25 Kommentare
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Avatar von Anna Asconti

Ein Leben ohne Kaffee, Alkohol, Zucker und tierische Produkte ist möglich - und zwar lustvoll möglich! Die praktische Umsetzung ist einfacher, als man denkt. Aber wie immer: auch ohne, dass man missioniert, triggert ein cleaner Lebensstil die Menschen in Deiner Umgebung. Sie sehen Ihre eigenen Schwächen/ Schatten in Dir. Tatsächlich war ich so euphorisch, als ich clean gelebt habe, dass die Idee von Lichtnahrung gar nicht mehr sooo abstrus erschien. Natürlich nicht in diesem Leben.

Avatar von Ticro Goto
Feb 11Bearbeitet

Ohne tierische vor allem. Danke.

Es ist bemerkenswert, wie man sich auch menschlich vertieft und verändert.

Zucker dockt im Gehirn übrigens an denselben Rezeptoren an wie Koks. (Nur so nebenbei.) Und es ist das Lebensmittel, das die biologische Alterung mitunter am stärksten beschleunigt.

Vielleicht sollte ich darüber auch mal etwas arbeiten. Aber da ich nicht selbst betroffen bin oder war (ich hab’s mehr mit dem Salz), würde es mir anmaßend vorkommen.

Avatar von Anna Asconti

Unbedingt zu Zucker!

Avatar von Ticro Goto

Na gut.

(Das wird aber nicht hübsch.)

Avatar von Anna Asconti

Umso besser! Zucker ist ein Gift.

Avatar von Kathleen Schwabe

Ich trinke wirklich gern Kaffee, genieße ihn, aber bleibe auch bei 2 Tassen nach dem Frühstück, weil er später meinen Nachtschlaf stört & der ist mir noch wichtiger.

Avatar von Hulk

Ich trinke entkoffinierten Kaffee.

Kaffeegeschmack ohne negative Konsequenzen und ganz ehrlich der schmeckt einfach 1zu1 gleich.

Avatar von Julian Stiller

Sehr interessant. Ich habe lange viel Espresso getrunken. Aus experimentellen Gründen habe ich dann mal auf Kaffee verzichtet. Ich hatte einen ziemlichen Entzug. Fünf Tage spürbar. Mittlerweile trinke ich noch circa 3 Espressi pro Woche, überlege aber auch schon das komplett sein zu lassen.

Avatar von Ilka Sommer

Gesten bin ich auf Deinen Koffein-Text gestoßen. Substack hatte mir Deinen Artikel „Das innere Kind muss sterben“ vorgeschlagen. Fasziniert von Deiner Klarheit und Sprache und dem Quellenbelegen las ich mich durch mehrere Artikel und auch anschließende Kommentare. – Beim Koffein dachte ich: hier beantwortet jemand meine Frage (was die Omnipräsenz des Kaffees in unserer westlichen Welt für einen Einfluss auf Gesundheit und Psyche Menschen hat), die ich vor längerem mal versuchte, mit Chatgpt zu „diskutieren“, weil alle menschlichen (kaffetrinkenden) Gesprächspartner immer nur müde lächeln, wenn ich mit dem Thema Kaffee-Sucht anfange. Die KI antwortete ebenso unbefriedigend. Mein Ausgangpunkt war der über 200 Jahre alte Aufsatz „Der Kaffee in seinen Wirkungen“ (S. Hahnemann, 1803), der in Auswertung aller seiner gesammelten Beobachtungen von einem „Leben beschleunigenden, Leben vergeudenden Trank“ spricht. Hatte er Recht? Was passiert mit einer Gesellschaft, die ein Genussmittel zum Lebensmittel erhebt? H’s lesenswerter Aufsatz ähnelt Deinem Koffein-Fazit frappierend. Deine recherchierten Quellen bestätigen, was H seinerzeit messerscharf beobachtete. Falls es Dich interessiert https://archive.org/details/bub_gb_ArI8AAAAcAAJ/page/n5/mode/2up

Liebe Grüße

Avatar von Ticro Goto

Danke dir. Hahnemann ist mir gut bekannt. Ich habe während der Pandemie ein mehrbändiges Werk über Seuchenökologie und Medizingeschichte geschrieben, in dem er Teil eines Kapitels war. Ich besitze sein Organon in mehreren Ausgaben. Die Homöopathie selbst halte ich für unwissenschaftlich, das vorweg. Ich arbeite evidenzbasiert.

Aber Hahnemann, zu seiner Zeit, hat den Kaffee in seinen Wirkungen so präzise beschrieben, dass die spätere evidenzbasierte Medizin ihm in vielen Punkten recht geben musste. Das ist eine Leistung, die man würdigen muss, ohne sein Gesamtwerk zu teilen. Coffea als Charakterbild ist innerhalb der homöopathischen Tradition tatsächlich eines der differenziertesten Porträts, die es zu dieser Substanz gibt. Unsagbar inspirierend, ohne dass ich es zu meinem mache.

Manche Wahrheiten sind so offensichtlich, dass man sie zweihundert Jahre lang ignorieren muss, um sie nicht zu sehen.

Liebe Grüße

Avatar von Ilka Sommer

Danke für Deine Antwort. Dein Werk über Seuchenökologie und Medizingeschichte interessiert mich sehr, hab im Netz danach gesucht, vergeblich. Wo/wie finde ich es?

Avatar von Ticro Goto

Danke für dein Interesse, das freut mich sehr. Und es berührt mich, weil du nicht die Erste bist, die mich darauf anspricht.

Das Buch ist bisher nur in einem kleinen Fachkreis veröffentlicht, nicht offiziell publiziert. Das hat einen Grund. Ich habe es während der Pandemie geschrieben (zwischen 2020 und 2023), drei Jahre, über zweitausend Seiten, mehrbändig. (Übrigens komplett handschriftlich, mit Füllfederhalter, danach auf den Computer übertragen.) Es ist mein Opus Magnum. Und weil es aber genau in die heikelsten Fragen hineinarbeitet (Impfgeschichte, Entstehung von Epidemien, medizingeschichtliche Wurzeln des heutigen Systems) habe ich mich damals entschieden, es nicht öffentlich herauszubringen. Diese Feigheit bedauere ich inzwischen sehr.

Mein Plan ist, es dieses Jahr zu veröffentlichen, komplett oder in Teilen. Vorher will ich es nochmal durchgehen. Zweitausend Seiten brauchen Zeit, die ich aktuell neben den anderen Projekten kaum habe. Aber dass du fragst, ist ein weiterer Schubs in die richtige Richtung.

Wenn du magst, kann ich dir vorab einzelne Auszüge zukommen lassen. Sag mir, welche Themen dich besonders interessieren, dann suche ich die passenden Kapitel heraus.

Liebe Grüße

Avatar von Ilka Sommer

Hallo Ticro, Dein Angebot, mir vor Veröffentlichung Deines Opus Magnum einzelne Auszüge zukommen zu lassen, berührt und freut mich ebenso. Natürlich interessieren mich gerade die heikelsten Fragen, wie die geschichtlichen Wurzeln unseres heutigen Medizin-Systems, dazu gehört unbedingt die Geschichte der Impfung und der Epidemien. Schick mir gerne, was Du für angemessen hältst. – Weil ich Dein Angebot als Vertrauensvorschuss empfinde: vorab – ich bin Heilpraktikerin mit medizinhistorischem Interesse. Selbstkritisch, neugierig, habe eine kleine Fachbibliothek mit einem Teil historischer Werke in Obhut. Lese gerne darin und stelle insbesondere bei den Zeitschriften immer wieder fest, wie Geschichte sich wiederholt … Liebe Grüße

Avatar von Ticro Goto
1dBearbeitet

Wie die Geschichte sich wiederholt, ist in der Tat ein Abgrund, der sich auftut. Danke dir für die Offenheit. Als Heilpraktikerin mit Zugang zu historischen Quellen bist du eine super Leserin. Der Abschnitt über die Impfgeschichte und die Impfgegnerschaft ist historisch einer der dichtesten Teile.

Ich werde das Material vor dem Versand nochmal selbst durchsehen. Gib mir etwas Zeit. Dann schicke ich dir nach und nach, was ich gesichtet habe. Der Impfteil kommt wahrscheinlich nicht zuerst, weil er erst später im Kapitel über Pocken auftaucht.

Ich freue mich auf deinen Blick darauf.

An welche E-Mail-Adresse darf ich dir die PDFs schicken?

Liebe Grüße

Avatar von Ilka Sommer

Klar, nimm Dir die Zeit zum nochmal Drüberlesen. Schicke mir die PDFs gerne an: ilka.sommer@online.de - ich bin gespannt auf die Lektüre und melde mich dann wieder. Hab eine gute Zeit. Liebe Grüße

Avatar von Kerstin Jetschin

Danke für die umfassende Recherche und den Klartext! Vor Jahren hatte ich bereits einen "kalten Entzug" versucht. Das heißt, ich trank "einfach" keinen Kaffee mehr... Nach acht Stunden musste ich wegen heftiger Kopfschmerzen aufgeben. Deine Ausführungen gaben mir den entscheidenden Impuls für einen erneuten Versuch. Eine Woche halbe Dosis, den Rest in drei Tagen ausgeschlichen. Leichte Kopfschmerzen, Gereiztheit, Müdigkeit sind jetzt Geschichte. Das Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit ist grandios. Danke!

Avatar von Ticro Goto

Danke. Und Glückwunsch.

Acht Stunden bis Kopfschmerzen zeigt, wie stark die Abhängigkeit war. Dass du jetzt durch bist, zeigt, dass du stärker bist.

Das Gefühl von Leichtigkeit, das du beschreibst, ist dein Nervensystem ohne chemische Leine.

Liebe Grüße

Avatar von Annette Schneider

Zudem gibt es Hinweise, dass er hypomethylierend wirkt. Das will man eigentlich auch nicht. Zusammengefasst beschränkt sich der gesundheitliche Vorteil von Kaffeekonsum wahrscheinlich auf seine hormetische Wirkung alle 10-14 Tage angewandt. Aber wie der Mensch nun mal ist, wenn er hört Kaffee ist gesund. Dann ballert er täglich mehrmals und denkt, er wird gesünder davon.

Avatar von Ticro Goto

Der Hinweis auf die möglicherweise hypomethylierende Wirkung ist wichtig.

Danke. 😊

Avatar von Cassius

Ich trinke 3-4 Espresso und zwei Tassen Kaffe am Tag und ich schlafe blendend. Ist ne Kopfsache und ohne Genuss taugt das Leben nichts

Avatar von Thomas Schwarz

Immer diese Wissenschaft. Danke für die Aufbereitung. Ich trinke schon 6-8 gute Tassen am Tag. Vielleicht wollte ich das mal ernsthaft überdenken.

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Jan 29
Kommentar entfernt
Avatar von Ticro Goto

Danke dir. Ja, der Reflex "aber hat doch auch positive Effekte" ist klassisches motivated reasoning. Das Argument "Koffein wirkt positiv, wenn man es richtig dosiert" ist bekannt, erklärt aber nicht, warum dieselben Personen ohne Koffein unterperformen. Was als Wirkung wahrgenommen wird, ist bei Gewohnheitskonsum fast immer Entzugsumkehr. Regeln geben ein Kontrollgefühl. Sie ändern nicht die Physiologie. Die Quellen stehen im Text (18 Fußnoten).

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Kommentar entfernt
Jan 29
Kommentar entfernt
Avatar von Ticro Goto

Bevor wir im Kreis laufen: Die Antwort steht schon im Text. Dein Kommentar zeigt, dass du ihn nicht gelesen hast.

"Kaffee schützt vor Demenz" ist kein Befund, sondern ein epidemiologischer Mythos. Er entsteht aus Beobachtungsstudien mit Verzerrungen und wird dann als Kausalität weitergereicht. Sobald man kausal prüft, bleibt nichts davon übrig.

Die beste Evidenz zur Kausalität (Mendelian Randomization) findet keinen neuroprotektiven Effekt von Kaffee oder Koffein auf Alzheimer oder Demenz. Wenn der Schutz real wäre, müsste er genetisch sichtbar sein. Ist er nicht.

– Larsson et al., 2023, Alzheimer's & Dementia (MR, kein kausaler Schutzeffekt)

– Kwok et al., 2020, Nutritional Neuroscience (genetisch instrumentiert, kein protektiver Effekt auf kognitive Alterung)

Und dann der Teil, den die "aber bei mir nur 6 Stunden vorher"-Religion gern übersieht: Koffein verschlechtert Schlaf objektiv messbar, auch bei Gewohnheitskonsum, auch bei 6 Stunden Abstand. Nicht "gefühlt", sondern gemessen.

– Drake et al., 2013, Journal of Clinical Sleep Medicine (auch 6h vorher signifikant weniger Schlaf)

– Gardiner et al., 2023, Meta-Analyse, Sleep Medicine Reviews (geringere Schlafeffizienz, weniger Schlaf, schlechtere Architektur)

Schlaf ist keine Wellness-Idee, sondern Reparatur. Fragmentierter Tiefschlaf ist mit Demenzrisiko assoziiert und betrifft Mechanismen wie glymphatische Clearance und Amyloid-Dynamik.

– Ju et al., 2014 & 2017, Science / JAMA Neurology

"Neuroprotektion" ist ein Mechanismus-Claim. Adenosinblockade ist kein Schutz, sondern akute Stimulation. Langfristig kommt Toleranz. Mehr Rezeptoren, mehr Schlafdruck, mehr Fragmentierung. Das ist Systemstress, nicht Hirnrettung.

Und weil du "positive Effekte" sagst: Koffein kann akut Leistung und Wachheit pushen. Bei Gewohnheitskonsum ist das aber withdrawal reversal, also Entzugsumkehr, nicht "über Normal".

– Rogers 2014; Rogers et al. 2012; Addicott & Laurienti 2009

Wenn du nach diesen Quellen immer noch "positive Wirkung" meinst, sag bitte konkret welche (Gedächtnis, Stimmung, Sportleistung, Demenzrisiko) und bei wem (Nichtkonsumenten vs. Gewohnheitskonsumenten). Sonst ist das wie gesagt nur motivated reasoning: "Meine Substanz hat auch Vorteile, also darf sie bleiben."

Du fragst nach "anderen Infos", aber die im Text (18 Fußnoten) ignorierst du gerade komplett. Die Quellen sind im Übrigen Goldstandard. Es handelt sich fast durchweg um Landmark Studies aus Journals mit hohem Impact Factor.