immer besser, wenn man Quellen, Argumente und Widerspruch offen auf den Tisch legt. Gleichzeitig glaube ich, dass wir hier an einem Grundsatzpunkt nicht zusammenkommen.
Sie lesen fehlende hochwertige Evidenz vor allem als Folge eines Systems. Ich lese sie weiterhin als Grund für vorsichtige Sprache.
Deshalb lasse ich es an dieser Stelle stehen.
Nun denn.
Ihre Sätze folgen nicht aus dem, was ich geschrieben habe. Entweder Sie lesen nicht aufmerksam, oder Sie lassen lesen. Ihre Antworten werden von Mal zu Mal glatter und von Mal zu Mal inhaltsleerer. Auf das, was ich schreibe, reagiert keiner dieser Texte. Dieselbe Position in immer neuer Verpackung wiederholen, das können Maschinen. Menschen, die zuhören, entwickeln Gedanken.
Evidenz existiert freilich. Und zum dritten Mal dasselbe Format zu fordern, nachdem ich mit Ioannidis und McCartney erklärt habe, warum dieses Format strukturell verhindert wird, ist die Weigerung, einen Gedanken zu Ende zu denken. Eine Endlosschleife.
8.000 Patienten über Jahrzehnte in einer klinischen Einrichtung. Und Ihr Text schreibt "Anekdoten und historische Klinikberichte". So formuliert kein Mensch, der diese Daten durchdrungen hat. So formuliert eine Suchmaske. Hätte Nikolayev an der Charité statt in Moskau gearbeitet, stünde er im Lehrbuch. Und Sie wissen das.
Dann Ioannidis. Ihr Text besagt, sein Punkt sei strengere Vorsicht bei kleinen Studien. Das Paper heißt "Most Published Research Findings Are False". Das ist der Titel. Und die These lautet, dass das Publikationssystem selbst interessengeleitet ist und systematisch falsche Ergebnisse produziert. Ihr Text beruft sich auf diese Quelle und vertritt das Gegenteil dessen, was sie sagt. Jeder Mensch, der seine Texte selbst schreibt und seine Quellen selbst liest, merkt das sofort. Übersehen kann man den Titel einer Studie, gewiss. Aber umdrehen kann man ihn nur absichtlich.
"Bei Krebs wäre ich besonders vorsichtig, weil Menschen in verletzlichen Situationen Entscheidungen treffen."
Ich bin einer dieser Menschen. Aber da Sie meine Texte nicht lesen, wissen Sie das nicht.
Eine Autoimmunenzephalitis hat mich fast getötet. Das System, das Sie hier verteidigen, hat mich im Stich gelassen. Ich habe nach Auswegen gesucht, weil die Alternative das Sterben war. Ich habe Freunde an dieser Industrie verloren und Menschen, die ich geliebt habe. Ich schreibe, damit andere in derselben Lage die Hilfe finden, die ich mir selbst erkämpfen musste.
Und dann stellen Sie sich als Beschützer der Kranken auf. Sie verteidigen die Industrie, deren Geschäftsmodell auf der Krankheit dieser Menschen basiert. Und Sie halten einem Überlebenden vor, er gefährde Patienten. Dass Ihnen das nicht peinlich ist, ist noch sprechender als Ihre Schleifen-Kommentare.
"Sie lesen fehlende Evidenz als Systemfolge. Ich lese sie als Grund für vorsichtige Sprache."
Kein Mensch formuliert so. Das ist synthetische Symmetrie. Klinisch ausgewogen, semantisch leer, von niemandem gedacht und von niemandem gemeint.
Nochmal: Meine Position erklärt, warum die Evidenz in Ihrem Format nicht existiert, Ihr Kommentartext nimmt das Fehlen zur Kenntnis und weigert sich, nach der Ursache zu fragen. Das ist natürlich die bequemere Position. Denken wäre die andere gewesen, kämpfen auch. Aber beides sind Sie diesem Thread und allen, die still mitlesen, schuldig geblieben.
Harte Kritik nehme ich dankbar an. Von echten Lesern, die eigene Gedanken mitbringen. Drucken Sie sich die Studien aus, lesen Sie sie. Und kommen Sie wieder, wenn Sie etwas zu sagen haben, das nicht aus einer Eingabemaske stammt.
Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie meine Einwände anders einordnen. Inhaltlich habe ich meinen Punkt gemacht und sehe keinen Erkenntnisgewinn darin, ihn noch einmal anders zu formulieren.
Da die Debatte inzwischen auf meine Person und meine Arbeitsweise zielt, steige ich hier aus.
Ich wünsche Ihnen für Ihre Arbeit und Ihre Gesundheit alles Gute.
Darf ich etwas fragen? Mein Freund ist Moslem,der fasten fix nicht trocknen. Er ißt und trinkt tagsüber nichts, schlägt sich aber nachts die wampe voll, also alle Moslems die wir kennen. Was meinen sie, wenn sie hier schreiben, Moslems würden trocknen fasten.
Lg Susanne
Ramadan ist Trockenfasten tagsüber. Kein Essen, kein Wasser, zwölf bis achtzehn Stunden. Das ist die Definition.
Was abends passiert, ist Refeeding. Und ja, wer sich nachts die Wampe vollschlägt, macht den Effekt zunichte. Aber das ist ein Ernährungsproblem, kein Fastenproblem und ganz sicher auch nicht das, was sich der Islam ursprünglich dabei gedacht hat.
Für die Heilungsprozesse, über die ich schreibe, reicht Ramadan nicht. Die setzen erst ab Tag zwei oder drei ein, wenn der Körper vollständig auf metabolisches Wasser umschaltet. Ramadan kratzt an der Oberfläche; mehrtägiges Trockenfasten geht in die Tiefe.
Aber das weißt du wahrscheinlich.
Ich dachte mein erster Kommentar wäre aus Versehen gelöscht. 😁
Ich bin auf jeden Fall glücklich mal so etwas zu hören. Denn ich esse normal und nicht üppig, seit dem 25igsten Lebensjahr aus biologischem Anbau und keine gezuckerten Getränke oder Zucker nur selten oder als Obst.
Und kämpfe heute mit über 70 seit gut 15 Jahren mit Autoimmunerkrankung und Unterfunktion und komme auf keinen grünen Zweig, weil ich von meinen 20 Kilo Übergewicht durch die Beschwerden nicht mehr runterkomme.
Ich war früher immer schlank, ohne mir Gedanken machen zu müssen und konnte alles essen. Ich habe schon immer aus gesundheitlichen Aspekten eine vernünftige Ernährung aus biologischem Anbau bevorzugt, wobei das Bewusstsein damals erst anfing.
Heute weiß ich, daß es auch an dem ständigen Mangel an Vit D3 liegt und seit ein paar Jahren darauf achte meinen Vit D Spiegel bei 100 zu haben. Erst ab 70 i.E. ist man erst richtig aus dem Mangel raus.
Wen das interessiert, kann sich die Videos auf YT von Ralf Blume angucken oder Dr. Raimund von Helden, der seit Jahrzehnten daran geforscht hat und die "Akademie für menschliche Medizin" mit Prof. Dr. Jörg Spitz. Das sind noch wirklich gute Ärzte und Spezialisten, denen es noch um die Gesundheit ihrer Patienten geht und nicht ums Geld. Dort erfahren sie wie man Vit D richtig einnimmt und welche Faktoren sind.
Ich kann mir gut vorstellen, daß sie sich für das Wasserfasten interessieren würden, wenn man ihnen es ihnen vorstellt.
Typisch für unsere westlichen Länder. Alles was nicht von unserer sogenannten 'Wissenschaft ' belegt wird, weil man kein Interesse an der allgemeinen Gesundheit hat, sondern nur am Profit, wird unter den Teppich gekehrt und nur mit Behauptungen diskreditiert.
Wenn man sich nicht selbst um seine Gesundheit kümmert, ist man aufgeschmissen. Ich weiß, daß die Russen in vielen Dingen sehr fortschrittlich und altes Heilwissen haben und auch einsetzen, im Gegensatz bei uns, wo man immer noch versucht, es zu unterdrücken.
Es ist himmelschreiend, was hier mit unserer Gesundheit betrieben wird, nämlich nichts.
Daß sie immer noch nicht die alternative echte Medizin verboten haben, woran sie schon seit langem dran sind, aber irgendwie doch nicht schaffen, wundert mich. Auf der anderen Seite muß man es ja zum großen Teil aus eigener Tasche bezahlen und insofern wird es geduldet.
Wer heilt, hat recht, hat immer noch eine gewisse Gültigkeit.
Die Pharmaindustrie heilt nicht, sie behandelt nur und formuliert das auch so. Als ich d e n Satz gehört habe, war mir alles klar und für mich für alle Zeiten erledigt.
Ich finde das mal wieder typisch. Wenn etwas nicht patentiert oder von der sogenannten 'Wissenschaft' in unserer vom Staat finanzierten Wissenschaft bestätigt wird, weil es nämlich einen Haufen Geld kostet und keinen Nutzen für bestimmte Konzerne und Institutionen hat, wird es nicht akzeptiert. Typisch für Deutschland bzw. BRiD, wenn es nämlich keinen Profit für die Konzerne und Gesundheitsindustrie bringt, wird es abgebügelt und unter den Teppich gekehrt. Wie alles, was kein Profit bringt und unsere Gesundheit guttun würde. Das hört zum Glück bald auf.
Ich arbeite dran.
Vielen Dank für diese Informationsdichte. Wo finde ich die beste Anleitung, dies zu tun? So als Anfänger?
Ich habe bisher nur Wasserfasten gemacht. Allerdings habe ich davor schon ketogen gegessen, so daß ich vorab durch die "Grippe" ging, bevor das eigentliche Fasten begann.
Benutzt du dann auch Glaubersalz o. ä. zu Beginn?
Danke.
Ich schreibe gerade ein Buch über Trockenfasten. Auf Deutsch gibt es aktuell nichts Brauchbares. Was ich empfehlen kann, ist Starving to Heal in Siberia von Michelle Slater. Über ihren Fall habe ich hier geschrieben: https://kokos-und-zitrone.de/p/chirurgie-ohne-skalpell
Zum Glaubersalz: Nein. Während des Trockenfastens wird nichts supplementiert. Kein Salz, kein Wasser, kein Einlauf, gar nichts.
Einen Tag vor dem Trockenfasten nehme ich manchmal liposomales Sulforaphan. Das kann ich empfehlen.
Liebe Grüße
Noch eine Frage: die Aurophagie der beschädigten Mitochondrien, wie lange muss man dafür “trocken" bleiben?
Du meinst Mitophagie, also die Autophagie der beschädigten Mitochondrien.
Beim (harten) Trockenfasten beginnt die Autophagie ab der ersten azidotischen Krise, setzt also um Tag drei ein.
Die chaperon-vermittelte Autophagie sucht dann gezielt beschädigte Mitochondrien, also genau die, die freie Radikale produzieren und das Zellinnere vergiften. Dein Körper räumt sich auf.
Für den tiefen therapeutischen Effekt brauchst du aber die zweite azidotische Krise, wie sie z.B. bei Michelle Slater dokumentiert ist. Sie setzt um Tag neun bis elf ein und endet spätestens an Tag dreizehn. Deswegen empfiehlt Filonov neun Tage als Minimum für ernsthafte Heilprozesse. Ich brauchte länger.
Aber auch drei bis fünf Tage Trockenfasten aktivieren die Mitophagie. Kommt drauf an, wovon du dich heilen möchtest. Slater hatte sich mit elf Tagen von einer offiziell unheilbaren Erkrankung befreit. Ich heile mich damit von einer Autoimmunerkrankung.
Wiso und wofür nehmen Sie liposomales Silforaphan?
Sulforaphan ist der stärkste natürliche Aktivator des Nrf2-Signalwegs, und das ist der zentrale Schalter für körpereigene Entgiftung und Zellschutz. Wenn ich es einen Tag vorher einnehme, verstärkt es die antioxidative Abwehr, die Autophagie-Maschine und die Entzündungshemmung. Der Körper startet dann nicht einfach so kalt ins Trockenfasten, sondern ist sozusagen schon vorbereitet.
Liposomal, weil die Bioverfügbarkeit von Sulforaphan sonst miserabel ist.
Dankeschön.
Würden Sie Lesungen halten?
Z.B in der FU?
Oder Urania? Mit anderen Autoren oder lieber alleine?
Mit besten Grüßen und Wünschen.
Meine Mail-Adresse ist Ra.Schurbohm14@posteo.com
PS: Sind Sie im Penclub?
Und in der Künstlersozialkasse?
Es macht Sie in diesen ominösen Clubs hoffentlich nicht satuiert. Die Gefahr besteht ja leider.
Eine Lesung mit Wondrack zusammen? Im Rudolf Steiner Haus organisiert vom Kultur Kreis Pankow. Könnte ich mir gut vorstellen.
Oder auch mit Ute Scheub, sie ist sehr aktiv und wohnt hier in der Nachbarschaft.
Danke für diesen starken Artikel und überhaupt : Ich lese erst seit kurzem bei dir, doch Du bist einfach Mega und viel mehr noch. Herzlichen Dank
Vielen Dank. Gebe mir Mühe.
Ich finde es einfach hervorragend, daß du uns das vorgestellt hast und werde mich gleich mal schlau machen oder hast du einen Tip für Literatur.
Mein nächstes Buch geht um Trockenfasten. Im deutschsprachigen Bereich gibt es dazu noch keinen fundierten Überblick. Ich werde es hier vorstellen, sobald es erscheint. International empfehle ich Slaters Buch “Starving to Heal in Siberia”.
Danke!
Der Text vermischt echte physiologische Prozesse (wie Ketose und Autophagie, die tatsächlich beim Fasten stattfinden) mit extrem riskanten Behauptungen. Die Annahme, der Mensch könne über viele Tage ohne Wasser auskommen, ohne zu dehydrieren, oder dass absolute Flüssigkeitskarenz Krebs heilt, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Ein tagelanger Verzicht auf Wasser ist lebensgefährlich und kann in kurzer Zeit zu akutem Nierenversagen, Bluteindickung und Kreislaufkollaps führen.
Dehydrierung. Nierenversagen. Bluteindickung. Kreislaufkollaps. Die vier Reiter der Ahnungslosigkeit. In exakt dieser Reihenfolge betet sie jeder auf, der nie eine einzige Primärquelle geöffnet hat.
Ich habe jeden dieser Mythen mit Studien, Quellen, Fußnotenapparat richtiggestellt. Die Forschungstradition reicht hundert Jahre zurück. Zehntausende dokumentierte Fälle. Staatlich zugelassen in Russland. An der Charité nicht bestritten. In Griechenland nach strengsten Standards beforscht.
Meine eigene Erfahrung über anderthalb Jahrzehnte. Slaters elfeinhalb Tage. Shchennikov einundzwanzig. Filonovs Zehntausende. Wir sind alle noch da. Keiner dehydriert. Keine Niere versagt. Kein Kreislauf kollabiert.
“Wissenschaftlich nicht haltbar” schreiben Sie unter einen Text mit Quellenapparat. Ihr Kommentar hat keinen. Nicht eine Quelle. Kein Paper. Nicht eine DOI. Nur Schlagwörter, die Sie irgendwo aufgeschnappt haben und die Sie für Wissenschaft halten.
Was Sie hier machen, ist Desinformation unter dem Deckmantel von Sorge. Kranke Menschen lesen das. Menschen, denen Trockenfasten helfen könnte, lesen Ihren Kommentar und denken: Lieber nicht. Weil ein Fremder ohne eine einzige Quelle “lebensgefährlich” in meine Kommentarsektion schreibt.
Lesen Sie. Samt Fußnoten. Und dann die Studien. Oder lassen Sie es. Aber hören Sie auf, Angst zu verbreiten, die auf nichts basiert als auf Ihrer eigenen, für alle sichtbaren Unwissenheit.
Trockenfasten auch als Untergewichtige?
Absolut!
Trockenfasten ist Heilung. Übergewicht ist Neuroinflammation. Autophagie räumt auf, was kaputt ist. Dass die meisten wegen Übergewicht zum Trockenfasten kommen, sagt wahrscheinlich weniger über die Methode als über die Welt, in der du lebst.
"Daten haben keine Nationalität."
Und Korruption und Ignoranz auch nicht. Ständig auf die scheinbar besondere Ignoranz und vorurteilsbehaftete Haltung der Deutschen abzustellen schadet einem sonst sehr guten Artikel nur. Oder ist diese Heilmethode im englischsprachigen Kulturraum die präferierte, weil das Pharmakartell dort nicht existiert? Wohl nicht.
Ich finde ihre Schriften wichtig und lehrreich.
Kann ich Sie promoten ? So gut ich kann?
Sind Sie bei der Frankfurter Buchmesse!?
Gibt es bereits Filme und Sendungen mit Ihnen?
Könnte ich mit Ihnen einmal ein Gespräch führen oder ein Interview machen?
Alles Gute und Liebe
Es gibt traditionell keine 'Kultur', die dry fastet.
Optimierung ist alles.
Danke - habe verstanden, nur die Harten kommen in den Garten. Parasiten wird man am 30. Tag dry fast los .. unglaublich.
😄 Für alle Mitleser: Bitte keine 30 Tage trockenfasten. Der dokumentierte Rekord liegt bei Shchennikov mit 21 Tagen. Filonov empfiehlt 9 bis 11 Tage für die zweite azidotische Krise. Ich habe 13 gemacht. Das reicht.
Mh. Man könnte schon daran verdienen. Es gibt eine große Serie an Forschung zum Saft- und Wasserfasten von den Buchinger Wilhelmi Kliniken. Diese sprechen sich gg. Trockenfasten aus - ohne es versucht zu haben (denke ich). Schade.
Von Filonov haben wir Notizen zu seinen Erfahrungen mit den Behandlungen.
Buchinger verdient am Saft. Dass sie sich gegen die einzige Fastenform aussprechen, die keine Klinik braucht, ist vermutlich Zufall.
Kokolores. Alle Fastenkliniken verdienen doppelt: unterbringen gg Entgeld ohne Essenskosten bis auf etwas Zitrone frischgepresst bei ständiger ärztl. Überwachung (ruhige Arbeit).
Ein ganz hervorragendes Geschäftsmodell - Trockenfasten wäre noch billiger.
Genau. So billig, dass es sich nicht lohnt, es anzubieten. Deshalb gibt es keine Klinik dafür. Deshalb keine Forschungsgelder. Deshalb kein RCT. Du hast gerade meinen Punkt gemacht. 👍
Billig ist das nicht, Majorka Preise - Pharma Gier wird so günstig natürlich nicht bedient.
Buchingers hätten forschen können, wer will aber verklagt sein??
Genau die richtige Frage. Und genau der Grund, warum ich mein nächstes Buch trotzdem veröffentliche.
Ich kann nichts, was ich nicht selbst untersucht habe, kritisieren oder widerlegen.
Nur ein Gedanke wäre schon möglich: wie kann man den Erfolg bei Dr. F. nun unterscheiden vom Erfolg Wasserfasten (der ist ja in dry fast integriert) ? Quasi: wie genau findet man den zusätzlich sehr positiven Effekt heraus?
Da müsste man doch zumindest 2 Gruppen randomisiert und nach Erkrankungen zugeordnet prüfen, oder nicht?
Filonov hat beides praktiziert, Wasserfasten und Trockenfasten, an Zehntausenden Patienten über Jahrzehnte. Sein Befund ist, dass Trockenfasten bei vergleichbaren Erkrankungen schneller und tiefgreifender war. Das sind systematische Vergleichsdaten, keine Anekdoten. Sie passen zu meinen eigenen Erfahrungen und denen vieler anderer, aber es sind keine Anekdoten.
Und physiologisch Sinn ergibt das; beim Wasserfasten bleibt die Verdauung sozusagen auf Sparflamme. Beim Trockenfasten schaltet sie komplett ab. Der Körper erzeugt metabolisches Wasser direkt an der Zelle, die Autophagie läuft über zwei Signalwege statt einen. Das sind verschiedene physiologische Zustände (keine Varianten).
Ob ein RCT das belegen sollte: Ja natürlich sollte er das. Aber ob eines existiert: Nein. Natürlich nein. Warum auch? An Trockenfasten verdient niemand. Also finanziert es niemand. Daraus zu schließen, die Sache sei unbelegt, ist der Zirkelschluss, den ich mit Ioannidis im Text komplett auseinander genommen habe.
13 Tage Trockenfasten ohne Flüssigkeitszufuhr in der Nacht?
Ja. Dreizehn Tage ohne Flüssigkeitszufuhr, Tag und Nacht, und ohne äußeren Kontakt mit Wasser. So macht man das seit zweieinhalbtausend Jahren. Seit knapp hundert Jahren gibt es dazu eine klinische Forschungstradition mit Zehntausenden dokumentierten Fällen. Professorin Michelle B. Slater aus den USA war selbst schwerkrank und heilte sich durch elfeinhalb Tage Trockenfasten. Ihr Buch heißt “Starving to Heal in Siberia”. Ihren Fall habe ich hier beschrieben: https://kokos-und-zitrone.de/p/chirurgie-ohne-skalpell
Ich bin fast krepiert an der verbreiteten Gehirnwäsche über Wasserzufuhr (https://kokos-und-zitrone.de/p/die-teuerste-art-sich-umzubringen) und ich werde nicht aufhören, bis der Mythos zerstört ist.
Ja, laut sämtlichen klinischen Angaben sei man nach 5 Tagen verstorben.
Sämtliche klinische Angaben.
Dann stehe ich vor einem Problem, denn laut sämtlichen klinischen Angaben bin ich seit acht Tagen tot. Slater seit neun Jahren. Und Filonovs Zehntausende Patienten sind offenbar ein Massengrab, von dem noch niemand gehört hat.
Quellen für deine "sämtlichen klinischen Angaben" nehme ich dankend entgegen.
Meine stehen im Text.
Gratuliere!
Ach so, alles, was ich googeln konnte - Ärzteblatt, AI usw. unisono. Keine Gegenmeinungen zur Dehydrierung.
Ich dachte daher, nächtl. Trinken sei gemeint gewesen, die Ramadan Variante.
Das ist also nicht ausreichend?
Und wie ist deine Ansicht zum Trockenfasten bei bereits durchgeführter Chemo, was ja eben u.a. die Nieren schon schädigt?
Ärzteblatt und AI sind exakt das Problem. Beide wiederholen den Konsens. Der Konsens ist der Mythos. Deshalb habe ich die Primärquellen verlinkt, nicht Google-Ergebnisse. Ich habe in meinen Texten über KI bereits angesprochen, dass diese Sprachmodelle, hätte es sie im Mittelalter gegeben, auch den Hexenhammer wiederholt hätten. AI hat die Mehrheit, nicht die Wahrheit.
Ramadan-Variante ist intermittierendes Trockenfasten, also jeden Abend brechen. Das ist etwas anderes. Die tiefgreifenden Heilungsprozesse setzen erst ab Tag drei ein, wenn der Körper auf metabolisches Wasser umschaltet. Ramadan kratzt an der Oberfläche. Mehrtägiges Trockenfasten geht in die Tiefe.
Zur Chemo-Frage: Chemo schädigt Nieren, Leber, Darm, Immunsystem. Trockenfasten aktiviert Autophagie, die genau diese Gewebe repariert. Filonov hat auch Krebspatienten betreut. Slater hatte ebenfalls schwere Vorschädigungen. In meinem nächsten Buch, das im Juli erscheint, gehe ich darauf ein.
Es gibt Grenzen beim Trockenfasten, sagt Filonov. Wer beispielsweise eine kaputte Leber hat, sollte es nicht tun. Er sagt auch, dass leider oft Leute erst nach einer Chemo kommen, wenn schon zuviel kaputt ist.
Wenn jemand schon eine Chemo hatte und es trotzdem angehen will, sollte er - so denke ich - das nur bei einem erfahrenen Fastenarzt tun.
Ich glaube, hier erwähnt er das: https://www.youtube.com/watch?v=ygVMTAp9JBs
Durchaus wichtiger Hinweis. Das von dir verlinkte Video kenne ich gut. Filonov benennt diese Grenze. Was ich ergänzen muss: "zu viel kaputt" ist eine Einschätzung. Man darf Menschen nicht vorschnell abtun. Selbstheilung ist auch nach Chemo möglich, aber der Weg dorthin braucht Begleitung und Erfahrung.
Vielen Dank für diesen Einblick in eine "Welt" die mir bislang verborgen blieb. Ich bin da wie ein Fisch, der nicht glauben kann, dass es Noch etwas oberhalb des Wasserspiegel geben soll.
Ich besorge mir DMSO. Und ich werde nun das 100%ige Fasten an 9 Tagen durchführen. Wasserfasten (am Jahresanfang) über 10 Tage ist mir sehr gut bekommen, sowohl körperlich als auch mental.
Was ist mit Kopfschmerzen und Verstopfung. Ich habe mit beiden Dingen eigentlich kein Probleme mehr seit ich darauf achte, viel Wasser zu trinken. Aber ich erinnere die Attacken, die ich früher bei zu wenig Wasser hatte. Soll ich das einfach übergehen?
Grüße
JoeMac
Schönes Bild mit dem Fisch.
Zum DMSO: Vorsicht bitte. DMSO ist ein Carrier, ein Transportmittel. Es bringt alles tief in die Zelle, was gerade im Körper ist. Das heißt wenn du gesunde Substanzen nimmst, verstärkt es deren Wirkung. Wenn du Koffein trinkst, Alkohol, Nikotin oder irgendetwas anderes Toxisches, bringt DMSO das ebenfalls tief in die Zelle. Das kann gefährlich werden. Informier dich gründlich, bevor du es einnimmst. Im Text erwähne ich DMSO nur in einem Absatz und einer Fußnote, weil es ein eigenes Thema ist.
Zum Trockenfasten: Neun Tage als Einstieg wird nicht funktionieren. Niemand schafft das beim ersten Mal, und das ist auch nicht nötig. Fang mit einem Tag an. Dann zwei Tage Pause. Dann zwei Tage, vier Tage Pause. Dann drei Tage, sechs Tage Pause. Die Pause ist immer doppelt so lang wie das Fasten. Der Körper muss lernen. Das ist ein Prozess.
Genauso wichtig wie das Fasten selbst ist das Fastenbrechen. Nach dem Trockenfasten saugt der Körper nämlich alles auf wie ein Schwamm. Wenn du dann das Falsche isst oder trinkst, z.B. etwas Salziges, oder zur falschen Zeit brichst, schadest du dir. Das Refeeding-Protokoll ist essenziell. Falsch brechen ist schlimmer als gar nicht fasten.
Zu den Kopfschmerzen: Die kommen in den ersten ein bis drei Tagen, weil der Körper die Glykogenspeicher leert und noch nicht auf Ketone umgestellt hat. Das ist kein Warnsignal, sondern zeigt nur, wie nötig du es hast. Und dass du sagst, sie verschwinden, wenn du “viel Wasser” trinkst, heißt, dass du das Symptom unterdrückt hast. Dazu steht mehr hier: https://kokos-und-zitrone.de/p/die-teuerste-art-sich-umzubringen
Verstopfung beim Trockenfasten kenne ich nicht, weder bei mir noch aus der Literatur. Der Körper produziert eigenes metabolisches Wasser, das System läuft. Wenn du außerhalb des Fastens Verstopfung hast, deutet das auf einen gestörten Stoffwechsel hin. Genau den repariert das Fasten. Aber eben schrittweise.
Lies den Slater-Text, da wird das Protokoll konkret: https://kokos-und-zitrone.de/p/chirurgie-ohne-skalpell. In meinem Buch wird ein ausführliches Tageprotokoll meines 13-tägigen Trockenfastens stehen, Tag für Tag, mit den physiologischen Hintergründen. Bis dahin: langsam anfangen. Zwei, drei, vier Tage sind bereits extrem kraftvoll.
Halt mich gerne auf dem Laufenden. Liebe Grüße.
Danke für den Artikel!
Ich habe Jahrzehnte Erfahrung mit Wasserfasten. Bin jetzt bereit, das Trockenfasten auszuprobieren. Da ich VIEL Fett mit mir herumschleppe (trotz täglichem intermittierendem Fasten, moderater Kohlenhydratzufuhr und viel Ballaststoffen etc.), mache ich mir ein wenig Sorgen, dass sehr viel Gift aus dem Gewebe freigesetzt wird, das vielleicht doch nicht alles "vor Ort" direkt verbrannt werden kann. Ich bin jemand, der seit Jahrzehnten mit 1,5 Litern am Tag gut klarkommt, aber bei weniger Flüssigkeit schnell Kopfschmerzen entwickelt.
Gibt es eine Möglichkeit, die Ausleitung der Abfallstoffe zu unterstützen? Trinken/Ausschwemmen ist ja nicht ...
Die Anleitung werde ich versuchen, Dein Buch ist ja leider noch nicht raus und ich kann kein Russisch.
Ich hatte selbst über vierzig Kilo Übergewicht. Ich wiege heute weniger als die Hälfte von dem, was ich mal gewogen habe. Das Thema kenne ich nicht nur aus der Forschung.
Giften im Fettgewebe: Die Sorge ist berechtigt beim Wasserfasten. Beim Trockenfasten nicht. Beim Wasserfasten werden Toxine aus dem Fettgewebe freigesetzt und zirkulieren im Blut. Es findet eine Rückvergiftung statt. Beim Trockenfasten passiert das nicht. Der Körper erzeugt metabolisches Wasser direkt an der Zelle, und die Toxine werden vor Ort verbrannt, nicht umverteilt. Wenn du Wasserfasten überlebt hast, wird Trockenfasten leichter. Das sagen praktisch alle Erfahrungsberichte, und die Physiologie erklärt warum: Verdauung schaltet komplett ab. Keine Rückvergiftung, kein Elektrolyt-Chaos, keine Umverteilung von Giften. Gerade bei, sagen wir mal, überviel "Schwabbelfett" ist Trockenfasten also die Fastenform der Wahl.
Du brauchst auch keine zusätzlichen Mittel, um Abfallstoffe auszuleiten. Keine Supplemente, keine Nahrungsergänzungsmittel, keine Einläufe, gar nichts. Klar ist das dumm für all die Leute, die an dir Geld verdienen wollen, aber die Wahrheit ist: du brauchst nichts sonst. Nicht einmal DMSO (das ja absolut hervorragend ist). Trockenfasten heißt: alles weglassen. Auch Wasserkontakt. Kein Duschen, kein Händewaschen. Das nennt man "hartes" Trockenfasten. Die Haut darf nicht mit Wasser in Berührung kommen. Denn wenn sie es tut, interpretiert dein Gehirn das als Wasserzufuhr und fährt die Verdauung hoch. Das kostet nur Zeit. Die Autophagie läuft beim Trockenfasten über zwei Signalwege gleichzeitig und braucht keine Unterstützung von außen.
Kopfschmerzen: Kenne ich gut. Die kommen in den ersten ein bis drei Tagen, weil der Körper die Glykogenspeicher leert und noch nicht auf Ketone umgestellt hat. Bei mir waren es sogar vier Tage, also länger als bei den meisten. Das sagt sozusagen, wie lange dein Körper chronisch unter falschen Bedingungen gelaufen ist. Ignorieren einfach; es geht vorbei. Blöde Kopfschmerzen.
Und zu den anderthalb Litern am Tag: Isoliertes Flaschen- oder Leitungswasser fördert Entzündungsprozesse im Körper und bringt den Elektrolythaushalt durcheinander. Ich habe darüber geschrieben: https://kokos-und-zitrone.de/p/die-teuerste-art-sich-umzubringen — Flüssigkeit besser aus ganzen Früchten aufnehmen. Cherrytomaten bestehen zu über neunzig Prozent aus Wasser, Gurken auch. Der Körper braucht Wasser in seiner organischen Matrix, mit den Mineralien und Vitaminen, die er zur Verarbeitung braucht. Wenn man gehirngewaschen ist von der DGE (was du natürlich nicht bist), ist das ungewohnt zu hören, ist aber simple Biologie.
Noch etwas, das selten jemand sagt: Bei starkem Übergewicht reicht das Blutvolumen nicht aus, um das gesamte Gewebe ausreichend zu durchbluten. Auch das Gehirn wird geringer durchblutet. Die kognitive Leistung sinkt messbar. Mit jedem Kilo, das du verlierst, wirst du nicht nur beweglicher, sondern auch klarer im Denken. Das ist Forschungslage und meine eigene Lebenserfahrung. Stell dich darauf ein, dass du dich mit jedem Trockenfastenzyklus nicht nur leichter fühlst, sondern auch wacher und klarer. Wenn du das durchziehst, wird 2026 ein besonderes Jahr für dich. Versprochen.
Fang mit einem oder zwei Tagen an. Dann doppelt so lange Pause. Dann steigern. Und das Refeeding nach dem Fastenbrechen ist mindestens so wichtig wie das Fasten selbst. In meinem nächsten Buch kommt ein vollständiges Tagesprotokoll meines 13-tägigen Trockenfastens. Es erscheint voraussichtlich im Juli. Bis dahin stehen die Grundlagen in meinen Texten hier.
Danke für die Antwort. Ich habe spontan (so bin ich, experimentierfreudig) beschlossen, ab heute abend 1 Tag trockenzufasten. Nix essen ist kein Problem für mich, vor dem Durst hab ich etwas Angst. Blöd ist ja bisschen, dass man sich die Zeit nicht mit Putzen oder Gärtnern vertreiben kann, wegen Kontakt mit Wasser. Aber einen Tag krieg ich hin. Hm, ich flitze noch schnell zum Kaninchen, für das ich Urlaubsbetreuung mache, um sein Wasser aufzufüllen. An was man so alles denken muss, wenn man keine Flüssigkeit anrühren darf ... Das heute gebackene Buchweizenbrot muss ich dann halt einfrieren.
40 Kilo hab ich schon zweimal in meinem Leben abgenommen. Die derzeitigen vielen Kilos resultieren aus 10 Jahren Unbeweglichkeit wegen starker Schmerzen (und einer höchst effizienten Futterverwertung, da wird leider keine einzige Kalorie verschwendet).
Ziel ist eigentlich nicht mal primär der Gewichtsverlust, sondern vor allem die Reduktion meiner Gelenkschmerzen. Wenn die mal weniger sind (die gehen nicht mehr ganz weg), dann kann ich mich wieder bewegen und damit dann hoffentlich auch Gewicht verlieren. Mal wieder.
PS: Tomaten und Gurken - jedenfalls aus gesundheitlich sinnvollem Anbau - kann ich mir leider nicht leisten ... Ich baue Radieschen (fürs Blattgrün) und Mangold an. Mehr Anbaufläche hab ich leider nicht.
Ein Tag für den Anfang.
Den Durst wirst du überleben. Das Verlangen nach Wasser ist in 24 Stunden rein psychisch. Dein Körper hat genug Reserven, um metabolisches Wasser zu erzeugen. Danach morgens um 5 Uhr langsam warmes Wasser trinken, kleine Schlucke.
Kaninchen versorgen ist kein Problem. Kurzer Wasserkontakt beim Auffüllen bricht kein Fasten. Hartes Trockenfasten heißt: kein Duschen, kein Baden, kein Händewaschen als "Ritual". Dem Kaninchen mal schnell Wasser geben zählt nicht. Sei vorsichtig, aber keine Angst.
Gelenkschmerzen: Riesiges Thema. Ich habe Osteopenie. Und das ist das Terrain, auf dem Trockenfasten am stärksten arbeitet. Gelenkschmerzen sind Entzündung. Zehn Jahre Schmerzen, zehn Jahre Unbeweglichkeit, zehn Jahre Gewichtszunahme. Trockenfasten bricht den bescheuerten Kreislauf. Nicht das Gewicht, sondern die Entzündung ist das Ziel. Wenn die runtergeht, geht der Schmerz runter. Wenn der Schmerz runtergeht, bewegst du dich wieder. Wenn du dich bewegst, geht das Gewicht weg. Diese Reihenfolge.
Und Mangold und Radieschenblattgrün sind gut. Besser als Supermarkt-Gurken. Ich habe das nur pars pro toto angeführt. Was du selbst anbaust, hat mehr Nährstoffe als alles, was drei Tage im Kühlregal lag. Arbeite mit dem, was du hast. Das reicht.
Trockenfasten bedeutet nichts essen, nichts trinken, kein Kontakt mit Wasser. Auch kein Duschen, kein Zähneputzen. Sobald der Körper Wasser wahrnimmt, stoppt er die Autophagie und die Produktion metabolischen Wassers. Das ist der ganze Mechanismus.
Dass man nach drei Tagen ohne Wasser stirbt, ist der hartnäckigste Mythos der Gegenwart. Ich habe anderthalb Wochen trockengefastet. Es gibt 84 Studien dazu im slawischen Raum. Filonov begleitet Patienten seit Jahrzehnten bis zu elf Tage. Bitte hör auf, diese Behauptung zu reproduzieren, bevor du dich damit beschäftigt hast. Hier steht, warum sie falsch ist: https://kokos-und-zitrone.de/p/die-teuerste-art-sich-umzubringen
Und hier ein konkreter Fall, der zeigt, wie Trockenfasten in der Praxis aussieht: https://kokos-und-zitrone.de/p/chirurgie-ohne-skalpell
👍