Dieser Text ist eine erweiterte und überarbeitete Fassung von: WAS WIR SCHLUCKENUnser Körper wird vor der Geburt kontaminiert und verbringt den Rest seiner Existenz damit, die Kontamination für sein Leben zu halten. Was am Ende denkt, denkt mit dem, was die Stoffe übrig gelassen haben.
Es nennt sich autonom.
Um mein Gehirn zurückzugewinnen, muss ich eliminieren, was es schrumpfen lässt. Und ich muss zur Routine machen, was es wachsen lässt. Was mein Gehirn schrumpfen lässt, sind Umweltgifte, die ich einatme (Feinstaub, Schwermetalle), Substanzen, die ich mir freiwillig zuführe (Alkohol, Tabakrauch, Koffein), und Stoffwechselstörungen, die aus beidem folgen (Übergewicht, schlechte Ernährung).
Dreihundert Chemikalien, die es 1950 nicht gab, schwimmen heute im durchschnittlichen Fötus.1 Er kommt zur Welt als kontaminiertes Gefäß, und der Staat nennt es Geburt. Er wird geboren, und es wird schlimmer. Wir gebären Sondermüll und nennen es Wunder. Wir gebären Kinder mit Gehirnen, die auf Plastik mariniert wurden, und erwarten von ihnen, dass sie begreifen, was wir ihnen angetan haben.
Lieber schieben wir den seit Jahrzehnten sinkenden IQ2 auf unser marodes Bildungssystem statt auf das, was aus Leitungen, Verpackungen und Böden in unsere Blutbahn sickert.3 Fluorid, endokrine Disruptoren, Mikroplastik.
Oder wir schieben ihn auf die Gene, obwohl der Rückgang innerhalb derselben Familien nachgewiesen ist, zwischen älteren und jüngeren Geschwistern.4 Wir erzählen es uns, um die Illusion von Kontrolle aufrechtzuerhalten, selbst wenn sie nur darin besteht, ein passendes Etikett parat zu haben — »Depression«, »Burnout«, »ADHS«, oder was gerade als Diagnose durchgeht. Das reicht als Ausrede für meine Kümmerexistenz.
Die Psychiatrie medikamentiert Vergiftungen, die sie nicht diagnostiziert — alles außer dem, was eine Blutanalyse zeigen würde. Wir führen Debatten mit Gehirnen, die nicht einmal ihren eigenen Glukosespiegel kontrollieren. Wenn die Sicherung durchbrennt, projizieren wir den Selbsthass auf Milliardäre, Erben, »die da oben«, Zugewanderte — auf alles außer den eigenen Blutkreislauf.
Demenz ist nicht Schicksal. Demenz ist die Quittung. Der Unterschied zwischen einem funktionierenden und einem demenzkranken Gehirn ist Postleitzahl und Zeit.




