Dies ist die erste, kürzere Fassung des Textes: ENDLAGER GEHIRNDreihundert Chemikalien, die es 1950 nicht gab, schwimmen heute im durchschnittlichen Fötus.1 Er kommt zur Welt als kontaminiertes Gefäß, und der Staat nennt es Geburt. Generation für Generation dieselbe Kontamination, dasselbe Schweigen. Wir gebären Kinder mit Gehirnen, die auf Plastik mariniert wurden, und erwarten von ihnen, dass sie begreifen, was wir ihnen angetan haben. Die Menschheit begeht Suizid durch Nahrungsaufnahme.
Manche Wahrheiten sind zu gefährlich für das Licht. Lieber schieben wir den seit Jahrzehnten sinkenden IQ2 auf unser marodes Bildungssystem statt auf das, was aus Leitungen, Verpackungen und Böden in unsere Blutbahn sickert.3 Oder auf die Gene, obwohl der Rückgang auch innerhalb derselben Familien nachgewiesen ist.4 Wir erzählen es uns, weil es sich alle erzählen, um die Illusion von Kontrolle aufrechtzuerhalten, selbst wenn sie nur darin besteht, ein passendes Etikett parat zu haben — »Depression«, »Burnout«, »ADHS«, oder was auch immer gerade in Mode ist. Das reicht als Ausrede für meine Kümmerexistenz.
Oder wir schieben es auf das Alter, dass wir andauernd Dinge vergessen, neben der Spur sind, uns nicht konzentrieren können — selbstwertrettende Narrative, gerade so stabil genug, uns davon abzuhalten, wahlweise einander oder uns selbst umzubringen.
Wir führen Debatten mit Gehirnen, die nicht einmal ihren eigenen Glukosespiegel kontrollieren. Wenn die Sicherung durchbrennt, projizieren wir den Selbsthass auf Milliardäre, Erben, »die da oben«, Zugewanderte — auf alles, was davon ablenkt, worum es bei alledem eigentlich geht.
Wir werden dick, krank und hässlich, weil elektromagnetische Felder unsere Zellteilung stören5, erzählen uns aber lieber, dass wir zu wenig Sport treiben. Oder wir gewöhnen uns einfach daran, dick und hässlich zu sein, indem wir es »normal« nennen, oder genetisch, oder es mit dem BMI rechtfertigen — Astrologie für Ärzte, die die Epidemie verschleiert, die sie angeblich misst.6
Oder unsere Wahrnehmung selbst wird postfaktisch und wir reden uns Fettleibigkeit schön, bar der Tatsache, dass Übergewicht nichts anderes als eine Dauerentzündung ist7, die das Herz-Kreislauf-System zerstört: mithin die häufigste Todesursache8. Sie steht nur nicht auf dem Totenschein, weil dort »Herzinfarkt« steht statt »dreißig Jahre Übergewicht«. Hunger ist ein globales Massenproblem. Aber die Art, wie wir essen, tötet zuverlässiger als gar nicht zu essen.
Body Positivity ist Selbstmord mit Applaus. Die Gesellschaft schweigt höflich dazu. Auf dieses Schweigen zahlte mein Körper den Höchststeuersatz. Dreißig Kilo, nach dem Abitur endgültig abgetragen.
Wer sich für verschont hält, weil er schlank ist: Organfett ist nicht von außen sichtbar. Viele schlanke Menschen haben genauso viel davon wie sichtbar Übergewichtige.9
Der Körper ist ein exzellenter Lügner.
Oder wir schieben unsere Probleme auf Kräfte, die wir angeblich meiden können — Dioxine, Pestizide, Transfette. Oder wir kaufen unser ranziges Pflanzenöl im Bioladen statt im Supermarkt, um unser Gewissen zu beruhigen. Und ja, alle im Handel erhältlichen Pflanzenöle in Braun- oder Grünglasflaschen sind durch Lichteinwirkung oxidiert und daher ranzig.10
Wir verzichten auf Zucker und haben trotzdem Glukosespitzen, weil das Smartphone in der Tasche den Körper mit Stresshormonen flutet.11
Um den Nebel im Kopf zu vertreiben, trinken wir Kaffee — oft gleich nach dem Aufwachen, wenn der natürliche Cortisolspiegel am höchsten ist.12 Wir erhöhen die Konzentration von Stresshormonen mit einer Substanz, die wir gegen Stress trinken. Dann wundern wir uns, dass wir Fett einlagern, obwohl Kaffee doch keine Kalorien hat. Und dass unsere Blutzuckerwerte so hoch sind, obwohl wir uns ketogen ernähren.13
Dann nehmen wir Supplemente, um uns besser zu fühlen, und um das Defizit auszugleichen, das der Kaffee verursacht hat, weil Kaffee deren Aufnahme blockiert.14
Kaffee ist der unsichtbare Treiber des Supplementmarkts. Er verursacht Nährstoffmangel auf Populationsebene15, und gleichzeitig explodiert der Markt für genau die Stoffe, die er dem Körper entzieht16. Siebzig Prozent der Bevölkerung nehmen Supplemente.17 Mindestens genauso viele trinken Kaffee.18 Und niemand rechnet das zusammen. Eine Substanz, die die Aufnahme von Eisen, Calcium, Magnesium, Zink, Vitamin D und B-Vitaminen um bis zu achtzig Prozent senkt19, wird von denselben Menschen konsumiert, die sich diese Stoffe anschließend in Kapselform zuführen. Die Supplementindustrie interessiert das nicht. Die Kaffeebranche erst recht nicht. So wie die Tabakindustrie kein Interesse daran hat, auf ihre Produkte zu schreiben, dass Rauchen den Intelligenzquotienten verringert.20
Oder dass eine Zigarette die DNA so stark schädigt wie eine Röntgenaufnahme. Dreißig am Tag sind dreihundert Röntgen im Jahr.21 Die Industrie weiß das seit den Sechzigern.22
Radioaktive Abfälle in Schmutzstoffen sammeln sich im Körper23 und mindern unser Ich-Gefühl24. Blei, Cadmium, Quecksilber fressen sich durch meine Darmwand, bis der Körper nicht mehr unterscheiden kann, was Nahrung ist und was Angriff. Nachts schlafe ich nicht. Tagsüber bin ich jemand, den ich nicht wiedererkenne. Die Metalle verändern, wer ich bin. Und das Tückische daran ist, dass das veränderte Ich es nicht bemerkt.
Mikroplastik sitzt in meinem Darm25, meinem Hirn26. Nicht weil ich Plastikflaschen kaufe. Es kommt aus den Reifen auf dem Asphalt27, aus der Kleidung auf meiner Haut28, aus der Luft, die mich ausatmet29.
Berlin ist eine Feinstaubhölle. Jedes Mal, wenn ich an einer Baustelle vorbeigehe, nehme ich Aluminiumsilikate mit30, Quarzkristalle, die mich von Jahr zu Jahr ein kleines bisschen blöder machen31. In einer besseren Welt würden Bauarbeiter mehr verdienen als Anwälte. Denn ihre Löhne werden in Krankheit gestückelt: Parkinson, Alzheimer32 — unterschrieben in Staub, gültig fürs Sterben. In Japan trägt man Masken aus Rücksicht. In Deutschland wurde die Maske zum Symbol der Unterdrückung stilisiert — von Leuten, die anschließend Bleichmittel tranken.
Und bei jedem Windhauch reagieren wir über. Aber statt die Augen zu öffnen, spielen wir Sprachpolizei und erklären der Mitwelt Triggerpunkte, die einer Psyche erwachsen, die nicht einmal die eigene ist. Weil wir gar keinen Unterschied mehr erkennen zwischen dem, was wir fühlen, dem, was wir sind, und dem, was der Fall ist.
Oder wir drehen völlig durch und versuchen, den Ekel vor schädlichen Substanzen gleich ganz abzuschalten, der dreihunderttausend Jahre unser Überleben sicherstellte. Etwa wenn die Europäische Union Wanderheuschrecken und Mehlwürmer als neuartige Lebensmittel vermarktet33 und das BMEL Kampagnen veranstaltet, um industrielle Tierprodukte durch Insekten zu ersetzen, die Chitin enthalten, das Entzündungen fördert und anfällig für Infektionen macht34.
Hauptsache, niemand kommt auf falsche Gedanken.
Viele von uns bewohnen ihren Körper so wenig, dass sie ihren ansteigenden Stresslevel lieber auf die sogenannte Digitalisierung schieben als auf die Stoffe, die in ihrer Blutbahn landen. Wir bewohnen unseren Verstand so sehr, dass wir unsere Gedanken mit uns selbst verwechseln und Meinungen für Wahrheit halten.
Doch die einzige Wahrheit ist, dass wir träumen.
Jede Epoche hat eine chemische Signatur. Verändert sich die Substanz, verändert sich die Zivilisation. Am 12. Juli 1789 sprang Camille Desmoulins im Café de Foy auf einen Tisch.
Aux armes!
Zwei Tage später stürmten sie die Bastille. Europa hatte jahrhundertelang im alkoholischen Nebel gelebt. Kaffee brannte ihn aus.35 Die Aufklärung wurde in Kaffeehäusern geschrieben, die Revolution in einem gezündet.36 Dieselben Gehirne, anderes Molekül, andere Zivilisation. Die Aufklärer hielten sich für nüchtern. Sie waren auf Koffein.
Menschen sind Reaktionsgefäße. Verhalten, Persönlichkeit und Charakter sind chemische Reaktionen. Nicht nur unsere Nahrung bestimmt, wer wir sind und was wir tun. Jede Charaktereigenschaft ist Ergebnis einer Exposition. Entferne ich den Stoff, entferne ich das Verhalten; füge ich einen hinzu, werde ich ein anderer Mensch. Die Rede vom autonomen Handlungssubjekt ist eine Rede ohne Gegenwert im Wirklichen — sie behauptet einen Akteur, wo nur Reaktionen ablaufen.
Es sickert noch immer. In fünfzig Jahren werden Historiker fragen, warum wir nichts taten.
Es wird niemanden geben, der die Frage versteht.
Redaktioneller Hinweis: Die wissenschaftlichen Aussagen in diesem Text basieren auf begutachteter Fachliteratur. Biografische Passagen sind Erfahrungsbericht, keine Verallgemeinerung. Es bestehen keine Interessenkonflikte. Meinungen sind kein Ersatz für Daten.287 Industriechemikalien im Nabelschnurblut, durchschnittlich 200 pro Kind — davon 180 karzinogen, 217 neurotoxisch, 208 entwicklungsschädigend. Eine spätere Studie identifizierte 109 weitere, darunter 55, die zuvor nie im Menschen nachgewiesen worden waren, und 42 unbekannter Herkunft. »Dreihundert« ist gerundet, aber konservativ: beide Studien testeten nur einen Bruchteil der ca. 80.000 kommerziell genutzten Substanzen.
Environmental Working Group / Commonweal, Body Burden: The Pollution in Newborns, Washington, D.C., Juli 2005.
Aolin Wang, Dimitri Panagopoulos Abrahamsson, Ting Jiang, et al., »Suspect Screening, Prioritization, and Confirmation of Environmental Chemicals in Maternal-Newborn Pairs from San Francisco«, in: Environmental Science & Technology, Vol. 55, Issue 8, 16.03.2021, 5037—49.
Seit Mitte der 1990er Jahre sinkt der IQ in Europa. Im DACH-Raum beträgt der Rückgang bei räumlicher Wahrnehmung rund 4,8 Punkte pro Dekade.
Jakob Pietschnig, Georg Gittler, »A Reversal of the Flynn Effect for Spatial Perception in German-Speaking Countries: Evidence from a Cross-Temporal IRT-Based Meta-Analysis (1977—2014)«, in: Intelligence, Vol. 53, November 2015, 145—53.
Edward Dutton, Dimitri van der Linden, Richard Lynn, »The negative Flynn Effect: A systematic literature review«, in: Intelligence, Vol. 59, November 2016, 163—9.
Flourid: Rivka Green, Bruce Lanphear, Richard Hornung, et al., »Association Between Maternal Fluoride Exposure During Pregnancy and IQ Scores in Offspring in Canada«, in: JAMA Pediatrics, Vol. 173, No. 10, 19.08.2019, 940—8.
Endokrine Disruptoren (Schadstoffe, die hormonelle Systeme stören): A. C. Gore, V. A. Chappell, S. E. Fenton, et al., »EDC-2: The Endocrine Society’s Second Scientific Statement on Endocrine-Disrupting Chemicals«, in: Endocrine Reviews, Vol. 36, Issue 6, 01.12.2015, E1—E150.
Mikroplastik (kognitive Beeinträchtigung): Donghan Zheng, Dan Wang, Shuo Zhang, et al., »Impact of urinary microplastic exposure on cognitive function in primary school children«, in: Ecotoxicology and Environmental Safety, Vol. 302, 01.09.2025, 118532.
Bernt Bratsberg, Ole Rogeberg, »Flynn effect and its reversal are both environmentally caused«, in: PNAS, Vol. 115, No. 26, 11.06.2018, 6674—8.
Gestörte Zytokinese und induzierter Zelltod.
Michael Kundi, Armen Nersesyan, Gernot Schmid, et al., »Mobile phone specific radiation disturbs cytokinesis and causes cell death but not acute chromosomal damage in buccal cells: Results of a controlled human intervention study«, in: Environmental Research, Vol. 251, Part 1, 15.06.2024, 118634.
Gemessen am tatsächlichen Körperfettanteil übersieht der BMI mehr als die Hälfte aller Adipösen und stuft sie als normalgewichtig ein (Sensitivität: 36 Prozent bei Männern, 49 Prozent bei Frauen).
A. Romero-Corral, V. K. Somers, J. Sierra-Johnson, et al., »Accuracy of body mass index in diagnosing obesity in the adult general population«, in: International Journal of Obesity, Vol. 32, Issue 6, Juni 2008, 959—66.
Rund dreißig Prozent der nach BMI Schlanken hatten einen Körperfettanteil im Adipositas-Bereich mit entsprechend erhöhten Entzündungsmarkern; bei den BMI-»Übergewichtigen« waren es achtzig Prozent.
J. Gómez-Ambrosi, C. Silva, J. C. Galofré, et al., »Body Mass Index Classification Misses Subjects with Increased Cardiometabolic Risk Factors Related to Elevated Adiposity«, in: International Journal of Obesity, Vol. 36, Issue 2, Februar 2012, 286—94.
Übergewicht ist kein passiver Zustand, sondern ein aktiver Entzündungsprozess. Hypertrophe Adipozyten rekrutieren Makrophagen (bis zu vierzig Prozent aller Fettgewebszellen), die über TNF-α, IL-6 und IL-1β einen sich selbst erhaltenden Entzündungskreislauf antreiben, der systemisch auf Leber, Muskeln und Gefäße übergreift.
Taekyoon Kim, Bernadette Kahn, »Adipose Tissue Inflammation and Metabolic Dysfunction in Obesity«, in: American Journal of Physiology — Cell Physiology, Vol. 320, Issue 3, März 2021, C375—C91.
Gökhan S. Hotamisligil, Narinder S. Shargill, Bruce M. Spiegelman, »Adipose Expression of Tumor Necrosis Factor-α: Direct Role in Obesity-Linked Insulin Resistance«, in: Science, Vol. 259, Issue 5091, 01.01.1993, 87—91.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind keine Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für Folgezustände. Der häufigste unabhängige Risikofaktor ist Adipositas. Wenn der Sammelbegriff auf Platz Eins der Todesursachen steht und Adipositas sein häufigster Treiber ist, dann ist Adipositas die häufigste Todesursache.
CVD weltweit häufigste Todesursache: Gregory A. Roth, George A. Mensah, Catherine O. Johnsonet, et al., »Global Burden of Cardiovascular Diseases and Risk Factors, 1990—2019: Update From the GBD 2019 Study«, in: Journal of the American College of Cardiology, Vol. 76, Issue 25, 22.12.2020, 2982—3021.
Fettleibigkeit als Haupttreiber: Tiffany M. Powell-Wiley, Chair Paul Poirier, Vice Chair Lora E. Burke, et al., »Obesity and Cardiovascular Disease«, in: Circulation, Vol. 143, Issue 21, 22.04.2021, e984—e1010.
Knapp die Hälfte der normalgewichtigen Frauen und sechzig Prozent der normalgewichtigen Männer tragen übermäßiges viszerales Fett (TOFI — »Thin Outside, Fat Inside«).
E. Louise Thomas, Gary Frost, Simon D. Taylor-Robinson, Jimmy D. Bell, »Excess body fat in obese and normal-weight subjects«, in: Nutrition Research Reviews, Vol. 25, Issue 1, Juni 2012, 150—61.
Karine R. Sahakyan, Virend K. Somers, Juan P. Rodriguez-Escudero, et al., »Normal-Weight Central Obesity: Implications for Total and Cardiovascular Mortality«, in: Annals of Internal Medicine, Vol. 163, No. 11, 01.11.2015, 827—35.
Eunok Choe, David B. Min, »Mechanisms and Factors for Edible Oil Oxidation«, in: Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety, Vol. 5, Issue 4, 29.09.2006, 169—86.
Braunglas blockiert UV-Strahlung und sichtbares Licht bis etwa 440 Nanometer; Grünglas erst unterhalb von 400 Nanometern, der gesamte blaue Bereich geht durch.
Zsófia Laposa, Soma Vesztergom, Marianna Kocsis, Ernő Keszei, »In situ measurement of light transmission into wine bottles and calculation of shelf life«, in: OENO One, Vol. 57, No. 1, 07.03.2023, 256—77.
Chlorophyll in Pflanzenölen absorbiert sichtbares Licht zwischen 400 und 700 Nanometern und versetzt Sauerstoff in seinen reaktiven Singulett-Zustand, der ungesättigte Fettsäuren angreift und für rund achtzig Prozent der Chlorophyll-Photooxidation verantwortlich ist.
Saïd Gharby, Abderrahim Asbbane, Moussa Nid Ahmed, et al., »Vegetable oil oxidation: Mechanisms, impacts on quality, and approaches to enhance shelf life«, in: Food Chemistry: X, Vol. 28, Mai 2025, 102541.
Dimitrios Trypidis, Diego Luis García-González, Ana Lobo-Prieto, et al., »Real time monitoring of the combined effect of chlorophyll content and light filtering packaging on virgin olive oil photo-stability using mesh cell-FTIR spectroscopy«, in: Food Chemistry, Vol. 295, 15.10.2019, 94—100.
Chlorophyll hat zwei Absorptionspeaks: einen bei 430 Nanometern, den Braunglas noch abfängt, und einen bei 660 Nanometern, den es ungehindert durchlässt.
Laurie M. Bianchi, Susan E. Duncan, Janet B. Webster, et al., »Contribution of Chlorophyll to Photooxidation of Soybean Oil at Specific Visible Wavelengths of Light«, in: Journal of Food Science, Vol. 80, Issue 2, Februar 2015, C252—C61.
Unter Supermarktbedingungen verliert Olivenöl in Glasflaschen die Klassifizierung als natives Olivenöl extra; der Deckenfluter in der Küche reicht.
Sonia Esposto, Agnese Taticchi, Maurizio Servili, et al., »Overall quality evolution of extra virgin olive oil exposed to light for 10 months in different containers«, in: Food Chemistry, Vol. 351, 30.07.2021, 129297.
Marc Pignitter, Klaus Stolze, Stephanie Gartner, et al., »Cold Fluorescent Light as Major Inducer of Lipid Oxidation in Soybean Oil Stored at Household Conditions for Eight Weeks«, in: Journal of Agricultural and Food Chemistry, Vol. 62, Issue 10, 18.02.2014, 2297—305.
Ausnahme: hochgesättigte Fette wie Kokosöl, dessen Ketten zu über neunzig Prozent gesättigt sind — kaum Doppelbindungen, kaum Angriffsfläche.
A. M. Marina, Y. B. Che Man, I. Amin, »Virgin coconut oil: emerging functional food oil«, in: Trends in Food Science & Technology, Vol. 20, Issue 10, Oktober 2009, 481—7.
Exposition verändert signifikant Cortisol-Sekretionsmuster.
Yvan Touitou, Brahim Selmaoui, Jacques Lambrozo, »Assessment of cortisol secretory pattern in workers chronically exposed to ELF-EMF generated by high voltage transmission lines and substations«, in: Environment International, Vol. 161, März 2022, 107103.
Fünfzehn Minuten in einem 60-Hz-Magnetfeld genügten, um den Blutzucker zu erhöhen und die Insulinausschüttung zu dämpfen.
Gabriel Martiñón-Gutiérrez, María Luna-Castro & Rolando Hernández-Muñoz, »Role of insulin/glucagon ratio and cell redox state in the hyperglycaemia induced by exposure to a 60-Hz magnetic field in rats«, in: Scientific Reports, Vol. 11, 03.06.2021, 11666.
EMF → Stresshormone → Glukosespitzen
William R. Lovallo, Thomas L. Whitsett, Mustafa al’Absi, et al., »Caffeine Stimulation of Cortisol Secretion Across the Waking Hours in Relation to Caffeine Intake Levels«, in: Psychosomatic Medicine, Vol. 67, Issue 5, 2005, 734—9.
Koffein → Cortisol → Insulinresistenz → Blutzucker → viszerale Fetteinlagerung
Shi Xiaolin, Xue Wanqing, Liang Shuohua, et al., »Acute caffeine ingestion reduces insulin sensitivity in healthy subjects: a systematic review and meta-analysis«, in: Nutrition Journal, Vol. 15, Nr. 1, 28.12.2016, Art. 103.
Jean-Pierre Després, Isabelle Lemieux, »Abdominal obesity and metabolic syndrome«, Nature, Vol. 444, 13.12.2006, 881—7.
Renato Pasquali, Valentina Vicennati, Marco Cacciari, Uberto Pagotto, »The Hypothalamic-Pituitary-Adrenal Axis Activity in Obesity and the Metabolic Syndrome«, in: Annals of the New York Academy of Sciences, Vol. 1083, November 2006, 111—28.
Thomas A. Morck, Steven R. Lynch, James D. Cook, »Inhibition of food iron absorption by coffee«, in: American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 37, No. 3, März 1983, S. 416—20.
Prema B. Rapuri, J. C. Gallagher, Zafar Nawaz, »Caffeine decreases vitamin D receptor protein expression and 1,25(OH)2D3 stimulated alkaline phosphatase activity in human osteoblast cells«, in: The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, Vol. 103, Issues 3—5, März 2007, 368—71.
Hinako Nanri, Megumi Hara, Yuichiro Nishida, et al., »Association between green tea and coffee consumption and body iron storage in Japanese men and women: a cross-sectional study from the J-MICC Study Saga«, in: Frontiers in Nutrition, Vol. 10, 10.08.2023, 1249702.
Nutzungsrate 2018: 54 Prozent. 2023: 65 Prozent. 2025: 70 Prozent. Mintel, »Nahrungsergänzungsmittel Deutschland«, 2023 und 2025.
Mintel, »Nahrungsergänzungsmittel Deutschland«, 2025 (Nutzungsrate). Marktvolumen nach IQVIA.
Deutscher Kaffeeverband, Kaffee-Konsum-Studie, 2024.
Thomas A. Morck, Steven R. Lynch, James D. Cook, »Inhibition of food iron absorption by coffee«, in: American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 37, Issue 3, März 1983, 416—20.
Tsedeke Wolde, »Effects of caffeine on health and nutrition: A Review«, in: Food Science and Quality Management, Vol. 30, 2014, 59—65.
Rauchen schrumpft das Gehirn. Der Effekt ist kausal und irreversibel.
Yoonhoo Chang, Vera Thornton, Ariya Chaloemtoem, et al., »Investigating the Relationship Between Smoking Behavior and Global Brain Volume«, in: Biological Psychiatry: Global Open Science, Vol. 4, No. 1, Januar 2024, 74—82.
Raucher bauen kognitiv schneller ab als Nichtraucher, unabhängig von Bildung, Alkohol und Vorerkrankungen.
Séverine Sabia, Alexis Elbaz, Aline Dugravot, et al., »Impact of Smoking on Cognitive Decline in Early Old Age: The Whitehall II Cohort Study«, in: Archives of General Psychiatry, Vol. 69, No. 6, Juni 2012, 627—35.
Constantin Papastefanou, »Radioactivity of Tobacco Leaves and Radiation Dose Induced from Smoking«, in: International Journal of Environmental Research and Public Health, Vol. 6, Issue 2, 05.02.2009, 558—67.
T. H. Winters, J. R. Di Franza, »Radioactivity in Cigarette Smoke«, in: New England Journal of Medicine, Vol. 306, No. 6, 11.02.1982, 364—5.
Monique E. Muggli, Jon O. Ebbert, Channing Robertson, Richard D. Hurt, »Waking a Sleeping Giant: The Tobacco Industry’s Response to the Polonium-210 Issue«, in: American Journal of Public Health, September 2008, Vol. 98, Issue 9, 1643—50.
Persistente organische Schadstoffe, Schwermetalle und radioaktive Isotope wie Strontium-90 und Cäsium-137 akkumulieren im menschlichen Fettgewebe, in Knochen und Muskulatur.
Erin Jackson, Robin Shoemaker, Nika Larian, Lisa Cassis, »Adipose Tissue as a Site of Toxin Accumulation«, in: Comprehensive Physiology, Vol. 7, No. 4, 12.09.2017, 1085—135.
Y.-M. Lee, K.-S. Kim, D. R. Jacobs Jr., D.-H. Lee, »Persistent organic pollutants in adipose tissue should be considered in obesity research«, in: Obesity Reviews, Vol. 18, Issue 2, Februar 2017, 129—39.
Umwelttoxine schädigen Insula, Hippocampus und präfrontalen Kortex. Das sind die Hirnregionen, die für Körperwahrnehmung, Emotionsregulation und Selbstbezug zuständig sind.
Lilian Calderón-Garcidueñas, Antonieta Mora-Tiscareño, Maricela Francolira, et al., »Exposure to Urban Air Pollution and Bone Health in Clinically Healthy Six-year-old Children«, in: Archives of Industrial Hygiene and Toxicology [Arh Hig Rada Toksikol], Vol. 64, Issue 1, 2013, 23—34.
Mònica Guxensa, Małgorzata J. Lubczyńska, Ryan L. Muetzeld, et al., »Air Pollution Exposure During Fetal Life, Brain Morphology, and Cognitive Function in School-Age Children«, in: Biological Psychiatry, Vol. 84, Issue 4, 15.08.2018, 295—303.
Philipp Schwabl, Sebastian Köppel, Philipp Königshofer, et al., »Detection of Various Microplastics in Human Stool: A Prospective Case«, in: Annals of Internal Medicine, Vol. 171, No. 7, 03.09.2019, 453—7.
Akkumulation von Mikro- und Nanoplastik im menschlichen Gehirn stieg zwischen 2016 und 2024 signifikant an. Zehnfach höher bei Demenz.
Alexander J. Nihart, Marcus A. Garcia, Eliane El Hayek, et al., »Bioaccumulation of microplastics in decedent human brains«, in: Nature Medicine, Vol. 31, No. 4, 03.02.2025, 1114—9.
Fünf bis zehn Prozent des ozeanischen Mikroplastiks stammen aus Reifenabrieb, drei bis sieben Prozent des Feinstaubs (PM2,5) aus Reifenpartikeln.
Pieter Jan Kole, Ansje J. Löhr, Frank G. A. J. Van Belleghem, Ad M. J. Ragas, »Wear and Tear of Tyres: A Stealthy Source of Microplastics in the Environment«, in: International Journal of Environmental Research and Public Health, Vol. 14, Issue 10, 20.10.2017, 1265.
Tragen setzt mehr Mikrofasern frei als Waschen: über 900 Millionen Polyester-Mikrofasern pro Person und Jahr, allein durch Tragen.
Francesca De Falco, Mariacristina Cocca, Maurizio Avella, Richard C. Thompson, »Microfiber Release to Water, Via Laundering, and to Air, via Everyday Use: A Comparison between Polyester Clothing with Differing Textile Parameters«, in: Environmental Science & Technology, Vol. 54, Issue 6, 26.02.2020, 3288—96.
Lauren C. Jenner, Jeanette M. Rotchell, Robert T. Bennett, et al., »Detection of Microplastics in Human Lung Tissue Using µFTIR Spectroscopy«, in: Science of the Total Environment, Vol. 831, 20.07.2022, 154907.
Baustellenstaub enthält kristallines Siliziumdioxid (Quarz) und Aluminiumsilikate, die als Feinstaub eingeatmet werden. Siliziumdioxid-Nanopartikel lagern sich in präfrontalem Kortex und Hippocampus ab.
Sang-Wook Kim, Yohan Kim, Mi-Kyung Kim, et al., »Silica nanoparticles induce neurodegeneration-like changes in behavior, neuropathology, and affect synapse through MAPK activation«, in: Particle and Fibre Toxicology, Vol. 15, Artikel 28, 03.07.2018.
In Tiermodellen: kognitive Beeinträchtigung, erhöhte Tau-Phosphorylierung, Neuroinflammation — Alzheimer-typische Pathologien.
Luftschadstoffe beschleunigen den kognitiven Abbau. Gedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit und exekutive Funktionen gleichermaßen.
Erin R. Kulick, Gregory A. Wellenius, Amelia K. Boehme, et al., »Long-term exposure to air pollution and trajectories of cognitive decline among older adults«, in: Neurology, Vol. 94, No. 17, 28.04.2020, e1782—92.
Langzeitexposition gegenüber Feinstaub (PM2,5) erhöht Wahrscheinlichkeit für Parkinson und Alzheimer, auch unterhalb der geltenden Grenzwerte.
Liuhua Shi, Xiao Wu, Mahdieh Danesh Yazdi, et al., »Long-term effects of PM2·5 on neurological disorders in the American Medicare population: a longitudinal cohort study«, in: The Lancet Planetary Health, Vol. 4, Issue 12, 19.10.2020, e557—65.
Mehlwurm (Tenebrio molitor): Zulassung Juni 2021. Wanderheuschrecke (Locusta migratoria): November 2021.
Tierische Produkte erzeugen eine hohe renale Säurelast (PRAL; Hartkäse bis 23,6 mEq/100 g). Chronische Übersäuerung fördert Insulinresistenz, Knochenabbau und Nierenerkrankungen.
Thomas Remer, Friedrich Manz, »Potential Renal Acid Load of Foods and Its Influence on Urine pH«, in: Journal of the American Dietetic Association, Vol. 95, Issue 7, Juli 1995, 791—7.
I. A. Osuna-Padilla, G. Leal-Escobar, C. A. Garza-García, »Dietary acid load: Mechanisms and evidence of its health repercussions Carga ácida de la dieta; mecanismos y evidencia de sus repercusiones en la salud«, in: Nefrología, Vol. 39, Issue 4, Juli–August 2019, 343—54.
Chitin, das Strukturpolymer im Exoskelett aller Insekten, aktiviert das angeborene Immunsystem über TLR-2 und Dectin-1, löst Entzündungsreaktionen aus (Eosinophilenrekrutierung, Zytokinproduktion: IL-4, IL-5, IL-13) und schwächt über chronische Entzündung die Immunabwehr — mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionen und Tumorerkrankungen.
Daniel Elieh Ali Komi, Lokesh Sharma, Charles S. Dela Cruz, »Chitin and Its Effects on Inflammatory and Immune Responses«, in: Clinical Reviews in Allergy and Immunology, Vol. 54, Issue 2, April 2018, 213—23.
Tiffany A. Reese, Hong-Erh Liang, Andrew M. Tager, et al., »Chitin induces accumulation in tissue of innate immune cells associated with allergy«, in: Nature, Vol. 447, Issue 7, 22.04.2007, 92—6.
David Furman, Judith Campisi, Eric Verdin, et al., »Chronic Inflammation in the Etiology of Disease across the Life Span«, in: Nature Medicine, Vol. 25, Issue 12, 05.12.2019, 1822—32.
Tom Standage, A History of the World in 6 Glasses, New York 2005, Kapitel 8.
Michael Pollan, This Is Your Mind on Plants, New York 2021, Teil 2 (»Caffeine«).
Brian Cowan, The Social Life of Coffee: The Emergence of the British Coffeehouse, New Haven 2005.
Mark Pendergrast, Uncommon Grounds: The History of Coffee and How It Transformed Our World, New York 2010.





Hey Ticro, danke dass der Zufall mich auf Deine Seiten bei Substack gebracht hat und Danke für Deine geniale messerscharfe Beschreibung unseres IST-Zustandes. Deine Texte sind außergewöhnlich und ich bin schwer beeindruckt, wie Du Dinge, Analysen und Beschreibungen auf den Punkt bringst ohne anzuklagen und trotzdem den Finger in die vielen Wunden unseres Lebenswandels und Seins steckst und nicht locker lässt, Veränderungen durch Objektivierung zu erzeugen. Zumindest bei mir hat es das und ich bin mit meinem Kaffekonsum auf 1 Tasse runter und mein Tiefschlaf hat sich Oura gemessen deutlich verbessert. Morgen geht es dann ohne. Ein Meilenstein für mich und Deine Texte haben mir meinen bequemen Selbstbetrug klargemacht und keinen Ausweg gelassen. Und das Verrückte ist dass Du es ohne Anklage und Vorwurf geschrieben hast und man sich fast liebevoll ertappt fühlt. Dann fällt das Erkennen und Annehmen mir leichter und es ist schon fast wie eine Entdeckung meines Selbst und das ist ein Abenteuer, was mich immer wieder fasziniert.
Danke Dir für viele Erkenntnisse und bleibe dran weiter so zu schreiben. Zumal wenn es Dir persönlich das Leben rettet. Du wirst gelesen, verstanden, inspirierst andere und damit schaffst Du einen Mehrwert für andere und dass ist neben dem Selbst-Zweck ein gewichtiges weiteres Argument, um am Leben zu sein und auch zu bleiben. Danke Dir!
hi, wie sieht es denn mit grüntee aus, wie ist der unterschied zu kaffee