Vor 30 Jahren, in der Nachrichtenagentur, war ich auf Koffein - anderthalb bis zwei Liter pro Nachmittag war meine Dosis. Damit versorgte uns die Geschäftsleitung kostenlos, eine moderne Kaffeemaschine stand in der Redaktionsküche, auf Knopfdruck gab es jede erdenkliche Variante. Als ich meinen Job geschmissen habe, fing der Entzug an. Hätte nie gedacht, dass Koffein so süchtig machen kann. Irgendwann ging es ohne. Heute ist ein Espresso Medizin gegen aufziehende Migräne, aber er hilft nur dann, wenn ich sonst keinen Kaffee mehr trinke. Aus zwei Litern pro Tag sind mittlerweile zwei Liter im Jahr geworden. Und das ist gut so. Aber zu dieser Erkenntnis muss wohl jeder selbst kommen, das ist wie bei jeder Sucht.
Danke für die gründliche Auseinandersetzung. Morgen beginnt der Tag mit einer schönen Tasse Tee, den ich mir im Jahr 2025 selber gepflückt und getrocknet habe. Ich freue mich schon auf die Brennnessel- Himbeerblätter- Rosenblättermischung.
Manchmal braucht es wieder einen Anstupser sinnvoll zu handeln.
Sie will uns den Kaffee wegnehmen! Sie ist eine Hexe! Verbrennt sie! Attackkeeeeeeee...
PS: Ich kann tatsächlich kaum in Worte fassen, wie viel besser es mir geht und wie konsistenter mein Energiehaushalt ist, seitdem ich mein Kaffee am Morgen durch Matcha ersetzt habe!
Ui. Da hätte ich auch danebengehaut.. danke für den Artikel- und - sorry- trotzdem 2 Fragen: 1) Ich dachte immer , dass Coffein im Cerebellum die Blutgefäße, im Gegensatz zum restlichen Körper, erweitert, weshalb man es bei pochenden Kopfschmerzen als Analgetikum einsetzt. Liege ich da offensichtlich falsch? Mich wunderte immer, wieso die Rezeptoren da anders „gepolt“ sind..
2) wie ist das mit dem Amyloid? Es gibt Berichte, dass das nicht die Ursache, sondern eher eine Folge von Alzheimer sein könnte! Gibt es dazu wissenschaftliche Forschungen? Vermutlich hätten Sie es auch anders geschrieben, weshalb diese Frage nur ein Zeitraub sein wird.. sry dafür
Nochmals danke für den Artikel, der mich wirklich zwingt meine Unmengen an Kaffee, überdurchschnittliche Müdigkeit, Schlaf max 2,5 h… wie Sie es eben beschrieben haben!!… ernsthaft zu überdenken!
Danke für die Offenheit und deine präzisen Fragen.
Erstens. Koffein und Blutgefäße im Gehirn:
Richtig fast, nur eben andersherum. Koffein verengt die Blutgefäße im Gehirn. Es ist ein zerebraler Vasokonstriktor. Deshalb hilft es bei (bestimmten) Kopfschmerzen. Migräne und vaskuläre Kopfschmerzen entstehen oft durch Gefäßerweiterung, und Koffein wirkt dem entgegen. Deshalb steckt es in Thomapyrin und ähnlichen Kombipräparaten.
Aber hier beginnt das Problem. Koffeinentzug verursacht Kopfschmerzen, weil die Vasokonstriktion wegfällt und die Gefäße sich rebound-artig weiten. "Kopfschmerzen, die Kaffee heilt", sind i.d.R. Entzugskopfschmerzen. Der Kaffee löst ein Problem, das er selbst erzeugt hat. Entzugsumkehr, die als Wirkung verkleidet ist.
Zweitens. Amyloid als Ursache oder Folge:
Es gibt tatsächlich Stimmen, die Amyloid-Beta eher als Biomarker sehen, nicht als einzige Ursache. Ungeachtet der Frage, wie seriös diese Studien sind, ist das für die schädliche Wirkung von Kaffee aber unerheblich, weil das glymphatische System nicht nur Amyloid-Beta wegräumt, sondern auch Tau und andere neurotoxische Stoffwechselprodukte.
Wenn Koffein den Tiefschlaf behindert, und das bestreitet niemand ernsthaft, und damit die glymphatische Clearance beeinträchtigt, staut sich der gesamte metabolische Abfall. Der Müll bleibt liegen. Und ein Gehirn, das seinen Müll nicht wegräumt, wird krank. Über welchen Pfad genau, darüber können wir diskutieren. Die Frage wäre nur, warum.
Um weiter Kaffee zu trinken? Weil einem die Forschungslage nicht in den Kram passt? Ich kann den Impuls verstehen, da ich selbst süchtig nach Kaffee war. Aber es ist dann eben keine Wissenschaft, sondern Dafürhalten.
Zum Schlaf: Zweieinhalb Stunden Schlaf ist kein Problem, sondern ein Notfall. Die Reparaturmechanismen des Körpers stehen praktisch auf Null. Bitte nehmen Sie das ernst.
Ich schlafe seit Jahren fragmentiert, soll heißen ich schlafe zwar gut ein aber werde nach 5 Stunden munter, muss meistens aufstehen, und schlafe dann anderenorts nach unterschiedlich langer Zeit meist noch ein bis zwei Stunden weiter. Und das gut Einschlafen möchte ich auch etwas relativieren, seit Jahren brauche ich dafür nämlich immer eine kleine Geräuschkulisse die ich mir bis vor kurzem vom Handy geholt habe, jetzt aber auf einen kleinen Helfer namens Dreamegg der braunes Rauschen generiert umgestiegen bin. Nach Lesen dieses Artikels werde ich mir die Kaffeesucht abgewöhnen, über eure Erfahrungen und Tipps bei der Entwöhnung bin ich dankbar.
Suchtverteidigung ist ein schönes Wort. Meiner Erfahrung nach kann man sich damit sehr schnell Feinde machen. Ich neige leider dazu auch oft Menschen auf eine überhebliche Art und Weise darin aufklären zu wollen dass eine Unterscheidung wie sie in der Öffentlichkeit oft oder fast immer angewendet wird eine komplette Gehirnwäsche Floskel ist. Haben sie Alkohol oder Drogen konsumiert? Wer diese Frage mit Nein beantwortet, lügt. Wenn ich das sage gucken mich die Leute verwirrt an. Wenn ich dann Gegenfragen Stelle, bin ich augenblicklich der Feind in der Gruppe. Heute schon Kaffee mit Zucker getrunken? Eine Zigarette geraucht? Ibuprofen gegen die Schmerzen genommen? ... Und so weiter und so fort ich könnte das jetzt verlängern aber meistens versuche ich die Leute darauf hinzuweisen dass das alles Substanzen sind. Und Substanzen haben unterschiedliche Effekte auf den Körper. Drogen heißt ursprünglich eigentlich nur getrocknete Substanzen also Früchte Blätter oder auch Gewürze. Deswegen ist jeder Rossmann ja auch eine Drogerie. Berauschende Pflanzen sind teilweise illegal und teilweise halt sehr populär akzeptiert und bringen unseren Staat und der weltgemeinschaft sehr viel Geld und sehr viel Leid sehr viel Freude und sehr viel Ärger ein. Da könnte ich jetzt auch wieder mit unzähligen Beispielen anfangen aber ich denke wenn man ein bisschen drüber nachdenkt fällt jedem etwas dazu ein. Das Alkohol jedoch teilweise so die Mutti sagt nein demonisiert wird gleichzeitig aber auch monetarisiert als Sponsor für sportveranstaltung oder jedem Film der so ziemlich über sechs Jahre freigegeben ist, ist schlecht weg Volksverdummung. Am besten fange ich dann noch an mit dem Heiligtum der deutschen dem sonntäglichen suchen des Mörders im Tatort. Dort wird geraucht dort wird jeden Kommissar erstmal einen Kaffee angeboten wenn er ohne Besucher Beschluss zu Besuch kommt nur die bösen Jungs trinken harten Alkohol und die Ermittler abends ein Glas Wein. Der Konsum von getrockneten Hanfpflanzen und deren Blüten und Harze ist ein Verbrechen und von Coca-Cola ohne Kokain mal abgesehen gibt es ja auch noch das Gute mohnbrötchen aus dem man Opium bzw Heroin herstellen kann. Keine Pflanze ist wirklich illegal weil sie ja nichts dafür kann sondern was auch immer sich dieses Universum ausgedacht hat. Viele rauschsubstanzen wie Dopamin sind ja auch in unserem Körper sie müssen nur freigesetzt werden oder halt ergänzt. Zu viel von Allem ist sowieso immer schlecht. Am schlimmsten sind wie alle Eltern wissen überzuckerte Kinder. Später wird ihnen das Rauchen verboten und dann auch noch das Hanf genommen und ihn lieber eine Flasche gebraute Hopfen Suppe in die Hand gedrückt, was ja aufgrund der Tatsache dass es ein Bruder des bösen Cannabis ist, auch wieder völlig absurd ist. Also wer sich wirklich mit rauschkunde auseinandersetzen will der muss Christian Rätsch lesen. Von den gesundheitlichen Folgen einer übermäßigen und falschen Ernährung mal abgesehen sind die folgekosten für die Gesellschaft ja immens denn jeder darf ja so viel wiegen wie er will solange er seine Medikamente nimmt was letztlich ja auch Drogen sind aber eben chemische und ich pflanzliche und teilweise sind diese chemische hergestellten Pillen ja noch viel psychoaktiver angreifen in das nervensystem des Konsumenten ein teilweise mit dauerhaften Schäden. Und bei übergewicht und bluthochdruck helfen zwar Pillen damit man nicht an einem Sprungherz leidet, doch ehrlicherweise müsste man sagen die Person sollte Salz Zucker und zu viel verarbeitete Lebensmittel blablabla und schon stehst du da wie ein Veganer in der pommesbude den Leuten der Schnitzel ausreden will. Gestern war Aschermittwoch. Meine Oma im alten Stift war auf der Kostümfete im Speisesaal und es gab Glühwein und Torte und danach natürlich eine Handvoll Smarties von der Pharmaindustrie. Also zusammengefasst will ich jetzt mal sagen dass es mich einfach oft erschreckt wie wenig die Leute eigentlich wissen und teilweise mich auslachen wenn ich von Hanf spreche weil sie bei dem Wort Cannabis oder Marihuana oder Gras oder Haschisch zusammenzucken und in südamerikanische drogenkartelle denken die von dem großen D. Alle abgeschossen und in den Knast gebracht werden sollen. Klar viele Substanzen gehen über die positiven Effekte hinaus und zwar sehr schnell und das meiste kommt halt aus dem Labor. Dabei ist der Unterschied zwischen Amphetaminen wie Meth oder Ooiaten Fentylamid groß - der Schaden aber weitaus gravierender als jede Tollkirsche oder Zauberpilze.
Warum ich das so ärgert? Ich habe eine Krankenakte. In der stehen die drei Buchstaben THC Konsum nachgewiesen. Das ist das erste was mich jeder Arzt als erstes fragt: kiffen sie noch? Das ist genauso eine unsinnige Frage wie die nächste die dann gestellt wird: nehmen sie noch andere Drogen? Wenn ich dann ja sage und wie oben beschrieben auf zähle dass ich heute morgen Schokolade gegessen habe und einen schwarzen Tee getrunken habe kommt ganz schnell die Antwort: nein sie wissen schon harte Drogen. Wenn ich dann noch sage ich hätte gestern Abend einen verdauungsschnaps nach dem Schnitzel gegessen kommt die gegenfrage: ach sie trinken Alkohol? Wie viel trinken sie denn? - die letzte Frage beantworte ich mittlerweile nur noch mit einer Gegenfrage: wollen sie meine Antwort in milliliter je nach getränkeart und volumenprozent pro Stunde oder lieber wie viel Promille ich brauche um aufzustehen? Dann ist meistens erstmal Ruhe.
Ich erinnere mich noch gut an dieses Lied gib mir mal eine Flasche Bier sonst Streik ich hier sonst streike ich hier von Stefan Raab und Gerd Schröder unserem Kanzler und Helmut Schmidt mit seinen Menthol Zigaretten in jeder talkshow labertierend über die 70er und wie er damals alles besser machte. Die sogenannten drogentoten Künstler werden immer am meisten gefeiert und verehrt und um jetzt hier nicht den Club der 27 aufzuzählen kennt sicherlich jeder irgendwelche bekannten Gesichter aus der sogenannten prominenten Gesellschaft die nicht durch irgendwelche und ich sage es jetzt absichtlich Substanzen sich das ein oder andere Mal an den Rand des Todes oder der Existenz gebracht haben. Aber gerade Politiker lassen sich gerne beim anstechen von bierfässern fotografieren oder Musiker singen oder erzählen von ihren rausch-attacken und was sie alles an Substanzen vertragen und trotzdem ganz viel Geld und Freude im Leben haben. Die Wahrheit liegt auf der Straße und erfriert oder füllt die Krankenhäuser und pflegeheime wo die letzten Zellhaufen dann wieder mit anderen Substanzen aufgepäppelt werden von Ärzten und Schwestern die in ihrer kurzen Pause in die Raucherecke fliehen und den Brüdern die ohne Speed oder xtc die Nachtschicht nicht durchhalten.
Mit dem Finger zeigt man gerne auf schwache und kranke Menschen und es wird viel zu wenig hinterfragt was sie eigentlich dazu gemacht hat und nur wenige sprechen oft und offen darüber. Ich kann die Musik von Götz Widmann empfehlen. Ich würde mir wünschen dass viel mehr solche Musik im Radio läuft die ehrlich mit den Schwächen der Menschen umgeht und sie nicht verherrlicht.
Moralapostel ist auch so ein komisches Wort das klingt so wie Klugscheißer schön. Vielleicht könnte man lieber sagen ich appelliere oder nachdenke. Es ist halt nicht alles wie im Film und wenn Bruce Willis aus 20 Metern in stirb langsam von einer Brücke auf fahrenden Stahl Tanker fällt und nur mit ein paar Kratzern wieder aufsteht so ist das genauso verkehrt wie der Gedanke dass man die Leber von vor 20 Jahren noch mal zurück bekommt. Oder man macht es wie Keith Richards von den Stones der hat sich angeblich immer sein Blut austauschen lassen wenn er mal wieder zu viel gespritzt hatte...
Also mir ist jemand lieber der ehrlich mit seinen Schwächen umgeht als sie zu verherrlichen oder andere am Ende noch dazu verleitet. Und ich mag es auch nicht wenn mir jemand sagt was ich machen soll oder muss am besten noch. Und nicht jeder seines Glückes Schmied wenn manchmal kommt auch der Hammer von uns woanders ohne dass man es merkt...
Wer die kulturelle Sortierung in “erlaubte” und “verbotene” Substanzen hinterfragt, wird zum Störfaktor. Weil er eine Ordnung angreift, die anderen Sicherheit gibt.
Dass in deiner Akte “THC” steht und jeder Arzt dort anfängt, während der Kaffee in der Praxis kostenlos aus der Maschine läuft, sagt alles über diese Ordnung und nichts über dich.
Ich schreibe diese Texte nicht von oben herab. Ich schreibe sie, weil ich selbst mittendrin stecke. Viele Süchte, die ich hier beschreibe, kenne ich von innen. Koffein ist eine davon, Nikotin eine andere.
Cannabis nicht, aber ich habe viele Menschen daran verloren, die ich geliebt habe.
Ja. Danke. Ich habe das jetzt auch einfach mal so runter geschrieben weil ich dachte das passt. Und ich habe auch schon Freunde verloren und das waren keine traurigen verlorenen Gestalten aber eben breit aufgestellt. Einer von ihnen nannte sich gerne Polytoxikomane. Das trifft aber auch glaube ich so ziemlich jeden zu der in irgendeiner Form seinem Körper oder Geist zu viel von etwas gibt das ihm langfristig schadet aber für den Moment vielleicht manchmal auch Teil des Lebens ist...
So ist das, exakt meine Beobachtung. Man kann auch sehr gut selbst feststellen, wie schnell die Neurorezeptoren gewöhnen und der munter machende Aspekt wegfällt (Toleranzerhöhung). Zum Glück ist der Prozess ebenso schnell wieder umkehrbar.
Nun, danke für deine Texte. Freue mich auf den Text über Schlaf, besonders über Tiefschlaf. Hattest du ja auch hier erwähnt.
Ich nehme deinen Text zum Anlass, meine Kaffeegewohnheiten zu überdenken und auch zu reduzieren, vielleicht auf 1 bis max 2 Tässchen morgens.Aber er ist auch einfach lecker… 😉
Eine Tasse morgens und dann Schluss ist vermutlich die niedrigste Risikovariante.
Wenn du beim Weglassen Kopfschmerzen bekommst, ist das ein Zeichen von Abhängigkeit. Wenn nicht, ist das ein kontrollierter Gebrauch dieser nur scheinbar leistungssteigernden Substanz.
Teste ruhig mal, ob du ohne die Tasse genauso stabil bist.
Vielen Dank für diese ausführliche Erläuterung! Dann gehe ich davon aus, daß Koffein bei "uns" zwar das Einschlafen erleichtert, aber die Schlafqualität (Tiefschlaf) reduziert? Denn ein gewisses Dopaminlevel ist meiner Kenntnis nach notwendig, um das Schlafzentrum zu aktivieren?
Anekdotisch erwähnt: Die ersten drei Tage mit Lisdexamfetamin habe ich jeweils 90 min Mittagsschlaf gehalten. Die Müdigkeit war überwältigend. Mein Gehirn hatte wohl endlich genug Ruhe, um sich auszuruhen.
Gut, daß ich nur die Minimalst-Dosis von einem halben Teelöffel Instant Kaffee am (Vormit-)Tag konsumiere. Es sollte nicht zu schwer sein, den wegzulassen.
Kaffee kann subjektiv das Gefühl von Ruhe erzeugen, weniger inneres Rauschen, weniger Druck. Das erleichtert manchmal scheinbar das Einschlafen, weil der Kopf nicht so kreiselt. Physiologisch bleibt Koffein ein Adenosin-Antagonist. Adenosin erzeugt Schlafdruck. Mit Koffein wird die Einschlaflatenz länger, auch wenn man das subjektiv nicht wahrnimmt. Der Schlaf wird fragmentierter. Der Tiefschlaf-Anteil sinkt. Mikro-Aufwachreaktionen, an die man sich gar nicht erinnert, nehmen zu. Das Perfide daran ist: man kann sich am nächsten Morgen okay fühlen, weil Koffein den Schaden überdeckt. Das ist die Schleifenlogik.
Die Idee, Dopamin sei nötig, um das Schlafzentrum zu aktivieren, ist leider falsch. Das Gegenteil trifft zu: Dopamin ist wachheitsfördernd. Der Nucleus praeopticus lateralis im Hypothalamus wird nicht aktiviert, weil Dopamin hoch ist, sondern weil Wachsysteme herunterfahren und Schlafdruck plus circadiane Signale passen. Deine Beobachtung mit den ersten Tagen Lisdexamfetamin ist extrem plausibel. Das Nervensystem lässt endlich Entspannung zu. Der Körper holt Schlaf nach, weil Müdigkeit vorher chronisch überfahren wurde. Das ist ein Zeichen, dass die Überkompensation lange lief.
Falls du Absetzsymptome spürst: nicht mit Kaffee reparieren, sondern mit Schlaf, Mineralien, Licht am Morgen, Bewegung. Das sind echte Stellschrauben. Wenn du ohne Kaffee ruhig bist, ist das Freiheit. Wenn du ihn brauchst, ist das eine Schleife.
Sehr interessant! Vielen Dank für die Zusammenfassung und die Quellen. Davon habe ich vieles nicht gewusst.
Nun ist es so, daß mein Accumbens wohl von Haus aus zuwenig Dopamin produziert, weswegen ich Amphetamin auf Krankenschein bekomme. Dazu trinke ich vormittags eine leichte Tasse Kaffee. Beides macht mich nicht wacher, sondern ruhiger. Beides nutze ich als Medikation, im vollen Bewusstsein, daß es mit Nebenwirkungen einhergehen wird.
Amphetamin kann bei Dopamin-Hypofunktion therapeutisch sinnvoll sein. Es wirkt paradox beruhigend, weil es den präfrontalen Kortex stabilisiert, Impulsrauschen reduziert, Handlungskontrolle verbessert, synaptische Monoamine gezielt erhöht.
Kaffee ist dadurch nicht automatisch Medizin. Er blockiert Adenosin, wodurch die Stressantwort steigt. Das hat eine indirekte Dopaminwirkung, verschlechtert aber den Schlaf, was langfristig genau die Dysregulation verstärkt, die kurzfristig überdeckt wird.
Dass Kaffee kurzfristig ruhiger macht, ist subjektiv plausibel, aber mechanistisch trügerisch. Das ist derselbe Grund, warum Alkohol Angst reduziert, Valium Panik stoppen kann, Nikotin fokussiert. Kurzfristige Regulation ist nicht langfristige Heilung.
Morphin bei Krebs ist Medizin. Morphin bei Lebensüberforderung ist Sucht. Amphetamin bei klarer Indikation ist Therapie. Koffein als Zusatzmedikation ist Grauzone, kein Freibrief. Medikation ist kein subjektiver Status, sondern ein struktureller Prozess.
Als Kind bekam ich Psychopharmaka. Mein Gehirn produzierte nichts mehr, als ich sie absetzte. Das ist neuroadaptive Gegenregulation. Das passiert auch bei Koffein, nur langsamer und sozial akzeptiert.
Wenn Sie nach Informationen über Koffein und die Gesundheit des Gehirns gesucht haben, sind Sie wahrscheinlich auf Forschungsergebnisse gestoßen, die den Koffeinkonsum mit einem erhöhten Demenzrisiko und kleineren Gehirnvolumen in Verbindung brachten. Zum Beispiel analysierte eine Studie die MRT-Ergebnisse von 17.702 Personen und stellte fest, dass Studienteilnehmer, die mehr als sechs Tassen Kaffee pro Tag konsumierten, ein geringeres Gehirnvolumen und ein um 53 % höheres Risiko aufwiesen, mit Demenz diagnostiziert zu werden, als Menschen, die eine oder zwei Tassen täglich tranken.
Andererseits sind Sie vielleicht auch auf Forschungen gestoßen, die das gegenteilige Ergebnis gemeldet haben. Beispielsweise hat eine kürzlich durchgeführte Überprüfung die Daten von 141 Metaanalysestudien zu mehr als 70 Gesundheitsergebnissen und Hunderttausenden von Teilnehmern gebündelt. Diese gepoolten Ergebnisse, die viel wirksamer sind als eine einzelne Studie, ergaben, dass Kaffeekonsum mit einem verringerten Risiko für kognitive Störungen wie Alzheimer und Parkinson verbunden ist.
Wenn widersprüchliche Ergebnisse wie die oben genannten veröffentlicht werden, springen Medien im Allgemeinen auf die Ergebnisse und drucken Schlagzeilen wie "Koffein erhöht die Demenz!" und "Kaffee reduziert das Risiko der Alzheimer-Krankheit!"
Obwohl solche Schlagzeilen die fraglichen spezifischen Studien genau beschreiben, übersehen sie das viel nuanciertere Gesamtbild.
Und mir scheint, im Gegensatz zu dem Beitrag über das Kiffen, dass du hier nur gelten lässt, was Kaffee schlecht da stehen lässt.
Ich persönlich hab aufgehört, Studien zu zerpflücken, nachdem ich eine Studie mit ein paar Deerhounds gefunden habe, die erklärte, dass es richtig sei, Deerhounds mit Knochenkrebs mit Chemotherapie und Amputation zu behandeln. Die Überlebensdauer liege dann bei etwa 90 Tagen. Ohne der Behandlung nur bei 3 Monaten.
Also greife ich, wie beim Kifferbeitrag auch, auf eigene Erfahrungen und Beobachtungen zurück.
Für mich ist entscheidend, wie der Kaffee zubereitet und serviert wird. Ich vertrage Filterkaffee sehr schlecht. Ebenso Milchkaffee. Ich bevorzuge Mokka oder Espresso, schwarz oder mit Schlagobers. Und ich trinke ihn nur morgens.
Meine Oma und ihre beste Freundin waren beides Kaffeetanten. Oma wurde dement, die Freundin nicht. Der Unterschied den ich sah - Oma trank in den letzten Jahren kaum noch Wasser. Ihre Freundin trank große Mengen Wasser. Auch mein Opa trank gerne Kaffee, wurde auch nicht dement.
Meine Eltern tranken viel Kaffee. Zwei ihrer Kinder trinken Kaffee, das dritte Kind mag keinen Kaffee, trinkt auch keinen.
Interessant auch, dass die von dir zitierte Studie bei 6 Stunden aufhört. Bei mir liegen mindestens 10 Stunden zwischen Kaffee und zu Bett gehen.
Fazit: Ich bin bei „Die Dosis macht das Gift“, wenn es um Kaffee geht. ☕️
Eigentlich bleibt am Schluss nur noch Wasser, alles andere ist ungesund. Mein Gott, soll ich denn 100 werden? Heutzutage auch keine fröhliche Aussicht. Dann halt doch ab und zu etwas ungesund und ein Espresso zwischendurch.
Alles, was ich jetzt schreiben könnte, würdest du wohl als Suchtverteidigung bezeichnen.
Ich habe unterschiedliche Beobachtungen.
Vor 30 Jahren, in der Nachrichtenagentur, war ich auf Koffein - anderthalb bis zwei Liter pro Nachmittag war meine Dosis. Damit versorgte uns die Geschäftsleitung kostenlos, eine moderne Kaffeemaschine stand in der Redaktionsküche, auf Knopfdruck gab es jede erdenkliche Variante. Als ich meinen Job geschmissen habe, fing der Entzug an. Hätte nie gedacht, dass Koffein so süchtig machen kann. Irgendwann ging es ohne. Heute ist ein Espresso Medizin gegen aufziehende Migräne, aber er hilft nur dann, wenn ich sonst keinen Kaffee mehr trinke. Aus zwei Litern pro Tag sind mittlerweile zwei Liter im Jahr geworden. Und das ist gut so. Aber zu dieser Erkenntnis muss wohl jeder selbst kommen, das ist wie bei jeder Sucht.
Danke für diese interessante Geschichte. ❤
😂
Danke für die gründliche Auseinandersetzung. Morgen beginnt der Tag mit einer schönen Tasse Tee, den ich mir im Jahr 2025 selber gepflückt und getrocknet habe. Ich freue mich schon auf die Brennnessel- Himbeerblätter- Rosenblättermischung.
Manchmal braucht es wieder einen Anstupser sinnvoll zu handeln.
Lg Christine
Danke für den Kommentar.
Ein Anstupser reicht. Der Körper erledigt den Rest.
Ich mag Brennnessel-Zitronen-Tee. Versteht der Körper sofort.
Weniger Lüge im System.
Sie will uns den Kaffee wegnehmen! Sie ist eine Hexe! Verbrennt sie! Attackkeeeeeeee...
PS: Ich kann tatsächlich kaum in Worte fassen, wie viel besser es mir geht und wie konsistenter mein Energiehaushalt ist, seitdem ich mein Kaffee am Morgen durch Matcha ersetzt habe!
Ui. Da hätte ich auch danebengehaut.. danke für den Artikel- und - sorry- trotzdem 2 Fragen: 1) Ich dachte immer , dass Coffein im Cerebellum die Blutgefäße, im Gegensatz zum restlichen Körper, erweitert, weshalb man es bei pochenden Kopfschmerzen als Analgetikum einsetzt. Liege ich da offensichtlich falsch? Mich wunderte immer, wieso die Rezeptoren da anders „gepolt“ sind..
2) wie ist das mit dem Amyloid? Es gibt Berichte, dass das nicht die Ursache, sondern eher eine Folge von Alzheimer sein könnte! Gibt es dazu wissenschaftliche Forschungen? Vermutlich hätten Sie es auch anders geschrieben, weshalb diese Frage nur ein Zeitraub sein wird.. sry dafür
Nochmals danke für den Artikel, der mich wirklich zwingt meine Unmengen an Kaffee, überdurchschnittliche Müdigkeit, Schlaf max 2,5 h… wie Sie es eben beschrieben haben!!… ernsthaft zu überdenken!
Danke
Danke für die Offenheit und deine präzisen Fragen.
Erstens. Koffein und Blutgefäße im Gehirn:
Richtig fast, nur eben andersherum. Koffein verengt die Blutgefäße im Gehirn. Es ist ein zerebraler Vasokonstriktor. Deshalb hilft es bei (bestimmten) Kopfschmerzen. Migräne und vaskuläre Kopfschmerzen entstehen oft durch Gefäßerweiterung, und Koffein wirkt dem entgegen. Deshalb steckt es in Thomapyrin und ähnlichen Kombipräparaten.
Aber hier beginnt das Problem. Koffeinentzug verursacht Kopfschmerzen, weil die Vasokonstriktion wegfällt und die Gefäße sich rebound-artig weiten. "Kopfschmerzen, die Kaffee heilt", sind i.d.R. Entzugskopfschmerzen. Der Kaffee löst ein Problem, das er selbst erzeugt hat. Entzugsumkehr, die als Wirkung verkleidet ist.
Zweitens. Amyloid als Ursache oder Folge:
Es gibt tatsächlich Stimmen, die Amyloid-Beta eher als Biomarker sehen, nicht als einzige Ursache. Ungeachtet der Frage, wie seriös diese Studien sind, ist das für die schädliche Wirkung von Kaffee aber unerheblich, weil das glymphatische System nicht nur Amyloid-Beta wegräumt, sondern auch Tau und andere neurotoxische Stoffwechselprodukte.
Wenn Koffein den Tiefschlaf behindert, und das bestreitet niemand ernsthaft, und damit die glymphatische Clearance beeinträchtigt, staut sich der gesamte metabolische Abfall. Der Müll bleibt liegen. Und ein Gehirn, das seinen Müll nicht wegräumt, wird krank. Über welchen Pfad genau, darüber können wir diskutieren. Die Frage wäre nur, warum.
Um weiter Kaffee zu trinken? Weil einem die Forschungslage nicht in den Kram passt? Ich kann den Impuls verstehen, da ich selbst süchtig nach Kaffee war. Aber es ist dann eben keine Wissenschaft, sondern Dafürhalten.
Zum Schlaf: Zweieinhalb Stunden Schlaf ist kein Problem, sondern ein Notfall. Die Reparaturmechanismen des Körpers stehen praktisch auf Null. Bitte nehmen Sie das ernst.
Liebe Grüße.
Ich schlafe seit Jahren fragmentiert, soll heißen ich schlafe zwar gut ein aber werde nach 5 Stunden munter, muss meistens aufstehen, und schlafe dann anderenorts nach unterschiedlich langer Zeit meist noch ein bis zwei Stunden weiter. Und das gut Einschlafen möchte ich auch etwas relativieren, seit Jahren brauche ich dafür nämlich immer eine kleine Geräuschkulisse die ich mir bis vor kurzem vom Handy geholt habe, jetzt aber auf einen kleinen Helfer namens Dreamegg der braunes Rauschen generiert umgestiegen bin. Nach Lesen dieses Artikels werde ich mir die Kaffeesucht abgewöhnen, über eure Erfahrungen und Tipps bei der Entwöhnung bin ich dankbar.
Suchtverteidigung ist ein schönes Wort. Meiner Erfahrung nach kann man sich damit sehr schnell Feinde machen. Ich neige leider dazu auch oft Menschen auf eine überhebliche Art und Weise darin aufklären zu wollen dass eine Unterscheidung wie sie in der Öffentlichkeit oft oder fast immer angewendet wird eine komplette Gehirnwäsche Floskel ist. Haben sie Alkohol oder Drogen konsumiert? Wer diese Frage mit Nein beantwortet, lügt. Wenn ich das sage gucken mich die Leute verwirrt an. Wenn ich dann Gegenfragen Stelle, bin ich augenblicklich der Feind in der Gruppe. Heute schon Kaffee mit Zucker getrunken? Eine Zigarette geraucht? Ibuprofen gegen die Schmerzen genommen? ... Und so weiter und so fort ich könnte das jetzt verlängern aber meistens versuche ich die Leute darauf hinzuweisen dass das alles Substanzen sind. Und Substanzen haben unterschiedliche Effekte auf den Körper. Drogen heißt ursprünglich eigentlich nur getrocknete Substanzen also Früchte Blätter oder auch Gewürze. Deswegen ist jeder Rossmann ja auch eine Drogerie. Berauschende Pflanzen sind teilweise illegal und teilweise halt sehr populär akzeptiert und bringen unseren Staat und der weltgemeinschaft sehr viel Geld und sehr viel Leid sehr viel Freude und sehr viel Ärger ein. Da könnte ich jetzt auch wieder mit unzähligen Beispielen anfangen aber ich denke wenn man ein bisschen drüber nachdenkt fällt jedem etwas dazu ein. Das Alkohol jedoch teilweise so die Mutti sagt nein demonisiert wird gleichzeitig aber auch monetarisiert als Sponsor für sportveranstaltung oder jedem Film der so ziemlich über sechs Jahre freigegeben ist, ist schlecht weg Volksverdummung. Am besten fange ich dann noch an mit dem Heiligtum der deutschen dem sonntäglichen suchen des Mörders im Tatort. Dort wird geraucht dort wird jeden Kommissar erstmal einen Kaffee angeboten wenn er ohne Besucher Beschluss zu Besuch kommt nur die bösen Jungs trinken harten Alkohol und die Ermittler abends ein Glas Wein. Der Konsum von getrockneten Hanfpflanzen und deren Blüten und Harze ist ein Verbrechen und von Coca-Cola ohne Kokain mal abgesehen gibt es ja auch noch das Gute mohnbrötchen aus dem man Opium bzw Heroin herstellen kann. Keine Pflanze ist wirklich illegal weil sie ja nichts dafür kann sondern was auch immer sich dieses Universum ausgedacht hat. Viele rauschsubstanzen wie Dopamin sind ja auch in unserem Körper sie müssen nur freigesetzt werden oder halt ergänzt. Zu viel von Allem ist sowieso immer schlecht. Am schlimmsten sind wie alle Eltern wissen überzuckerte Kinder. Später wird ihnen das Rauchen verboten und dann auch noch das Hanf genommen und ihn lieber eine Flasche gebraute Hopfen Suppe in die Hand gedrückt, was ja aufgrund der Tatsache dass es ein Bruder des bösen Cannabis ist, auch wieder völlig absurd ist. Also wer sich wirklich mit rauschkunde auseinandersetzen will der muss Christian Rätsch lesen. Von den gesundheitlichen Folgen einer übermäßigen und falschen Ernährung mal abgesehen sind die folgekosten für die Gesellschaft ja immens denn jeder darf ja so viel wiegen wie er will solange er seine Medikamente nimmt was letztlich ja auch Drogen sind aber eben chemische und ich pflanzliche und teilweise sind diese chemische hergestellten Pillen ja noch viel psychoaktiver angreifen in das nervensystem des Konsumenten ein teilweise mit dauerhaften Schäden. Und bei übergewicht und bluthochdruck helfen zwar Pillen damit man nicht an einem Sprungherz leidet, doch ehrlicherweise müsste man sagen die Person sollte Salz Zucker und zu viel verarbeitete Lebensmittel blablabla und schon stehst du da wie ein Veganer in der pommesbude den Leuten der Schnitzel ausreden will. Gestern war Aschermittwoch. Meine Oma im alten Stift war auf der Kostümfete im Speisesaal und es gab Glühwein und Torte und danach natürlich eine Handvoll Smarties von der Pharmaindustrie. Also zusammengefasst will ich jetzt mal sagen dass es mich einfach oft erschreckt wie wenig die Leute eigentlich wissen und teilweise mich auslachen wenn ich von Hanf spreche weil sie bei dem Wort Cannabis oder Marihuana oder Gras oder Haschisch zusammenzucken und in südamerikanische drogenkartelle denken die von dem großen D. Alle abgeschossen und in den Knast gebracht werden sollen. Klar viele Substanzen gehen über die positiven Effekte hinaus und zwar sehr schnell und das meiste kommt halt aus dem Labor. Dabei ist der Unterschied zwischen Amphetaminen wie Meth oder Ooiaten Fentylamid groß - der Schaden aber weitaus gravierender als jede Tollkirsche oder Zauberpilze.
Warum ich das so ärgert? Ich habe eine Krankenakte. In der stehen die drei Buchstaben THC Konsum nachgewiesen. Das ist das erste was mich jeder Arzt als erstes fragt: kiffen sie noch? Das ist genauso eine unsinnige Frage wie die nächste die dann gestellt wird: nehmen sie noch andere Drogen? Wenn ich dann ja sage und wie oben beschrieben auf zähle dass ich heute morgen Schokolade gegessen habe und einen schwarzen Tee getrunken habe kommt ganz schnell die Antwort: nein sie wissen schon harte Drogen. Wenn ich dann noch sage ich hätte gestern Abend einen verdauungsschnaps nach dem Schnitzel gegessen kommt die gegenfrage: ach sie trinken Alkohol? Wie viel trinken sie denn? - die letzte Frage beantworte ich mittlerweile nur noch mit einer Gegenfrage: wollen sie meine Antwort in milliliter je nach getränkeart und volumenprozent pro Stunde oder lieber wie viel Promille ich brauche um aufzustehen? Dann ist meistens erstmal Ruhe.
Ich erinnere mich noch gut an dieses Lied gib mir mal eine Flasche Bier sonst Streik ich hier sonst streike ich hier von Stefan Raab und Gerd Schröder unserem Kanzler und Helmut Schmidt mit seinen Menthol Zigaretten in jeder talkshow labertierend über die 70er und wie er damals alles besser machte. Die sogenannten drogentoten Künstler werden immer am meisten gefeiert und verehrt und um jetzt hier nicht den Club der 27 aufzuzählen kennt sicherlich jeder irgendwelche bekannten Gesichter aus der sogenannten prominenten Gesellschaft die nicht durch irgendwelche und ich sage es jetzt absichtlich Substanzen sich das ein oder andere Mal an den Rand des Todes oder der Existenz gebracht haben. Aber gerade Politiker lassen sich gerne beim anstechen von bierfässern fotografieren oder Musiker singen oder erzählen von ihren rausch-attacken und was sie alles an Substanzen vertragen und trotzdem ganz viel Geld und Freude im Leben haben. Die Wahrheit liegt auf der Straße und erfriert oder füllt die Krankenhäuser und pflegeheime wo die letzten Zellhaufen dann wieder mit anderen Substanzen aufgepäppelt werden von Ärzten und Schwestern die in ihrer kurzen Pause in die Raucherecke fliehen und den Brüdern die ohne Speed oder xtc die Nachtschicht nicht durchhalten.
Mit dem Finger zeigt man gerne auf schwache und kranke Menschen und es wird viel zu wenig hinterfragt was sie eigentlich dazu gemacht hat und nur wenige sprechen oft und offen darüber. Ich kann die Musik von Götz Widmann empfehlen. Ich würde mir wünschen dass viel mehr solche Musik im Radio läuft die ehrlich mit den Schwächen der Menschen umgeht und sie nicht verherrlicht.
Moralapostel ist auch so ein komisches Wort das klingt so wie Klugscheißer schön. Vielleicht könnte man lieber sagen ich appelliere oder nachdenke. Es ist halt nicht alles wie im Film und wenn Bruce Willis aus 20 Metern in stirb langsam von einer Brücke auf fahrenden Stahl Tanker fällt und nur mit ein paar Kratzern wieder aufsteht so ist das genauso verkehrt wie der Gedanke dass man die Leber von vor 20 Jahren noch mal zurück bekommt. Oder man macht es wie Keith Richards von den Stones der hat sich angeblich immer sein Blut austauschen lassen wenn er mal wieder zu viel gespritzt hatte...
Also mir ist jemand lieber der ehrlich mit seinen Schwächen umgeht als sie zu verherrlichen oder andere am Ende noch dazu verleitet. Und ich mag es auch nicht wenn mir jemand sagt was ich machen soll oder muss am besten noch. Und nicht jeder seines Glückes Schmied wenn manchmal kommt auch der Hammer von uns woanders ohne dass man es merkt...
Danke für diese Offenheit.
Wer die kulturelle Sortierung in “erlaubte” und “verbotene” Substanzen hinterfragt, wird zum Störfaktor. Weil er eine Ordnung angreift, die anderen Sicherheit gibt.
Dass in deiner Akte “THC” steht und jeder Arzt dort anfängt, während der Kaffee in der Praxis kostenlos aus der Maschine läuft, sagt alles über diese Ordnung und nichts über dich.
Ich schreibe diese Texte nicht von oben herab. Ich schreibe sie, weil ich selbst mittendrin stecke. Viele Süchte, die ich hier beschreibe, kenne ich von innen. Koffein ist eine davon, Nikotin eine andere.
Cannabis nicht, aber ich habe viele Menschen daran verloren, die ich geliebt habe.
Ja. Danke. Ich habe das jetzt auch einfach mal so runter geschrieben weil ich dachte das passt. Und ich habe auch schon Freunde verloren und das waren keine traurigen verlorenen Gestalten aber eben breit aufgestellt. Einer von ihnen nannte sich gerne Polytoxikomane. Das trifft aber auch glaube ich so ziemlich jeden zu der in irgendeiner Form seinem Körper oder Geist zu viel von etwas gibt das ihm langfristig schadet aber für den Moment vielleicht manchmal auch Teil des Lebens ist...
So ist das, exakt meine Beobachtung. Man kann auch sehr gut selbst feststellen, wie schnell die Neurorezeptoren gewöhnen und der munter machende Aspekt wegfällt (Toleranzerhöhung). Zum Glück ist der Prozess ebenso schnell wieder umkehrbar.
Nun, danke für deine Texte. Freue mich auf den Text über Schlaf, besonders über Tiefschlaf. Hattest du ja auch hier erwähnt.
Ich nehme deinen Text zum Anlass, meine Kaffeegewohnheiten zu überdenken und auch zu reduzieren, vielleicht auf 1 bis max 2 Tässchen morgens.Aber er ist auch einfach lecker… 😉
Ich trinke morgens eine Tasse Kaffee oder Tee. Zum Frühstück. Danach nichts mehr. Ist das noch verantwortungsvoller Konsum?
Eine Tasse morgens und dann Schluss ist vermutlich die niedrigste Risikovariante.
Wenn du beim Weglassen Kopfschmerzen bekommst, ist das ein Zeichen von Abhängigkeit. Wenn nicht, ist das ein kontrollierter Gebrauch dieser nur scheinbar leistungssteigernden Substanz.
Teste ruhig mal, ob du ohne die Tasse genauso stabil bist.
Starker Text. Chapeau! Klare Worte. „Schlaf ist keine Wellness-Idee“ - Super!
Supi. Danke. 😊 Über Schlaf kommt bald auch noch was. Auch wie Schlaf die Kreativität fördert und das Denken erleichtert.
Vielen Dank für diese ausführliche Erläuterung! Dann gehe ich davon aus, daß Koffein bei "uns" zwar das Einschlafen erleichtert, aber die Schlafqualität (Tiefschlaf) reduziert? Denn ein gewisses Dopaminlevel ist meiner Kenntnis nach notwendig, um das Schlafzentrum zu aktivieren?
Anekdotisch erwähnt: Die ersten drei Tage mit Lisdexamfetamin habe ich jeweils 90 min Mittagsschlaf gehalten. Die Müdigkeit war überwältigend. Mein Gehirn hatte wohl endlich genug Ruhe, um sich auszuruhen.
Gut, daß ich nur die Minimalst-Dosis von einem halben Teelöffel Instant Kaffee am (Vormit-)Tag konsumiere. Es sollte nicht zu schwer sein, den wegzulassen.
Nochmals vielen Dank und gute Nacht!
Kaffee kann subjektiv das Gefühl von Ruhe erzeugen, weniger inneres Rauschen, weniger Druck. Das erleichtert manchmal scheinbar das Einschlafen, weil der Kopf nicht so kreiselt. Physiologisch bleibt Koffein ein Adenosin-Antagonist. Adenosin erzeugt Schlafdruck. Mit Koffein wird die Einschlaflatenz länger, auch wenn man das subjektiv nicht wahrnimmt. Der Schlaf wird fragmentierter. Der Tiefschlaf-Anteil sinkt. Mikro-Aufwachreaktionen, an die man sich gar nicht erinnert, nehmen zu. Das Perfide daran ist: man kann sich am nächsten Morgen okay fühlen, weil Koffein den Schaden überdeckt. Das ist die Schleifenlogik.
Die Idee, Dopamin sei nötig, um das Schlafzentrum zu aktivieren, ist leider falsch. Das Gegenteil trifft zu: Dopamin ist wachheitsfördernd. Der Nucleus praeopticus lateralis im Hypothalamus wird nicht aktiviert, weil Dopamin hoch ist, sondern weil Wachsysteme herunterfahren und Schlafdruck plus circadiane Signale passen. Deine Beobachtung mit den ersten Tagen Lisdexamfetamin ist extrem plausibel. Das Nervensystem lässt endlich Entspannung zu. Der Körper holt Schlaf nach, weil Müdigkeit vorher chronisch überfahren wurde. Das ist ein Zeichen, dass die Überkompensation lange lief.
Falls du Absetzsymptome spürst: nicht mit Kaffee reparieren, sondern mit Schlaf, Mineralien, Licht am Morgen, Bewegung. Das sind echte Stellschrauben. Wenn du ohne Kaffee ruhig bist, ist das Freiheit. Wenn du ihn brauchst, ist das eine Schleife.
Liebe Grüße. Gute Nacht. 🙂
Klasse!! Vielen Dank!
Sehr interessant! Vielen Dank für die Zusammenfassung und die Quellen. Davon habe ich vieles nicht gewusst.
Nun ist es so, daß mein Accumbens wohl von Haus aus zuwenig Dopamin produziert, weswegen ich Amphetamin auf Krankenschein bekomme. Dazu trinke ich vormittags eine leichte Tasse Kaffee. Beides macht mich nicht wacher, sondern ruhiger. Beides nutze ich als Medikation, im vollen Bewusstsein, daß es mit Nebenwirkungen einhergehen wird.
Vielen Dank für den ehrlichen Kommentar.
Amphetamin kann bei Dopamin-Hypofunktion therapeutisch sinnvoll sein. Es wirkt paradox beruhigend, weil es den präfrontalen Kortex stabilisiert, Impulsrauschen reduziert, Handlungskontrolle verbessert, synaptische Monoamine gezielt erhöht.
Kaffee ist dadurch nicht automatisch Medizin. Er blockiert Adenosin, wodurch die Stressantwort steigt. Das hat eine indirekte Dopaminwirkung, verschlechtert aber den Schlaf, was langfristig genau die Dysregulation verstärkt, die kurzfristig überdeckt wird.
Dass Kaffee kurzfristig ruhiger macht, ist subjektiv plausibel, aber mechanistisch trügerisch. Das ist derselbe Grund, warum Alkohol Angst reduziert, Valium Panik stoppen kann, Nikotin fokussiert. Kurzfristige Regulation ist nicht langfristige Heilung.
Morphin bei Krebs ist Medizin. Morphin bei Lebensüberforderung ist Sucht. Amphetamin bei klarer Indikation ist Therapie. Koffein als Zusatzmedikation ist Grauzone, kein Freibrief. Medikation ist kein subjektiver Status, sondern ein struktureller Prozess.
Als Kind bekam ich Psychopharmaka. Mein Gehirn produzierte nichts mehr, als ich sie absetzte. Das ist neuroadaptive Gegenregulation. Das passiert auch bei Koffein, nur langsamer und sozial akzeptiert.
Danke für deine Offenheit. Liebe Grüße.
Zitat, maschinenübersetzt:
Wenn Sie nach Informationen über Koffein und die Gesundheit des Gehirns gesucht haben, sind Sie wahrscheinlich auf Forschungsergebnisse gestoßen, die den Koffeinkonsum mit einem erhöhten Demenzrisiko und kleineren Gehirnvolumen in Verbindung brachten. Zum Beispiel analysierte eine Studie die MRT-Ergebnisse von 17.702 Personen und stellte fest, dass Studienteilnehmer, die mehr als sechs Tassen Kaffee pro Tag konsumierten, ein geringeres Gehirnvolumen und ein um 53 % höheres Risiko aufwiesen, mit Demenz diagnostiziert zu werden, als Menschen, die eine oder zwei Tassen täglich tranken.
Andererseits sind Sie vielleicht auch auf Forschungen gestoßen, die das gegenteilige Ergebnis gemeldet haben. Beispielsweise hat eine kürzlich durchgeführte Überprüfung die Daten von 141 Metaanalysestudien zu mehr als 70 Gesundheitsergebnissen und Hunderttausenden von Teilnehmern gebündelt. Diese gepoolten Ergebnisse, die viel wirksamer sind als eine einzelne Studie, ergaben, dass Kaffeekonsum mit einem verringerten Risiko für kognitive Störungen wie Alzheimer und Parkinson verbunden ist.
Wenn widersprüchliche Ergebnisse wie die oben genannten veröffentlicht werden, springen Medien im Allgemeinen auf die Ergebnisse und drucken Schlagzeilen wie "Koffein erhöht die Demenz!" und "Kaffee reduziert das Risiko der Alzheimer-Krankheit!"
Obwohl solche Schlagzeilen die fraglichen spezifischen Studien genau beschreiben, übersehen sie das viel nuanciertere Gesamtbild.
Quelle: https://mcpress.mayoclinic.org/healthy-brain/can-moderate-amounts-of-caffeine-positively-impact-brain-health/
Und mir scheint, im Gegensatz zu dem Beitrag über das Kiffen, dass du hier nur gelten lässt, was Kaffee schlecht da stehen lässt.
Ich persönlich hab aufgehört, Studien zu zerpflücken, nachdem ich eine Studie mit ein paar Deerhounds gefunden habe, die erklärte, dass es richtig sei, Deerhounds mit Knochenkrebs mit Chemotherapie und Amputation zu behandeln. Die Überlebensdauer liege dann bei etwa 90 Tagen. Ohne der Behandlung nur bei 3 Monaten.
Also greife ich, wie beim Kifferbeitrag auch, auf eigene Erfahrungen und Beobachtungen zurück.
Für mich ist entscheidend, wie der Kaffee zubereitet und serviert wird. Ich vertrage Filterkaffee sehr schlecht. Ebenso Milchkaffee. Ich bevorzuge Mokka oder Espresso, schwarz oder mit Schlagobers. Und ich trinke ihn nur morgens.
Meine Oma und ihre beste Freundin waren beides Kaffeetanten. Oma wurde dement, die Freundin nicht. Der Unterschied den ich sah - Oma trank in den letzten Jahren kaum noch Wasser. Ihre Freundin trank große Mengen Wasser. Auch mein Opa trank gerne Kaffee, wurde auch nicht dement.
Meine Eltern tranken viel Kaffee. Zwei ihrer Kinder trinken Kaffee, das dritte Kind mag keinen Kaffee, trinkt auch keinen.
Interessant auch, dass die von dir zitierte Studie bei 6 Stunden aufhört. Bei mir liegen mindestens 10 Stunden zwischen Kaffee und zu Bett gehen.
Fazit: Ich bin bei „Die Dosis macht das Gift“, wenn es um Kaffee geht. ☕️
Ich bin bei „der Genuss macht das Gift ungiftig“ ahaha. Muss bei sowas immer an Helmut Schmidt denken … ♡
Eigentlich bleibt am Schluss nur noch Wasser, alles andere ist ungesund. Mein Gott, soll ich denn 100 werden? Heutzutage auch keine fröhliche Aussicht. Dann halt doch ab und zu etwas ungesund und ein Espresso zwischendurch.
Das lese ich nicht