Der folgende Text ist eine erweiterte und überarbeitete Fassung von: WAS WIR SCHLUCKENUnser Körper wird vor der Geburt kontaminiert und verbringt den Rest seiner Existenz damit, die Kontamination für sein Leben zu halten. Was am Ende denkt, denkt mit dem, was die Stoffe übrig gelassen haben.
Es nennt sich autonom.
Um mein Gehirn zurückzugewinnen, muss ich eliminieren, was es schrumpfen lässt. Und ich muss zur Routine machen, was es wachsen lässt. Was mein Gehirn schrumpfen lässt, sind Umweltgifte, die ich einatme (Feinstaub, Schwermetalle), Substanzen, die ich mir freiwillig zuführe (Alkohol, Tabakrauch, Koffein), und Stoffwechselstörungen, die aus beidem folgen (Übergewicht, schlechte Ernährung).
Dreihundert Chemikalien, die es 1950 nicht gab, schwimmen heute im durchschnittlichen Fötus.1 Er kommt zur Welt als kontaminiertes Gefäß, und der Staat nennt es Geburt. Er wird geboren, und es wird schlimmer. Wir gebären Sondermüll und nennen es Wunder. Wir gebären Kinder mit Gehirnen, die auf Plastik mariniert wurden, und erwarten von ihnen, dass sie begreifen, was wir ihnen angetan haben.
Lieber schieben wir den seit Jahrzehnten sinkenden IQ2 auf unser marodes Bildungssystem statt auf das, was aus Leitungen, Verpackungen und Böden in unsere Blutbahn sickert.3 Fluorid, endokrine Disruptoren, Mikroplastik.
Oder wir schieben ihn auf die Gene, obwohl der Rückgang innerhalb derselben Familien nachgewiesen ist, zwischen älteren und jüngeren Geschwistern.4 Wir erzählen es uns, um die Illusion von Kontrolle aufrechtzuerhalten, selbst wenn sie nur darin besteht, ein passendes Etikett parat zu haben — »Depression«, »Burnout«, »ADHS«, oder was gerade als Diagnose durchgeht. Das reicht als Ausrede für meine Kümmerexistenz.
Die Psychiatrie medikamentiert Vergiftungen, die sie nicht diagnostiziert — alles außer dem, was eine Blutanalyse zeigen würde. Wir führen Debatten mit Gehirnen, die nicht einmal ihren eigenen Glukosespiegel kontrollieren. Wenn die Sicherung durchbrennt, projizieren wir den Selbsthass auf Milliardäre, Erben, »die da oben«, Zugewanderte — auf alles außer den eigenen Blutkreislauf.
Demenz ist nicht Schicksal. Demenz ist die Quittung. Der Unterschied zwischen einem funktionierenden und einem demenzkranken Gehirn ist Postleitzahl und Zeit.
Stadtluft macht dumm. Feinstaub und Schadgase wie Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon sind in Charlottenburg besonders hoch. Sie frisst weißes Hirngewebe. Feinstaub nimmt Hirnvolumen, Milligramm pro Atemzug, messbar per MRT. Feinstaubpartikel sind dreißigmal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haars. Klein genug, um die Immunabwehr zu umgehen.5
Bei Jugendlichen baut Schadstoffbelastung die weiße Substanz um.6 Die Isolierung der Nervenfasern hat ein Zeitfenster. Was in diesem Fenster beschädigt wird, bleibt beschädigt. Der junge Körper kompensiert. Entzündungsmarker steigen, Vitamin-D-Spiegel sinken, alle Vorboten eines Kollapses, aber die Messwerte halten. Noch. Weil der Organismus den Verfall verbirgt. Bis er es nicht mehr kann.
Je höher die Feinstaubkonzentration am Wohnort, desto geringer das gemessene Hirnvolumen.7 Da ich meinen Wohnort nicht wechseln konnte, verminderte ich die Exposition durch Luftreiniger mit HEPA-13-Filter in allen genutzten Räumen. Im Freien blieb die FFP2-Maske. Sozial ruinös, toxikologisch alternativlos.
Ein Bäckereiverkäufer im Kiez fragte irgendwann, was die Maske soll. Ich erklärte ihm den Feinstaub. Danach rief er mir auf der Straße hinterher. Feinstaub! Pass auf! Jedes Mal, wenn er mich sah. Häme von einem Mann, der acht Stunden täglich Mehlstaub einatmet. In Tokio hätte niemand gefragt. In Berlin wirst du zum Irren erklärt, wenn du aufhörst, dich vergiften zu lassen.
Die Verachtung gilt nie dem Schaden.
Immer dem, der ihn benennt.
Die Pandemie ist vorbei, die Aversion geblieben. Wer heute eine FFP2-Maske trägt, gilt wahlweise als ängstlich, autoritätshörig oder japan-besessen. Dass Feinstaub die Hirnsubstanz angreift, passt schlecht ins Narrativ. Dieselben Leute, die »Hirn einschalten« forderten, setzen ihres nun ungeschützt der Stadtluft aus.
Neben Übergewicht, Alkohol und Nikotin ist Feinstaub der verlässlichste Prädiktor für Alzheimer und Demenz. Die anderen drei lassen sich kontrollieren. Alkohol kann man weglassen, Nikotin kann man weglassen, Übergewicht lässt sich abbauen. Feinstaub nicht. Er kommt mit der Luft. Auch unterhalb der geltenden Grenzwerte steigt das Risiko linear. Es gibt keine sichere Dosis. Nationale Grenzwerte wiegen in einer Sicherheit, die es nicht gibt. Selbst die Kontrollgruppen in Feinstaubstudien sind kontaminiert. Was eine gesunde Referenzpopulation ist, weiß niemand mehr.
Die Rechnung kommt in Gramm.
Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen8. Vier Stoffe, die sich im Gehirn einlagern wie Sediment in einem Flussbett.9 Sie passieren die Blut-Hirn-Schranke und bleiben. Blei aktiviert die Immunzellen des Gehirns (Mikroglia) zu einer Dauerentzündung. Das führt zur Demyelinisierung, also dem Abbau der schützenden Hüllen um die Nervenfasern. Die betroffenen Axone degenerieren, weiße Substanz schrumpft. Blei ersetzt Myelin, Cadmium akkumuliert, Quecksilber bleibt.
Als ich aufhörte zu rauchen, reduzierte ich meine Belastung mit Cadmium und Blei erheblich. Eine weitere Bleiquelle waren die alten Wasserleitungen meiner Berliner Altbauwohnung. Bei zentraler Wasserversorgung sind alte Rohre die häufigste Quelle für Blei im Trinkwasser.10 In Nord- und Ostdeutschland wurden Bleileitungen bis in die 1970er Jahre genutzt. Ich musste Leitungswasser meiden, beziehungsweise einen effektiven Wasserfilter benutzen.
Bremsabrieb im Straßenverkehr.11 Metallhaltige Nanopartikel, neurotoxischer als gewöhnlicher Feinstaub. Als Fußgänger inhalierte ich sie ständig.
Das meiste Blei aber nehmen Menschen über die Nahrung auf, in die es über Industrieabgase und belastete Böden gelangt.12 Vor allem Muscheln und Leber von Schweinen und Rindern sind voll davon. Wild wird teilweise mit bleihaltiger Munition geschossen. In Wildfleisch finden sich dann ebenfalls hohe Bleiwerte.13 Zum Jahreswechsel verpulvern Leute Feuerwerkskörper. Die setzen bei der Explosion erhebliche Mengen Schwermetall frei, darunter Strontium, Kupfer, Barium, Blei und Titan.14 (Sie geben dem Feuerwerk Farbe.) Um Mitternacht wünschen wir uns Gesundheit.
Cadmium kommt über Phosphatdünger in konventionelles Gemüse, Kakao, Pilze, Innereien.15 Quecksilber über Salzwasserfisch und Zahnamalgam, das manche Menschen tatsächlich noch im Mund tragen — fünfzig Prozent metallisches Quecksilber, eingefasst in Kaufkassenzähne.16 Zahnamalgam ist Quecksilber auf Krankenschein.
Drei Milliarden Menschen essen täglich Arsen.
Sie nennen es Reis.
Der reichert das Halbmetall zehnmal stärker an als Weizen. Unter gefluteten Anbaubedingungen ist Arsen im Boden besonders löslich. Siliziumtransporter in der Pflanze nehmen Arsenit wegen seiner chemischen Ähnlichkeit mit Kieselsäure auf.17
Radioaktive Abfälle in Schmutzstoffen sammeln sich im Körper18 und mindern unser Ich-Gefühl19. Die Metalle verändern, wer ich bin. Aber das veränderte Ich bemerkt es nicht. Eine Veränderung, die ihre eigenen Spuren tilgt. Blei, Cadmium, Quecksilber fressen sich durch meine Darmwand, bis der Körper nicht mehr unterscheiden kann, was Nahrung ist und was Angriff. Nachts schlafe ich nicht. Tagsüber bin ich jemand, den ich nicht wiedererkenne.
Mikroplastik sitzt in meinem Darm20, deiner Plazenta21, meinem Hirn22. Nicht weil ich Plastikflaschen kaufe. Es kommt aus den Reifen auf dem Asphalt23, aus der Kleidung auf meiner Haut24, aus der Luft, die mich ausatmet25. Keiner dieser Wege lässt sich schließen. In Innenräumen ist die Konzentration noch höher als draußen. Bei Demenzpatienten fand eine Studie zehnfach höhere Mikroplastikkonzentration im Hirngewebe als bei gesunden Vergleichspersonen.26
Was einmal drin ist, bleibt drin. Und es kommt ständig nach.
Berlin ist eine Feinstaubhölle. Jedes Mal, wenn ich an einer Baustelle vorbeigehe, nehme ich Aluminiumsilikate mit27, Quarzkristalle, die mich von Jahr zu Jahr ein kleines bisschen blöder machen28. In einer besseren Welt würden Bauarbeiter mehr verdienen als Anwälte. Denn ihre Löhne werden in Krankheit gestückelt. Parkinson, Alzheimer29 — unterschrieben in Staub, gültig fürs Sterben. In Japan trägt man Masken aus Rücksicht. In Deutschland wurde die Maske zum Symbol der Unterdrückung stilisiert — von Leuten, die anschließend Bleichmittel tranken.
Die gefährlichste Droge hat eine Nährwerttabelle. Die Nahrung, die den Schaden reparieren könnte, verursacht ihn. Wer isst wie die DGE empfiehlt, verliert Hippocampus. Das belegt eine vierjährige Längsschnittstudie an 255 Erwachsenen. Je schlechter die Ernährung, desto kleiner die Hirnregion für Gedächtnis und Lernen. Wahrscheinlich war das der Grund, warum mir damals intuitiv klar war, dass ich adipös niemals an der Uni würde bestehen können. In jener Längsschnittstudie betrug der Unterschied zwischen gesunder und ungesunder Ernährung 203 Kubikmillimeter. Das entspricht 62 Prozent des durchschnittlichen Hippocampus-Rückgangs über den Studienzeitraum, unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung, körperlicher Aktivität, Bluthochdruck und Diabetes.30
Oder anders: Du bist zu dick. Das ist der Grund.
Alles andere ist Ausrede.
Industrienahrung ist kein Lebensmittel. Sie ist Volumen mit Aroma. Stärkegel, zusammengefügt durch chemische Prozesse, mit Aromen maskiert, aber für die Zelle unlesbar. Kein Nährstoff, nur Volumen. Auszugsmehl, weißer Zucker, künstliche Farbstoffe. Vor allem Transfette, wenn sie durch den Körper wandern, senden überall Entzündungssignale.
In einer NIH-Studie bekamen Probanden zwei Wochen ultraverarbeitete Kost, dann zwei Wochen unverarbeitete. Exakt gleiche Kalorien, gleiche Nährstoffe. Bei ultraverarbeiteter Nahrung aßen sie 500 Kalorien mehr pro Tag. Sie aßen schneller. Ihr Hungerhormon stieg, ihr Sättigungshormon sank. In zwei Wochen nahmen sie ein Kilo zu. Die erste Studie, die Kausalität nachwies. Deswegen der Dauerhunger bei Menschen, die sich hauptsächlich von Fertigprodukten ernähren: die Zellen verhungern bei vollem Magen. Die Übergewichtsepidemie hat einen chemischen Ursprung.31 Einige der Chemikalien, die wir über die Nahrung aufnehmen, regen die Bildung neuer Fettzellen an, programmieren den Stoffwechsel auf Speicherung, senken die Insulinempfindlichkeit. Sie steuern mit.
Wir beruhigen uns mit der Illusion der Vermeidbarkeit. Dioxine, Pestizide, Transfette — als ließe sich aussortieren, was längst im Gewebe sitzt. Oder wir belügen uns damit, dass die Dosis gering und damit unbedenklich sei. Obwohl die Forschung das Gegenteil zeigt. Bei persistenten organischen Schadstoffen ist die Dosis-Wirkungs-Beziehung nicht linear. Ein bisschen Gift kann schlimmer sein als viel. Chronisch niedrige Dosen richten mehr Schaden an als akut hohe.
Oder wir kaufen unser ranziges Pflanzenöl im Bioladen statt im Supermarkt, um unser Gewissen zu beruhigen. Und ja, alle im Handel erhältlichen Pflanzenöle in Braun- oder Grünglasflaschen sind durch Lichteinwirkung oxidiert und daher ranzig.32 Lange bevor man es riecht oder schmeckt. Braunglas schützt bis 440 Nanometer.33 Chlorophyll im Öl — der grüne Farbstoff, der es gesund aussehen lässt — absorbiert das Licht, versetzt Sauerstoff in einen reaktiven Singulett-Zustand, greift die Fettsäuren an.34 Das Glas lässt genau die Wellenlänge durch, die das Öl zerstört, und niemand schirmt es ab, weil niemand den Mechanismus kennt.35 Unter Supermarktbedingungen verliert Olivenöl in Glasflaschen die Klassifizierung Natives Olivenöl extra.36 Was im Körper ankommt, sind oxidierte Fette, die Zellschäden und Entzündungen verursachen.
Der Deckenfluter in der Küche reicht.37 Und was die Entzündung speichert, ist das Fett selbst.
Fettgewebe ist kein Polster. Es ist ein Entzündungsreaktor, der Interleukin 6 und TNF-α ausschüttet — die Währung chronischer Zerstörung —, Hormone entgleist und Gifte einlagert. Übergewicht ist nichts anderes als eine permanente Entzündung.38 Es zerstört das Herz-Kreislauf-System, ist also die häufigste Todesursache.39 Sie steht nur nicht auf dem Totenschein, weil dort »Herzinfarkt« steht statt »dreißig Jahre Übergewicht«. Hunger ist ein globales Massenproblem. Aber die Art, wie wir essen, tötet zuverlässiger als gar nicht zu essen. Die Menschheit begeht Suizid durch Nahrungsaufnahme.
Body Positivity ist Selbstmord mit Applaus. Die Gesellschaft schweigt höflich dazu. Auf dieses Schweigen zahlte mein Körper den Höchststeuersatz. Dreißig Kilo, nach dem Abitur endgültig abgetragen. Was ich damals nicht wusste: Fettgewebe ist ein Giftdepot. Persistente organische Schadstoffe — das dreckige Dutzend der Stockholmer Konvention. Industriechemikalien, Dioxine, alte Pestizide wie DDT. Fettlöslich, in der Natur kaum abbaubar. Sie lagern sich über Jahre im Körper ein. Solange das Fett bleibt, bleiben sie eingesperrt. Die Toxikologie nennt es Body Burden, Körperlast. Je mehr Fettgewebe, desto größer das Depot. Wer abnimmt, setzt sie frei. Dreißig Kilo Fettabbau bedeuteten dreißig Kilo freigesetzte Altlasten in meinem Blutkreislauf.
Der Körper ist ein exzellenter Lügner. Wer glaubt, er sei da raus, weil er schlank ist, hat sein Organfett noch nie auf einem MRT gesehen. Viele schlanke Menschen haben genauso viel davon wie sichtbar Fettleibige.40
Wer Fleisch isst, sollte wissen, was da drin ist. Konventionelles Fleisch heißt Antibiotika-Rückstände. Das ist das Zeug, mit dem man Tiere mästet. Und sie mästen auch Menschen, wie Studien belegen. Sie treiben die Übergewichtsepidemie voran. Sie räumen die Darmflora aus41, besonders wenn sie früh im Leben gegeben werden42. Was danach fehlt, lässt sich nicht ersetzen.43 Gestörte Hautbarriere, beschleunigte Zellalterung.44 Die Entzündung, die wir Altern nennen, ist keine Eigenschaft des Organismus. Sie ist eine Eigenschaft der Mikrobiota. Tausche die Flora, tausche das Altern.45
Um den Nebel im Kopf zu vertreiben, den der Schaden verursacht, trinken wir Kaffee — oft gleich nach dem Aufwachen, wenn der natürliche Cortisolspiegel am höchsten ist.46 Das Cortisol macht uns ohnehin wach. Der Kaffee legt einen Stresshormon-Überschuss obendrauf, den wir fälschlich für den Wachkick halten. Wir erhöhen die Konzentration von Stresshormonen mit einer Substanz, die wir gegen Stress trinken. Der dauerhaft erhöhte Cortisolspiegel fördert Insulinresistenz und lagert viszerales Fett ein. Dann wundern wir uns, dass wir Fett einlagern, obwohl Kaffee doch keine Kalorien hat. Und dass unsere Blutzuckerwerte so hoch sind, obwohl wir uns ketogen ernähren.47
Dann nehmen wir Supplemente, um uns besser zu fühlen, und um das Defizit auszugleichen, das der Kaffee verursacht hat, weil Kaffee deren Aufnahme blockiert.48 Die Polyphenole binden Mineralstoffe im Nahrungsbrei und machen sie für den Körper unverfügbar.
Kaffee ist der unsichtbare Treiber des Supplementmarkts. Er verursacht Nährstoffmangel auf Populationsebene49, und gleichzeitig explodiert der Markt für genau die Stoffe, die er dem Körper entzieht50. Siebzig Prozent der Bevölkerung nehmen Supplemente.51 Mindestens genauso viele trinken Kaffee.52 Und niemand rechnet das zusammen. Eine Substanz, die die Aufnahme von Eisen, Calcium, Magnesium, Zink, Vitamin D und B-Vitaminen um bis zu achtzig Prozent senkt53, wird von denselben Menschen konsumiert, die sich diese Stoffe anschließend in Kapselform zuführen. Der Kaffee reißt das Loch, die Kapsel füllt es. Die Supplementindustrie interessiert das nicht. Die Kaffeebranche erst recht nicht. So wie die Tabakindustrie kein Interesse daran hat, auf ihre Produkte zu schreiben, dass Rauchen den Intelligenzquotienten verringert.54
Oder dass anderthalb Schachteln am Tag das Bronchialepithel so stark bestrahlen wie dreihundert Röntgenaufnahmen im Jahr.55 Die Industrie weiß das seit den 1960er Jahren.56
Wir verzichten auf Zucker und haben trotzdem Glukosespitzen, weil das Smartphone in der Tasche den Körper mit Stresshormonen flutet.57
Wir werden dick, krank und hässlich, weil elektromagnetische Felder unsere Zellteilung stören58, erzählen uns aber lieber, dass wir zu wenig Sport treiben.
Oder wir gewöhnen uns einfach daran, dick und hässlich zu sein, indem wir es »normal« nennen, oder genetisch.
Oder wir schieben es auf das Alter, dass wir andauernd Dinge vergessen, neben der Spur sind, uns nicht konzentrieren können — selbstwertrettende Narrative, gerade so stabil genug, uns davon abzuhalten, wahlweise einander oder uns selbst umzubringen.
Jede dieser Erklärungen funktioniert genau so lange, wie man nicht nachmisst. Und weil niemand nachmisst, wird die Wahrnehmung selbst postfaktisch und wir reden uns Fettleibigkeit schön.
Oder wir drehen völlig durch und versuchen, den Ekel vor schädlichen Substanzen gleich ganz abzuschalten, der dreihunderttausend Jahre unser Überleben sicherstellte. Insekten als neuartige Lebensmittel59, die Chitin enthalten, das Entzündungen fördert und anfällig für Infektionen macht60.
Und bei jedem Windhauch reagieren wir über. Aber statt nachzumessen, spielen wir Sprachpolizei und erklären der Mitwelt Triggerpunkte, die einer Psyche erwachsen, die nicht einmal die eigene ist. Weil wir gar keinen Unterschied mehr erkennen zwischen dem, was wir fühlen, dem, was wir sind, und dem, was der Fall ist.
Viele von uns bewohnen ihren Körper so wenig, dass sie ihren ansteigenden Stresslevel lieber auf die sogenannte Digitalisierung schieben als auf die Stoffe, die in ihrer Blutbahn landen. Wir bewohnen unseren Verstand so sehr, dass wir die Meinungen eines kontaminierten Organs für unsere eigenen halten.
Jede Epoche hat eine chemische Signatur. Unsere schreibt sich in schrumpfende Gehirne. Verändert sich die Substanz, verändert sich die Zivilisation. Am 12. Juli 1789 sprang Camille Desmoulins im Café de Foy auf einen Tisch.
Aux armes!
Zwei Tage später stürmten sie die Bastille. Europa hatte jahrhundertelang im alkoholischen Nebel gelebt. Alkohol war sicherer als Wasser. Es gab keine Alternative. Kaffee wechselte den Wirkstoff.61 Die Aufklärung, auf die sich alle berufen, wurde in Kaffeehäusern geschrieben, die Revolution in einem gezündet.62 Dieselben Gehirne, anderes Molekül, andere Zivilisation. Die Aufklärer hielten sich für nüchtern. Sie waren auf Koffein.
Was wir Vernunft nennen, war eine Dosis. Und unsere Dosis hat gewechselt.
Menschen sind Reaktionsgefäße. Verhalten und Persönlichkeit sind chemische Reaktionen. Charakter ist Ergebnis von Exposition. Entferne ich den Stoff, entferne ich das Verhalten; füge ich einen hinzu, werde ich ein anderer Mensch. Die Rede vom autonomen Handlungssubjekt ist eine Rede ohne Gegenwert im Wirklichen — sie behauptet einen Akteur, wo nur Reaktionen ablaufen. Am Ende nennt das Sediment sich Ich, verwechselt Exposition mit Identität, Vergiftung mit Altern, Entzündung mit Depression. Die Stoffe schädigen genau die Hirnregionen, die für Selbstwahrnehmung zuständig sind. Und das Organ, das den Irrtum korrigieren müsste, ist aus ihm gebaut.
Es sickert noch immer. In fünfzig Jahren werden Historiker fragen, warum wir nichts taten.
Es wird niemanden geben, der die Frage versteht.
Redaktioneller Hinweis: Die wissenschaftlichen Aussagen in diesem Text basieren auf begutachteter Fachliteratur. Biografische Passagen sind Erfahrungsbericht, keine Verallgemeinerung. Es bestehen keine Interessenkonflikte. Meinungen sind kein Ersatz für Daten.287 Industriechemikalien im Nabelschnurblut, durchschnittlich 200 pro Kind — davon 180 karzinogen, 217 neurotoxisch, 208 entwicklungsschädigend. Eine spätere Studie identifizierte 109 weitere, darunter 55, die zuvor nie im Menschen nachgewiesen wurden, und 42 unbekannter Herkunft. »Dreihundert« ist konservativ gerundet: beide Studien testeten einen Bruchteil der rund achtzig Tausend kommerziell genutzten Substanzen.
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Sechs Plazenten, vier kontaminiert. Mikroplastik auf der fetalen Seite, der mütterlichen Seite und in den Eihäuten. Alle Partikel waren pigmentiert — stammten aus Beschichtungen, Farben, Klebstoffen, Kosmetik.
Die Nachfolgestudie lokalisierte Mikroplastik sogar innerhalb der Plazentazellen, mit ultrastrukturellen Veränderungen an Mitochondrien und endoplasmatischem Retikulum.
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Fünf bis zehn Prozent des ozeanischen Mikroplastiks stammen aus Reifenabrieb, drei bis sieben Prozent des Feinstaubs (PM2,5) aus Reifenpartikeln.
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Tragen setzt mehr Mikrofasern frei als Waschen: über 900 Millionen Polyester-Mikrofasern pro Person und Jahr, allein durch Tragen.
Francesca De Falco, Mariacristina Cocca, Maurizio Avella, Richard C. Thompson, »Microfiber Release to Water, Via Laundering, and to Air, via Everyday Use: A Comparison between Polyester Clothing with Differing Textile Parameters«, in: Environmental Science & Technology, Vol. 54, Issue 6, 26.02.2020, 3288—96.
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Nihart et al. 2025.
Baustellenstaub enthält kristallines Siliziumdioxid (Quarz) und Aluminiumsilikate, die als Feinstaub eingeatmet werden. Siliziumdioxid-Nanopartikel lagern sich in präfrontalem Kortex und Hippocampus ab.
Sang-Wook Kim, Yohan Kim, Mi-Kyung Kim, et al., »Silica nanoparticles induce neurodegeneration-like changes in behavior, neuropathology, and affect synapse through MAPK activation«, in: Particle and Fibre Toxicology, Vol. 15, Artikel 28, 03.07.2018.
In Tiermodellen: kognitive Beeinträchtigung, erhöhte Tau-Phosphorylierung, Neuroinflammation — Alzheimer-typische Pathologien.
Luftschadstoffe beschleunigen den kognitiven Abbau. Gedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit und exekutive Funktionen gleichermaßen.
Erin R. Kulick, Gregory A. Wellenius, Amelia K. Boehme, et al., »Long-term exposure to air pollution and trajectories of cognitive decline among older adults«, in: Neurology, Vol. 94, No. 17, 28.04.2020, e1782—92.
Langzeitexposition gegenüber Feinstaub (PM2,5) erhöht Wahrscheinlichkeit für Parkinson und Alzheimer, auch unterhalb der geltenden Grenzwerte.
Liuhua Shi, Xiao Wu, Mahdieh Danesh Yazdi, et al., »Long-term effects of PM2·5 on neurological disorders in the American Medicare population: a longitudinal cohort study«, in: The Lancet Planetary Health, Vol. 4, Issue 12, 19.10.2020, e557—65.
Felice N. Jacka, Nicolas Cherbuin, Kaarin J. Anstey, et al., »Western diet is associated with a smaller hippocampus: a longitudinal investigation«, in: BMC Medicine, Vol. 13, 08.09.2015, Artikel 215.
Kevin D. Hall, Alexis Ayuketah, Robert Brychta, et al., »Ultra-Processed Diets Cause Excess Calorie Intake and Weight Gain: An Inpatient Randomized Controlled Trial of Ad Libitum Food Intake«, in: Cell Metabolism, Vol. 30, Issue 1, 02.07.2019, 67—77.
Eunok Choe, David B. Min, »Mechanisms and Factors for Edible Oil Oxidation«, in: Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety, Vol. 5, Issue 4, 29.09.2006, 169—86.
Ausnahme: hochgesättigte Fette wie Kokosöl, dessen Ketten zu über neunzig Prozent gesättigt sind — kaum Doppelbindungen, kaum Angriffsfläche.
A. M. Marina, Y. B. Che Man, I. Amin, »Virgin coconut oil: emerging functional food oil«, in: Trends in Food Science & Technology, Vol. 20, Issue 10, Oktober 2009, 481—7.
Grünglas sogar erst unterhalb von 400 Nanometern, der gesamte blaue Bereich geht durch.
Zsófia Laposa, Soma Vesztergom, Marianna Kocsis, Ernő Keszei, »In situ measurement of light transmission into wine bottles and calculation of shelf life«, in: OENO One, Vol. 57, No. 1, 07.03.2023, 256—77.
Dieser Singulett-Zustand ist für rund achtzig Prozent der Chlorophyll-Photooxidation verantwortlich.
Saïd Gharby, Abderrahim Asbbane, Moussa Nid Ahmed, et al., »Vegetable oil oxidation: Mechanisms, impacts on quality, and approaches to enhance shelf life«, in: Food Chemistry: X, Vol. 28, Mai 2025, 102541.
Dimitrios Trypidis, Diego Luis García-González, Ana Lobo-Prieto, et al., »Real time monitoring of the combined effect of chlorophyll content and light filtering packaging on virgin olive oil photo-stability using mesh cell-FTIR spectroscopy«, in: Food Chemistry, Vol. 295, 15.10.2019, 94—100.
Chlorophyll hat zwei Absorptionspeaks: einen bei 430 Nanometern, den Braunglas noch abfängt, und einen bei 660 Nanometern, den es ungehindert durchlässt.
Laurie M. Bianchi, Susan E. Duncan, Janet B. Webster, et al., »Contribution of Chlorophyll to Photooxidation of Soybean Oil at Specific Visible Wavelengths of Light«, in: Journal of Food Science, Vol. 80, Issue 2, Februar 2015, C252—C61.
Sonia Esposto, Agnese Taticchi, Maurizio Servili, et al., »Overall quality evolution of extra virgin olive oil exposed to light for 10 months in different containers«, in: Food Chemistry, Vol. 351, 30.07.2021, 129297.
Marc Pignitter, Klaus Stolze, Stephanie Gartner, et al., »Cold Fluorescent Light as Major Inducer of Lipid Oxidation in Soybean Oil Stored at Household Conditions for Eight Weeks«, in: Journal of Agricultural and Food Chemistry, Vol. 62, Issue 10, 18.02.2014, 2297—305.
Übergewicht ist kein passiver Zustand, sondern ein aktiver Entzündungsprozess. Hypertrophe Adipozyten rekrutieren Makrophagen (bis zu vierzig Prozent aller Fettgewebszellen), die über TNF-α, IL-6 und IL-1β einen sich selbst erhaltenden Entzündungskreislauf antreiben, der systemisch auf Leber, Muskeln und Gefäße übergreift.
Taekyoon Kim, Bernadette Kahn, »Adipose Tissue Inflammation and Metabolic Dysfunction in Obesity«, in: American Journal of Physiology — Cell Physiology, Vol. 320, Issue 3, März 2021, C375—C91.
Gökhan S. Hotamisligil, Narinder S. Shargill, Bruce M. Spiegelman, »Adipose Expression of Tumor Necrosis Factor-α: Direct Role in Obesity-Linked Insulin Resistance«, in: Science, Vol. 259, Issue 5091, 01.01.1993, 87—91.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind keine Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für Folgezustände. Der häufigste unabhängige Risikofaktor ist Adipositas. Wenn der Sammelbegriff auf Platz Eins der Todesursachen steht und Adipositas sein häufigster Treiber ist, dann ist Adipositas die häufigste Todesursache.
CVD weltweit häufigste Todesursache: Gregory A. Roth, George A. Mensah, Catherine O. Johnsonet, et al., »Global Burden of Cardiovascular Diseases and Risk Factors, 1990–2019: Update From the GBD 2019 Study«, in: Journal of the American College of Cardiology, Vol. 76, Issue 25, 22.12.2020, 2982—3021.
Fettleibigkeit als Haupttreiber: Tiffany M. Powell-Wiley, Chair Paul Poirier, Vice Chair Lora E. Burke, et al., »Obesity and Cardiovascular Disease«, in: Circulation, Vol. 143, Issue 21, 22.04.2021, e984—e1010.
Knapp die Hälfte der normalgewichtigen Frauen und sechzig Prozent der normalgewichtigen Männer tragen übermäßiges viszerales Fett (TOFI — »Thin Outside, Fat Inside«).
E. Louise Thomas, Gary Frost, Simon D. Taylor-Robinson, Jimmy D. Bell, »Excess body fat in obese and normal-weight subjects«, in: Nutrition Research Reviews, Vol. 25, Issue 1, Juni 2012, 150—61.
Karine R. Sahakyan, Virend K. Somers, Juan P. Rodriguez-Escudero, et al., »Normal-Weight Central Obesity: Implications for Total and Cardiovascular Mortality«, in: Annals of Internal Medicine, Vol. 163, No. 11, 01.11.2015, 827—35.
Jay-Hyun Jo, Catriona P. Harkins, Nicole H. Schwardt, et al., »Alterations of human skin microbiome and expansion of antimicrobial resistance after systemic antibiotics«, in: Science Translational Medicine, Vol. 12, Issue 625, 22.12.2021, eabd8077.
Aya Yaqoub Jasim, Maryam Tareq Dahham, Saraa M. Harbi, et al., »Long-Term Effects of Antibiotic Usage on Gut Microbiota in Livestock«, in: Journal of Animal Health and Production, Vol. 13, Juni 2025, 511—6.
Laura M. Cox, Martin J. Blaser, »Antibiotics in early life and obesity«, in: Nature Reviews Endocrinology, Vol. 11, Issue 3, März 2015, 182—90.
Magnus S. Ågren, Reinhild Schnabel, Lise H. Christensen, Ursula Mirastschijski, »Tumor necrosis factor-α-accelerated degradation of type I collagen in human skin is associated with elevated matrix metalloproteinase (MMP)-1 and MMP-3 ex vivo«, in: European Journal of Cell Biology, Vol. 94, Issue 1, Januar 2015, 12–21.
TNF-α beschleunigt den Abbau von Typ-I-Kollagen signifikant. Das Kollagen wird aktiv zerstört. Die Entzündung frisst die Struktur der Haut.
Kausaler Nachweis, nicht Korrelation.
Netusha Thevaranjan, Alicja Puchta, Christian Schulz, et al., »Age-Associated Microbial Dysbiosis Promotes Intestinal Permeability, Systemic Inflammation, and Macrophage Dysfunction«, in: Cell Host & Microbe, Vol. 21, Issue 4, 12.04.2017, 455–66.
William R. Lovallo, Thomas L. Whitsett, Mustafa al’Absi, et al., »Caffeine Stimulation of Cortisol Secretion Across the Waking Hours in Relation to Caffeine Intake Levels«, in: Psychosomatic Medicine, Vol. 67, Issue 5, 2005, 734—9.
Koffein → Cortisol → Insulinresistenz → Blutzucker → viszerale Fetteinlagerung
Shi Xiaolin, Xue Wanqing, Liang Shuohua, et al., »Acute caffeine ingestion reduces insulin sensitivity in healthy subjects: a systematic review and meta-analysis«, in: Nutrition Journal, Vol. 15, Nr. 1, 28.12.2016, Art. 103.
Jean-Pierre Després, Isabelle Lemieux, »Abdominal obesity and metabolic syndrome«, Nature, Vol. 444, 13.12.2006, 881—7.
Renato Pasquali, Valentina Vicennati, Marco Cacciari, Uberto Pagotto, »The Hypothalamic-Pituitary-Adrenal Axis Activity in Obesity and the Metabolic Syndrome«, in: Annals of the New York Academy of Sciences, Vol. 1083, November 2006, 111—28.
Thomas A. Morck, Steven R. Lynch, James D. Cook, »Inhibition of food iron absorption by coffee«, in: American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 37, No. 3, März 1983, S. 416—20.
Prema B. Rapuri, J. C. Gallagher, Zafar Nawaz, »Caffeine decreases vitamin D receptor protein expression and 1,25(OH)2D3 stimulated alkaline phosphatase activity in human osteoblast cells«, in: The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, Vol. 103, Issues 3—5, März 2007, 368—71.
Hinako Nanri, Megumi Hara, Yuichiro Nishida, et al., »Association between green tea and coffee consumption and body iron storage in Japanese men and women: a cross-sectional study from the J-MICC Study Saga«, in: Frontiers in Nutrition, Vol. 10, 10.08.2023, 1249702.
Nutzungsrate 2018: 54 Prozent. 2023: 65 Prozent. 2025: 70 Prozent. Mintel, »Nahrungsergänzungsmittel Deutschland«, 2023 und 2025.
Mintel, »Nahrungsergänzungsmittel Deutschland«, 2025 (Nutzungsrate). Marktvolumen nach IQVIA.
Deutscher Kaffeeverband, Kaffee-Konsum-Studie, 2024.
Thomas A. Morck, Steven R. Lynch, James D. Cook, »Inhibition of food iron absorption by coffee«, in: American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 37, Issue 3, März 1983, 416—20.
Tsedeke Wolde, »Effects of caffeine on health and nutrition: A Review«, in: Food Science and Quality Management, Vol. 30, 2014, 59—65.
Rauchen schrumpft das Gehirn. Der Effekt ist kausal und irreversibel.
Yoonhoo Chang, Vera Thornton, Ariya Chaloemtoem, et al., »Investigating the Relationship Between Smoking Behavior and Global Brain Volume«, in: Biological Psychiatry: Global Open Science, Vol. 4, No. 1, Januar 2024, 74—82.
Raucher bauen kognitiv schneller ab als Nichtraucher, unabhängig von Bildung, Alkohol und Vorerkrankungen.
Séverine Sabia, Alexis Elbaz, Aline Dugravot, et al., »Impact of Smoking on Cognitive Decline in Early Old Age: The Whitehall II Cohort Study«, in: Archives of General Psychiatry, Vol. 69, No. 6, Juni 2012, 627—35.
Constantin Papastefanou, »Radioactivity of Tobacco Leaves and Radiation Dose Induced from Smoking«, in: International Journal of Environmental Research and Public Health, Vol. 6, Issue 2, 05.02.2009, 558—67.
T. H. Winters, J. R. Di Franza, »Radioactivity in Cigarette Smoke«, in: New England Journal of Medicine, Vol. 306, No. 6, 11.02.1982, 364—5.
Monique E. Muggli, Jon O. Ebbert, Channing Robertson, Richard D. Hurt, »Waking a Sleeping Giant: The Tobacco Industry’s Response to the Polonium-210 Issue«, in: American Journal of Public Health, September 2008, Vol. 98, Issue 9, 1643—50.
Exposition verändert signifikant Cortisol-Sekretionsmuster.
Yvan Touitou, Brahim Selmaoui, Jacques Lambrozo, »Assessment of cortisol secretory pattern in workers chronically exposed to ELF-EMF generated by high voltage transmission lines and substations«, in: Environment International, Vol. 161, März 2022, 107103.
Fünfzehn Minuten in einem 60-Hz-Magnetfeld genügten, um den Blutzucker zu erhöhen und die Insulinausschüttung zu dämpfen.
Gabriel Martiñón-Gutiérrez, María Luna-Castro & Rolando Hernández-Muñoz, »Role of insulin/glucagon ratio and cell redox state in the hyperglycaemia induced by exposure to a 60-Hz magnetic field in rats«, in: Scientific Reports, Vol. 11, 03.06.2021, 11666.
EMF → Stresshormone → Glukosespitzen
Gestörte Zytokinese und induzierter Zelltod.
Michael Kundi, Armen Nersesyan, Gernot Schmid, et al., »Mobile phone specific radiation disturbs cytokinesis and causes cell death but not acute chromosomal damage in buccal cells: Results of a controlled human intervention study«, in: Environmental Research, Vol. 251, Part 1, 15.06.2024, 118634.
Mehlwurm (Tenebrio molitor): Zulassung Juni 2021. Wanderheuschrecke (Locusta migratoria): November 2021.
Tierische Produkte erzeugen eine hohe renale Säurelast (PRAL; Hartkäse bis 23,6 mEq/100 g). Chronische Übersäuerung fördert Insulinresistenz, Knochenabbau und Nierenerkrankungen.
Thomas Remer, Friedrich Manz, »Potential Renal Acid Load of Foods and Its Influence on Urine pH«, in: Journal of the American Dietetic Association, Vol. 95, Issue 7, Juli 1995, 791—7.
I. A. Osuna-Padilla, G. Leal-Escobar, C. A. Garza-García, »Dietary acid load: Mechanisms and evidence of its health repercussions Carga ácida de la dieta; mecanismos y evidencia de sus repercusiones en la salud«, in: Nefrología, Vol. 39, Issue 4, Juli–August 2019, 343—54.
Chitin, das Strukturpolymer im Exoskelett aller Insekten, aktiviert das angeborene Immunsystem über TLR-2 und Dectin-1, löst Entzündungsreaktionen aus (Eosinophilenrekrutierung, Zytokinproduktion: IL-4, IL-5, IL-13) und schwächt über chronische Entzündung die Immunabwehr — mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionen und Tumorerkrankungen.
Daniel Elieh Ali Komi, Lokesh Sharma, Charles S. Dela Cruz, »Chitin and Its Effects on Inflammatory and Immune Responses«, in: Clinical Reviews in Allergy and Immunology, Vol. 54, Issue 2, April 2018, 213—23.
Tiffany A. Reese, Hong-Erh Liang, Andrew M. Tager, et al., »Chitin induces accumulation in tissue of innate immune cells associated with allergy«, in: Nature, Vol. 447, Issue 7, 22.04.2007, 92—6.
David Furman, Judith Campisi, Eric Verdin, et al., »Chronic Inflammation in the Etiology of Disease across the Life Span«, in: Nature Medicine, Vol. 25, Issue 12, 05.12.2019, 1822—32.
Tom Standage, A History of the World in 6 Glasses, New York 2005, Kapitel 8.
Michael Pollan, This Is Your Mind on Plants, New York 2021, Teil 2 (»Caffeine«).
Brian Cowan, The Social Life of Coffee: The Emergence of the British Coffeehouse, New Haven 2005.
Mark Pendergrast, Uncommon Grounds: The History of Coffee and How It Transformed Our World, New York 2010.




