Sehr stark recherchiert und auch eine starke Meinung dazu. Und hab mich auch mal wieder ertappt gefühlt. Habe meine Nikotinsucht gegen eine Zuckersucht eingetauscht und knabber da wirklich dran das wieder los zu werden. Magst du vielleicht ein bisschen Tipps geben bzgl der Süsse die du in deinen Getränken verwendest?
Geht mir genauso, habe die eine Sucht gegen die andere getauscht. Aber die Zuckersucht ist die härteste.
Ich bin zwar ein Freund von ungesüßten Getränken und Lebensmitteln, aber bei Schokolade und Eis werde ich schwach. Meine Leber reagiert sofort darauf. Bleibt mir nur noch, alles selbst herzustellen und Xylit (Birkenzucker), Erythrit oder Stevia zu verwenden. Manche Sachen kann man wunderbar mit Datteln süßen.
Danke für das Teilen. Das ist schonmal gut zu wissen, dass das nicht so ungewöhnlich ist. Werde der Zukersucht jetzt auch versuchen Einhalt zu gebieten und schauen, was ich mir an Sweets selber herstellen kann - aber hört das Craving dann dadurch, dass es kein echter Zucker ist, irgendwann eher mal auf? Für mich war nämlich der grösste Treiber beim aufhören mit den Zigaretten mein Drang nach Freiheit. Frei fühlt sich das aber nicht an. Ich bekomme inzwischen sogar so ein unglaubliches Verlangen nach Schokolade, sobald ich Zigarettenrauch irgendwo rieche.
Als ich letztes Jahr mit Nikotin aufgehört habe, hat mein Gehirn sofort Ersatz gesucht. Bei mir war es nicht Zucker, aber der Mechanismus ist immer derselbe. Das Belohnungssystem ist künstlich hochreguliert, und wenn die Substanz wegfällt, entsteht ein Vakuum.
Was mir geholfen hat, war die Reizdichte insgesamt zu senken. Die Schwelle wieder zu normalisieren. Das braucht vor allem ganz viel Schlaf.
Zum Thema Süße in Getränken werde ich noch schreiben. Ich arbeite gerade an einem Buch über Nikotinentzug, Suchtverschiebung, und wie man da wirklich rauskommt. Wenn das fertig ist, folgen auch Texte über Getränke und darüber, wie Süße jenseits von Zucker funktioniert. Das ist ein Feld, das man nicht in drei Sätzen seriös abhandeln kann.
Sehr liebe Grüße und freut mich wirklich, dass du vom Nikotin los bist. 😊
Auf ARTE findet sich eine Doku, die die Geschichte von Zucker unter dem Aspekt Kolonialisierung, Zwangsarbeit und Sklaverei beleuchtet. Die Zuckerindustrie beutet Menschen und Ökosysteme aus. Die gesundheitlichen Schäden, Adipositas und Diabetes Typ 2 gelten wegen der weiten Verbreitung als „Volkskrankheiten“, schon Babys nuckeln an Apfelsaftschorle aus dem Fläschchen, was den Zuckergehalt angeht könnte man auch Cola einfüllen. Dahinter steckt noch viel mehr. Danke für den Beitrag (geiler Titel übrigens). Und komme bitte keiner mit: ein Krapfen zu Fasching ist doch nicht so schlimm, daher.
Ich beschreibe im Text, was passiert, wenn ich Industriezucker esse: Ich schwitze, zittere, sehe Auren. Aber Bananen esse ich kiloweise. Null Reaktion. Selber Zucker, andere Verpackung.
Das Gegengift steckt in der Frucht selbst, in der Faser. Obst enthält zwar Fruktose, aber liefert die Fruktose in zellulärer Matrix aus Ballaststoffen, Wasser, Mikronährstoffen. Das verlangsamt die Aufnahme so massiv, dass die Leber sie problemlos verarbeiten kann.
Industriezucker und Maissirup liefern isolierte Fruktose ohne Bremse. Die trifft die Leber wie Alkohol ohne Rausch. Genau das steht im Text.
Einen Apfel zu essen und Cola zu trinken sind biochemisch völlig verschieden. Durch Äpfel nimmt niemand zu. Durch Apfelschorle schon. Das Etikett ist dasselbe. Die Wirkung nicht.
Ich esse tatsächlich ungern süß. Und in meinen guten Zeiten lasse ich Nudeln, Reis, Brot und Kartoffeln weg.
Wenn ich über Low Carb in meiner Praxis spreche, dann tritt in schöner Regelmäßigkeit ein verzweifelt verkrampftes Lächeln auf die Gesichter meiner Patienten. Kombiniert mit einem trockenen Schlucken.
Sehr stark recherchiert und auch eine starke Meinung dazu. Und hab mich auch mal wieder ertappt gefühlt. Habe meine Nikotinsucht gegen eine Zuckersucht eingetauscht und knabber da wirklich dran das wieder los zu werden. Magst du vielleicht ein bisschen Tipps geben bzgl der Süsse die du in deinen Getränken verwendest?
Geht mir genauso, habe die eine Sucht gegen die andere getauscht. Aber die Zuckersucht ist die härteste.
Ich bin zwar ein Freund von ungesüßten Getränken und Lebensmitteln, aber bei Schokolade und Eis werde ich schwach. Meine Leber reagiert sofort darauf. Bleibt mir nur noch, alles selbst herzustellen und Xylit (Birkenzucker), Erythrit oder Stevia zu verwenden. Manche Sachen kann man wunderbar mit Datteln süßen.
Danke für das Teilen. Das ist schonmal gut zu wissen, dass das nicht so ungewöhnlich ist. Werde der Zukersucht jetzt auch versuchen Einhalt zu gebieten und schauen, was ich mir an Sweets selber herstellen kann - aber hört das Craving dann dadurch, dass es kein echter Zucker ist, irgendwann eher mal auf? Für mich war nämlich der grösste Treiber beim aufhören mit den Zigaretten mein Drang nach Freiheit. Frei fühlt sich das aber nicht an. Ich bekomme inzwischen sogar so ein unglaubliches Verlangen nach Schokolade, sobald ich Zigarettenrauch irgendwo rieche.
Danke. Und ja, Suchtverschiebung kenne ich gut.
Als ich letztes Jahr mit Nikotin aufgehört habe, hat mein Gehirn sofort Ersatz gesucht. Bei mir war es nicht Zucker, aber der Mechanismus ist immer derselbe. Das Belohnungssystem ist künstlich hochreguliert, und wenn die Substanz wegfällt, entsteht ein Vakuum.
Was mir geholfen hat, war die Reizdichte insgesamt zu senken. Die Schwelle wieder zu normalisieren. Das braucht vor allem ganz viel Schlaf.
Zum Thema Süße in Getränken werde ich noch schreiben. Ich arbeite gerade an einem Buch über Nikotinentzug, Suchtverschiebung, und wie man da wirklich rauskommt. Wenn das fertig ist, folgen auch Texte über Getränke und darüber, wie Süße jenseits von Zucker funktioniert. Das ist ein Feld, das man nicht in drei Sätzen seriös abhandeln kann.
Sehr liebe Grüße und freut mich wirklich, dass du vom Nikotin los bist. 😊
Auf ARTE findet sich eine Doku, die die Geschichte von Zucker unter dem Aspekt Kolonialisierung, Zwangsarbeit und Sklaverei beleuchtet. Die Zuckerindustrie beutet Menschen und Ökosysteme aus. Die gesundheitlichen Schäden, Adipositas und Diabetes Typ 2 gelten wegen der weiten Verbreitung als „Volkskrankheiten“, schon Babys nuckeln an Apfelsaftschorle aus dem Fläschchen, was den Zuckergehalt angeht könnte man auch Cola einfüllen. Dahinter steckt noch viel mehr. Danke für den Beitrag (geiler Titel übrigens). Und komme bitte keiner mit: ein Krapfen zu Fasching ist doch nicht so schlimm, daher.
Ist der natürliche Zucker in bspw Obst auch schon gefährlich? Das ist doch auch „Fructose“, oder? 🤔
Sehr gute Frage und wichtig.
Nein.
Ich beschreibe im Text, was passiert, wenn ich Industriezucker esse: Ich schwitze, zittere, sehe Auren. Aber Bananen esse ich kiloweise. Null Reaktion. Selber Zucker, andere Verpackung.
Das Gegengift steckt in der Frucht selbst, in der Faser. Obst enthält zwar Fruktose, aber liefert die Fruktose in zellulärer Matrix aus Ballaststoffen, Wasser, Mikronährstoffen. Das verlangsamt die Aufnahme so massiv, dass die Leber sie problemlos verarbeiten kann.
Industriezucker und Maissirup liefern isolierte Fruktose ohne Bremse. Die trifft die Leber wie Alkohol ohne Rausch. Genau das steht im Text.
Einen Apfel zu essen und Cola zu trinken sind biochemisch völlig verschieden. Durch Äpfel nimmt niemand zu. Durch Apfelschorle schon. Das Etikett ist dasselbe. Die Wirkung nicht.
Danke. Mir hat nur der Part gefehlt ob man selbst bei normalen Früchten aufpassen sollte oder nur Industriezeug (ich bin Autist). 🫶
Obst ist okay. Siehe Kommentar oben.
Ich esse tatsächlich ungern süß. Und in meinen guten Zeiten lasse ich Nudeln, Reis, Brot und Kartoffeln weg.
Wenn ich über Low Carb in meiner Praxis spreche, dann tritt in schöner Regelmäßigkeit ein verzweifelt verkrampftes Lächeln auf die Gesichter meiner Patienten. Kombiniert mit einem trockenen Schlucken.