Jeder Raucher kennt das Wort, das ihm fehlt. Das Gehirn schrumpft leise, der Aschenbecher wird lauter. Wer aufhört, verliert sich. Wer weitermacht, findet sich nie. Beides endet stumm.
Je länger ich rauchte, desto häufiger missverstand man mich, weil die Artikulation versagte. Zusammen mit Versprechern, Wortfindungsstörungen und plötzlicher Verwirrtheit raubte mir das Rauchen die Fähigkeit, mich auszudrücken. Ich hörte auf, Videos und Podcasts zu machen, weil ich insgeheim wusste, dass ich es als Raucher nicht kann.
Ich lebe in keinem Land, ich lebe in der Sprache. Ich habe mir die Hände abgeschlagen.
Dumm zu sein ist eine Sache. Ohne Sprache zu sein eine andere. Ein Leben in Dummheit ist denkbar, ein Leben ohne Sprache ist ein Leben ohne Selbst.
Schließlich verlor ich die Übersicht über meinen Alltag. Ich schaltete das Licht aus, es war bereits dunkel. Suchte zehn Minuten nach meinem Hausschlüssel, er lag in meiner Hand. Ging in einen anderen Raum, wusste nicht mehr, warum.
Wie hieß nochmal die Trockenfrucht, die ich neulich im Laden gesehen habe? Nein, nicht Dattel, die andere. Ich habe sie jahrelang gegessen, für meine Food-Fotografie auf Instagram verwendet. Stunden vergehen. Es liegt mir auf der Zunge. Ich erinnere mich, wie sich das Wort angefühlt hat.
Gift tropft in meinen Kaffee. Becher vom Späti.
Feige, verdammt. Natürlich.




