Ich hab mit 14 um Hilfe beim Jugendamt ersucht, aber die sind zum vereinbarten Termin in meinem Elternhaus einfach nicht erschienen und haben auch keinen neuen Terminvorschlag gemacht. Die haben mich einfach hängenlassen. Ich wohnte kurz bei einer Freundin und ihre Mutter begleitete mich zum Termin mit meinem Vater und dem Sozialarbeiter, der nicht auftauchte. Die Mutter meinte anschließend zu mir, dass mein Vater unseren Hund besser behandelt als mich. Leider konnte ich nicht ewig bei der Freundin bleiben und musste leider zurück, wo Ich Suizidversuche unternahm, überlebte, dann abhaute. 3 Jahre weiteres Leiden bis zum 17 Lebensjahr, bis ich endlich auszog, ein Weg, der mir erspart geblieben wäre, hätte mich das Jugendamt da rausgeholt. Mein Vater hat immer das Unschuldslamm gespielt, war sich keiner Schuld und Verantwortung für meinen seelischen Zustand bewusst. Ich hab mich erst mit dem Schreiben meiner Biografie frei geschwommen, die er sich heimlich besorgte und las und zum endgültigen Bruch führte. 40 Jahre zu spät. Das ist der einzige Fehler in meinem Leben, den ich zutiefst bereue, nämlich nicht vor 40 Jahren mit der Familie gebrochen zu haben. Leider empfinde ich jetzt nur noch Wut und Hass auf die Familie. Ich denke es ist aber normal, ein Übergangszustand, der sich auflöst, sobald der Vater stirbt. Er ist jetzt fast 83. Ich schreibe das nur, um dir zu sagen, dass ich froh bin, dass dir das Jugendamt zur Seite stand.
Ich verdanke die Hilfe einer besonderen Frau vom Jugendamt. Sanjrani hieß sie. Sie hat sofort gespürt, was los war, und mich jahrelang vor Menschen beschützt, die mir schaden wollten. Mit 17 durfte ich dann dank ihrer Unterstützung in eine eigene Wohnung ziehen. Ich machte Abitur und ging zur Uni.
Charles Birch, Biologe, hat mal gesagt: "The best thing that can happen in a man’s life is that his father dies when he is born." Ich frage mich manchmal, was in mir geschieht, wenn meine Eltern nicht mehr da sind. Vielleicht kommt dann etwas in mir zur Ruhe.
Es war nie deine Schuld, dass dir niemand half. Dass du überlebt hast, zeigt Stärke. Und weil du fast daran zerbrochen wärst, siehst du heute klarer, was in unserer Welt grundlegend nicht stimmt.
Eine Idee zu deinem Lebensweg und der Epilepsie: Könnte es sein, dass erst die Krankheit dir gezeigt hat, dass du einem falschen Lebensweg folgst und dir dabei geholfen hat, auf den richtigen zurückzufinden? Ich selbst war früher ständig krank, müde, energielos. Immer wieder verletzt. Immer wieder hatte ich Schmerzen, die kein Arzt erklären konnte. Physiologisch war ich kerngesund. Aber psychologisch?
Später traf ich einen Arzt, der sich vom traditionellen Gesundheitssystem verabschiedet hatte. Er sagte zu mir: "Your health is 95% biography and 5% biology." Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, gibt es etwas in mir, das sagt: "Ja, stimmt."
Der Satz lehnt sich an ein Zitat von Caroline Myss aus ihrem Buch Anatomy of the Spirit: "Your biography becomes your biology"
Ich verstehe die Logik dahinter, und oft scheint sie zu passen. Aber in diesem Fall war's anders: Der Anfall kam im Dezember eines der stimmigsten, erfolgreichsten Jahre meines Lebens. Nicht als Signal für einen falschen Weg, sondern mitten in eine Phase, in der alles richtig war.
Es gibt andere Episoden in meinem Leben, auf die deine Deutung passen würde, aber die Epilepsie gehört nicht dazu. Sie bleibt ein Mysterium, aber nicht das Mysterium eines biografischen Fehlers.
Immer wieder diese genialen Formulierungen in Deinen Texten: „Ich bin der Raum, in dem diese Gefühle nur auftauchen. Ich bin diese Gefühle und Gedanken nicht. Ich bin der, der sie beobachtet.“ Und wenn man den Fokus noch weiter aufzieht, nicht nur somatisch betrachtet, sondern die ganze, große eigene Lebensgeschichte auf diese Weise betrachtet ……
Ich hab mit 14 um Hilfe beim Jugendamt ersucht, aber die sind zum vereinbarten Termin in meinem Elternhaus einfach nicht erschienen und haben auch keinen neuen Terminvorschlag gemacht. Die haben mich einfach hängenlassen. Ich wohnte kurz bei einer Freundin und ihre Mutter begleitete mich zum Termin mit meinem Vater und dem Sozialarbeiter, der nicht auftauchte. Die Mutter meinte anschließend zu mir, dass mein Vater unseren Hund besser behandelt als mich. Leider konnte ich nicht ewig bei der Freundin bleiben und musste leider zurück, wo Ich Suizidversuche unternahm, überlebte, dann abhaute. 3 Jahre weiteres Leiden bis zum 17 Lebensjahr, bis ich endlich auszog, ein Weg, der mir erspart geblieben wäre, hätte mich das Jugendamt da rausgeholt. Mein Vater hat immer das Unschuldslamm gespielt, war sich keiner Schuld und Verantwortung für meinen seelischen Zustand bewusst. Ich hab mich erst mit dem Schreiben meiner Biografie frei geschwommen, die er sich heimlich besorgte und las und zum endgültigen Bruch führte. 40 Jahre zu spät. Das ist der einzige Fehler in meinem Leben, den ich zutiefst bereue, nämlich nicht vor 40 Jahren mit der Familie gebrochen zu haben. Leider empfinde ich jetzt nur noch Wut und Hass auf die Familie. Ich denke es ist aber normal, ein Übergangszustand, der sich auflöst, sobald der Vater stirbt. Er ist jetzt fast 83. Ich schreibe das nur, um dir zu sagen, dass ich froh bin, dass dir das Jugendamt zur Seite stand.
Ich verdanke die Hilfe einer besonderen Frau vom Jugendamt. Sanjrani hieß sie. Sie hat sofort gespürt, was los war, und mich jahrelang vor Menschen beschützt, die mir schaden wollten. Mit 17 durfte ich dann dank ihrer Unterstützung in eine eigene Wohnung ziehen. Ich machte Abitur und ging zur Uni.
Charles Birch, Biologe, hat mal gesagt: "The best thing that can happen in a man’s life is that his father dies when he is born." Ich frage mich manchmal, was in mir geschieht, wenn meine Eltern nicht mehr da sind. Vielleicht kommt dann etwas in mir zur Ruhe.
Es war nie deine Schuld, dass dir niemand half. Dass du überlebt hast, zeigt Stärke. Und weil du fast daran zerbrochen wärst, siehst du heute klarer, was in unserer Welt grundlegend nicht stimmt.
Danke dir. Deine Worte streicheln meine Seele. Ich finde es auch stark, wie du deinen Weg gegangen bist.
Eine Idee zu deinem Lebensweg und der Epilepsie: Könnte es sein, dass erst die Krankheit dir gezeigt hat, dass du einem falschen Lebensweg folgst und dir dabei geholfen hat, auf den richtigen zurückzufinden? Ich selbst war früher ständig krank, müde, energielos. Immer wieder verletzt. Immer wieder hatte ich Schmerzen, die kein Arzt erklären konnte. Physiologisch war ich kerngesund. Aber psychologisch?
Später traf ich einen Arzt, der sich vom traditionellen Gesundheitssystem verabschiedet hatte. Er sagte zu mir: "Your health is 95% biography and 5% biology." Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, gibt es etwas in mir, das sagt: "Ja, stimmt."
Der Satz lehnt sich an ein Zitat von Caroline Myss aus ihrem Buch Anatomy of the Spirit: "Your biography becomes your biology"
Ich verstehe die Logik dahinter, und oft scheint sie zu passen. Aber in diesem Fall war's anders: Der Anfall kam im Dezember eines der stimmigsten, erfolgreichsten Jahre meines Lebens. Nicht als Signal für einen falschen Weg, sondern mitten in eine Phase, in der alles richtig war.
Es gibt andere Episoden in meinem Leben, auf die deine Deutung passen würde, aber die Epilepsie gehört nicht dazu. Sie bleibt ein Mysterium, aber nicht das Mysterium eines biografischen Fehlers.
Interessant. Da gibt es also noch etwas zu entdecken.
Immer wieder diese genialen Formulierungen in Deinen Texten: „Ich bin der Raum, in dem diese Gefühle nur auftauchen. Ich bin diese Gefühle und Gedanken nicht. Ich bin der, der sie beobachtet.“ Und wenn man den Fokus noch weiter aufzieht, nicht nur somatisch betrachtet, sondern die ganze, große eigene Lebensgeschichte auf diese Weise betrachtet ……
😊