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Avatar von Lila
Jul 18Bearbeitet

Es tut mir wirklich leid, was dir widerfahren ist. Unglaublich das nichts unternommen wurde und alle einfach nur weggeschaut haben.

Dein Beitrag hat bei mir Erinnerungen geweckt, die bis heute nachwirken.

Ich war mit einem Mann zusammen, der an einer schizophrenen Psychose erkrankt war. Als die Krankheit ausbrach griff er völlig grundlos Menschen an. Einmal schlug er einem Mann an einer Bushaltestelle einfach mit der Faust ins Gesicht und prügelte ihn zu Boden, nur weil dieser mich angesehen hatte. Ein anderes Mal schlug er einem Mann im Bus so heftig in den Magen, dass dieser zusammenbrach, auch nur aus krankhafter Eifersucht. Er stieg dann seelenruhig an der nächsten Bushaltestelle aus.

Zum Ende hin ging es so weit das er mit einem Hammer die Wohnungstür der Untermieter seiner Eltern durchschlug, während diese nackt in ihrer Wohnung standen. Erst danach, und nachdem es auch zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit mir gekommen war und seine Mutter die Polizei verzweifelt anflehte, endlich etwas zu unternehmen, wurde er nach einem massiven Polizeieinsatz in die Psychiatrie eingewiesen.

Dort bekam er Medikamente, die ihm offensichtlich halfen. Die Stimmen in seinem Kopf wurden ruhiger und ich hatte irgendwann das Gefühl, dass ich mich endlich trennen konnte, ohne dass er völlig unberechenbar reagieren würde.

Nach der Trennung begann er mich zu stalken. Ich versuchte ihm die erste Zeit unermüdlich und freundlich klarzumachen das es endgültig vorbei sei. Das wollte er nicht akzeptieren.

Er vergingen ca. 6-8 Wochen nach der Trennung, weiterhin wurde ich ständig von ihm kontaktiert. Zu meinem Pech wollte mir zum damaligen Zeitpunkt eine mir nahestehen Person schaden und sagte ihm, ich hätte einen neuen Partner. Mit der Gewissheit was bisher alles passiert, wozu er in der Lage war und wieviel Angst ich vor ihm hatte. Dann begann die Fortsetzung von meinem Alptraum. Er schickte mir unzählige Nachrichten mit Drohungen. Er schrieb, er würde mich verbrennen, ich solle nachts aufpassen, wer in dunklen Ecken steht oder schon in meiner Wohnung sitzt, und wenn er mich sehe, würde er mich mit seinen eigenen Händen umbringen. Hinzu kamen heftige Beleidigungen und er schrieb an meine Fachhochschule einen Brief und beschuldigte mich bei meiner Bachelor Arbeit des Plagiats, was nicht stimmte.

Mit all diesen Nachrichten bin ich zur Polizei gegangen und habe Anzeige erstattet. Die Beamten haben alles gelesen und aufgenommen. Trotzdem stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein. Die Begründung lautete sinngemäß, ich hätte die Beziehung nicht eindeutig genug beendet.

Ich habe von diesem Tag an keine einzige Nacht mehr in meiner Wohnung geschlafen. Ich hatte solche Angst, dass ich schließlich umgezogen bin. Bis heute erschüttert mich nicht nur das Erlebte selbst, sondern auch das Gefühl, dass niemand mich schützen wollte, obwohl seine Erkrankung, seine Gewaltausbrüche und seine Drohungen bekannt waren. Es war der Staatsanwaltschaft und der Polizei völlig egal, dass er in der Psychiatrie war, dass er gewalttätig geworden war und dass ich ernsthafte Todesdrohungen erhalten hatte. Zum Glück hatte ich damals Menschen an meiner Seite, die mir den nötigen Schutz und Raum gegeben haben diese Zeit zu überstehen. Aber es war alles andere als einfach.

Wenn jemand wiederholt schwere Gewalttaten begeht und konkrete Morddrohungen ausspricht, dann darf das nicht mit einem Achselzucken hingenommen werden. Menschen mit psychischen Erkrankungen brauchen Hilfe und eine psychiatrische Einweisung und Opfer brauchen Schutz.

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