Wer sich nicht mehr spürt, hält Taubheit für Frieden. Das Leben brennt ab, aber die Droge bekommt ein PR-Team.
Je tiefer der Fall, desto lauter die Philosophie.
Für mich war Cannabis nie ein Problem. Ich hatte es einmal probiert, mit siebzehn. Marcel wollte mit mir nach Enschede. Dort kaufte er sich Gras und Hasch. In den Coffeeshops war es beängstigend still. Ich war damals nicht tabaksüchtig, also probierte ich das leuchtende Grün pur.
Die Propriozeption war weg. Als wäre ich Luft.
Ich lag nicht sediert, sondern war übererregt, lief herum und ging den Leuten mit meiner guten Laune auf die Nerven. Dass mich kein Auto erwischt hat, war Glück. Das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren, war so existenziell unangenehm, dass ich von nun an nie wieder daran dachte, Cannabis zu konsumieren. Es interessierte mich schlicht nicht.
Trotzdem wurde Cannabis zum Thema; es raubte mir jene Menschen, die mir am meisten bedeuteten.
Einer von ihnen war Sänger und Gitarrist. Seine Songs waren wundervoll. Er nahm einige Male Heroin, aber vom Kiffen kam er nie weg. Dann bekam er eine halbseitige Gesichtslähmung und konnte nicht mehr schön singen. Heute ist er eine Ruine, bezieht Bürger-Hartz und erklärt jedem, dass Cannabis natürlich nicht der Grund ist. Er raucht es immer noch. Er hat Bücher darüber. Die Leute verstünden diese wertvolle Heilpflanze nicht.
Die Leute hätten alle keine Ahnung.
Heilpflanze ist ein rhetorischer Trick. Natürlich ist es eine Pflanze. Auch Tabak. Auch Fingerhut. Auch Bilsenkraut. In vielen Milieus ist Cannabis nicht nur Rauschmittel, sondern Identität. Anti-spießig, anti-pharma. Wer das angreift, greift die Zugehörigkeit an. Dann beginnt die Verteidigung.
Ein anderer Freund von mir war Schlagzeuger. Jahrelang realisierten wir kreative Projekte, machten Podcast-Folgen, YouTube-Videos. Dann kiffte er, bekam Bürger-Hartz und wurde so unangenehm, dass es mich erschütterte. Ausgerechnet er, mit dem ich hunderte Stunden auf Discord verbracht hatte, hat sich eine Psychose angeraucht, die jede Interaktion in einen Streit verwandelte. Natürlich kifft er auch heute noch. Und natürlich ist alles auf der Welt der Grund für sein gescheitertes Leben, außer Cannabis. Das helfe ihm, seine Ängste zu kontrollieren. Die Leute verstünden das nicht.
Die Leute hätten alle keine Ahnung.
Ich hatte auch Mitbewohner, die gekifft haben. Hätte ich es vorher gewusst, wären sie nicht meine Mitbewohner geworden. Einmal war es eine talentierte Schauspielschülerin. Sie kiffte täglich. Nach zwei Monaten explodierte sie. Sie wurde psychotisch, entwickelte Borderline-Symptome, der übliche Zusammenbruch. Dann zog sie aus. Cannabis war natürlich nicht das Problem, sondern half ihr abends runterzukommen, sich zu beruhigen. Die Leute verstünden das nicht.
Die Leute hätten alle keine Ahnung.
Solche Geschichten habe ich dutzende erlebt. Sie alle teilen eine Gemeinsamkeit. Die Fähigkeit, Cannabis bei alledem immer gut dastehen zu lassen. Ihr Leben widerlegt jeden Satz, der aus ihrem Mund kommt, aber Cannabis verteidigen sie mit einer Kompetenz, die sie sonst nirgendwo mehr aufbringen können. Die Pflanze bleibt unantastbar, während sie sich damit ins Nichts rauchen.
Diese Leute führen diese Gespräche seit Jahren. Mit Eltern, Partnern, Ärzten, Jobcenter, Freundeskreis, sich selbst. Das erzeugt fertige Formeln. Heilpflanze. Alkohol ist schlimmer. Big Pharma. Die anderen checken es nicht. Es erzeugt Immunisierungen gegen Kritik. Du bist voreingenommen. Du stigmatisierst. Du kennst die Studien nicht. Es erzeugt Beweislast-Umkehr. Nicht sie müssen zeigen, dass es ihnen gut tut, sondern andere sollen beweisen, dass es schadet.
Und während ich zuschaue, wie sie sich damit zerstören, erklären sie mir, dass es sie gar nicht zerstört. Je schlechter es ihnen geht, desto härter behaupten sie, dass es ihnen wegen Cannabis besser geht. Weil sie andernfalls erkennen müssten, dass sie sich das alles selbst angetan haben.
Kognitive Dissonanz erklärt, warum Cannabis in ihrem Leben immer gut dastehen muss. Wenn jemand jahrelang kifft und das Leben sichtbar entgleist, stehen zwei Erklärungen zur Auswahl. Entweder schadet Cannabis, triggert etwas, macht es schlimmer. Oder die Welt ist schuld, alle haben keine Ahnung, man selbst ist eigentlich fein. Die erste Erklärung tut weh, weil sie Verantwortung und Verlust eingesteht. Also gewinnt die zweite. Sie ist Schmerzvermeidung mit Vokabular.
Ihr Leben zerfällt, aber die Droge bleibt unantastbar. Cannabis ist der einzige Bereich, in dem sie noch Souveränität spielen können. Als Anwälte ihrer eigenen Abhängigkeit. Sie verteidigen nicht die Pflanze. Sie verteidigen die Geschichte, in der sie nicht schuld sind. Das Argument muss nicht wahr sein. Es muss erträglich sein. Sie sind nicht überzeugt. Sie sind eingeübt. Der Konsum wird zur Moral, und wer fragt, gilt als Feind. Menschen ruinieren sich ihr Leben und nennen es Erfahrung, oder Heilung, oder Reise.
Die Abhängigkeit von Cannabis führt dazu, dass viele Ohne Cannabis fühle ich mich schlecht mit Cannabis hilft mir verwechseln. Das Schlechte ist nur der Entzug. Reizbarkeit, Schlafstörung, Antriebseinbruch. Dann wirkt der Konsum wie Medizin, obwohl er nur das Loch stopft, das er selbst gräbt. Minus zurück auf Null mit Cannabis.
Selbstmedikation funktioniert als moralischer Joker. Wer sagt ich brauche das für Angst, Schlaf, Kreativität, macht aus Konsum eine Notwendigkeit und aus Kritik Unmenschlichkeit. Wer zum Selbstmedizieren kifft, rutscht häufiger in Paranoia. Cannabis macht psychotisch. Je mehr, desto wahrscheinlicher.1 Misstrauen, Bedeutungsaufladung, Reizbarkeit machen jeden Austausch zur Schlacht.
Zudem ist Cannabis in den letzten Jahrzehnten massiv THC-stärker geworden.2 Höhere Potenz bedeutet höhere Risiken. Psychose-Spektrum, Abhängigkeit, Entzug.3 Was früher vielleicht noch funktionierte, ist heute kein Beweis mehr.
Sie zerfallen, und während sie zerfallen, erklären sie, dass es ihnen hilft. Nicht die Pflanze ist das Thema, sondern ihre Unfähigkeit hinzuschauen.
Cannabiskonsum zerstört das Denkvermögen und erhöht das Psychoserisiko auf das Fünffache. Wer als Jugendlicher regelmäßig kifft, verliert bis Ende 30 durchschnittlich acht IQ-Punkte. Die Dunedin-Kohorte aus Neuseeland hat das über Jahrzehnte gemessen. Nicht-Kiffer zeigen keinen Verlust.4
Das adoleszente Gehirn baut sich bis ins junge Erwachsenenalter um. Nervennetzwerke werden neu verschaltet, Synapsen beschnitten, der Frontallappen fertig verdrahtet.5 Was in dieser Phase verpasst wird, bleibt verpasst.6 THC trifft auf ein System im Umbruch. Exogene Cannabinoide stören die Feinabstimmung. Was mit fünfundzwanzig ein stabiles Gehirn wäre, ist mit achtzehn noch formbar und anfällig. Jeder Joint greift in einen Prozess ein, der sich später nicht mehr reparieren lässt.
Dass Bürger-Hartz bei Cannabisnutzern so häufig auftritt, hat Gründe. Tägliche Kiffer vor dem siebzehnten Lebensjahr schaffen zu über sechzig Prozent seltener einen Schul- oder Hochschulabschluss. Die Zahlen stammen aus drei großen Studien, kontrolliert für 53 Störfaktoren, von sozialer Herkunft bis psychischer Vorbelastung. Je häufiger gekifft, desto schlechter die Bildung. Je länger gekifft, desto größer der Schaden.7 Cannabiskonsum führt zu schlechterer Schul- und Ausbildungsleistung.8
Cannabis desorganisiert das zentrale Nervensystem. Der Rausch endet, die Schäden bleiben. Aufmerksamkeit, Reaktionszeit, Arbeitsgedächtnis bleiben beeinträchtigt.9 Wer nahezu täglich bekifft zur Schule oder Arbeit erscheint, häuft eine permanente kognitive Bremse an. Das High verfliegt, der kognitive Schaden bleibt.10 Vielkiffer verlieren Lernfähigkeit, auch nach dem Aufhören.11
Wenn du glaubst, dass das alles wieder weggeht, sobald du aufhörst, irrst du. Wiederholter Cannabisgebrauch macht aus akuten Effekten chronische Beeinträchtigungen. Jahrelanger Konsum hinterlässt messbare Schäden. Verarbeitungsgeschwindigkeit, verbales Gedächtnis, Aufmerksamkeit bleiben schlechter als bei Nichtkonsumenten, auch nach dem Aufhören.12
Grund ist eine Hippocampus-Dysfunktion. THC stört die synaptische Plastizität, die neurobiologische Grundlage von Lernen und Gedächtnis. Aus gelegentlichen Hängern wird bei Gewohnheitskiffern dauerhafter kognitiver Rückstand.13
Sorry boy, but you didn’t get high. You got smaller.
Du hast die Bedingung der Möglichkeit, ein erfülltes und kreatives Leben zu führen, gleich mit weggeraucht. Jede zusätzliche Tüte erhöht die Wahrscheinlichkeit, nichts mehr produktiv beitragen zu können.
Viele Konsumenten behaupten, Cannabis erweitere das Bewusstsein. In Wahrheit macht Kiffen stumpf.14 Tägliche Kiffer haben ein fünffach erhöhtes Risiko, erstmals eine Psychose zu entwickeln, verglichen mit Nie-Konsumenten.15 Je mehr THC im Blut und je öfter, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer psychotischen Störung. In Amsterdam lassen sich rund fünfzig Prozent der neuen Schizophrenie-Fälle auf hochpotenten Cannabis-Konsum zurückführen. In London sind es etwa dreißig Prozent.16
Nicht Paranoia während des Rauschs. Schizophrenie. Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Denkstörungen.
Das war übrigens schon vor dem 1. April 2024 bekannt.
Cannabis erhöht das Schizophrenierisiko.17 Viele Schizophrenie-Patienten haben jahrelang stark gekifft.18 THC bindet an CB1-Rezeptoren im präfrontalen Kortex und sabotiert dort die Synapsenbildung.19 THC erhöht die Dopamin-Ausschüttung im Striatum. Das begünstigt akute psychotische Symptome, etwa Wahnvorstellungen im Rausch. Bei wiederholtem Konsum gerät das Endocannabinoid-System aus dem Gleichgewicht. Resultat ist ein Gehirn, das schlecht zwischen Relevanz und Zufall unterscheiden kann, ein Kennzeichen psychotischer Erkrankungen.
Wer täglich kifft, entwickelt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Psychose.20 Die biologischen Mechanismen sind bekannt. Dopamin und endogene Cannabinoid-Rezeptoren bilden die Schnittstelle. THC aktiviert im Gehirn ein Psychose-Programm.21
Deutschland hat Cannabis legalisiert. Die Evidenzlage war eindeutig. Die Entscheidung auch. Nur in entgegengesetzte Richtungen. Die Entscheidungsträger haben die Studienlage mit derselben Gründlichkeit gelesen wie Kiffer ihre Kontoauszüge.
Also schauen wir, ob irgendwo ein halbwegs plausibles Argument herumliegt, Cannabis zu tolerieren.
Erstes Argument: Kausalität versus Korrelation. Cannabis-Befürworter wenden ein, Studien zeigten nur Zusammenhänge, keine Ursachen. Wer sagt denn, dass das Kiffen die Defizite verursacht? Vielleicht hatten die Problemkinder schon vorher schlechtere Karten. Vielleicht waren die Verlierer schon immer Verlierer.
Warum das falsch ist: Motivated reasoning. Die Suche nach Ausreden, um das eigene Verhalten nicht ändern zu müssen.
Wer nach fünfzig Jahren Forschung noch behauptet, Studien zeigten nur Zusammenhänge, hat entweder die Literatur nicht gelesen oder das Leseverständnis bereits weggeraucht. Die Datenlage ist längst über Korrelation hinaus. Längsschnittstudien zeigen, wer als Jugendlicher kifft, verliert IQ-Punkte, und wer aufhört, holt sie nicht zurück. Und selbst wenn die Problemkinder schlechtere Karten hatten, Cannabis macht die Karten nicht besser.22
Zweites Argument: Selbstmedikation. Viele kifften doch nur, um mit Stress oder psychischen Problemen klarzukommen. Cannabis werde zum Sündenbock, dabei sei der wahre Schuldige die Gesellschaft, der Kapitalismus, die Eltern, das Schulsystem, alles außer der Konsument selbst. Das Kiffen ist keine Flucht, sondern Selbsthilfe. Keine Selbstzerstörung, sondern Überlebensstrategie.
Post-hoc-Rationalisierung. Nachträgliche Konstruktion einer Begründung für Verhalten, das man ohnehin nicht aufgeben will.
Selbstmedikation ist keine Rechtfertigung, sondern ein Eingeständnis. In der Tat kiffen viele, um mit Stress oder Angst klarzukommen. Das macht Cannabis nur gefährlicher. Cannabis dämpft die Symptome, ohne die Ursache anzugehen. Es verschlechtert genau die Fähigkeiten, die man bräuchte, um aus der Krise rauszukommen. Impulskontrolle, Problemlösung, emotionale Regulation. Chronischer Cannabis-Konsum lindert depressive Symptome nicht, sondern verstärkt sie. Die Selbstmedikation wird zur Selbstsabotage. Wenn jemand säuft, um mit Problemen klarzukommen, nennen wir das auch nicht Heilung. Cannabis ist nicht die Lösung, sondern die Vernebelung der Tatsache, dass man keine hat.23
Drittes Argument: Medizinischer Nutzen. So schlimm könne Cannabis nicht sein, wenn es sogar als Medizin verschrieben werde. Es helfe gegen Schmerzen, Übelkeit und mehr. Also könne es fürs Gehirn auch nicht giftig sein.
Falsches Äquivalenz-Argument. Gleichsetzung von therapeutischem Nutzen unter ärztlicher Kontrolle mit unkontrolliertem Freizeitkonsum.
Morphin wird auch als Medizin verschrieben. Trotzdem empfiehlt niemand, sich zur Entspannung ein bisschen Heroin zu gönnen. Chemotherapie tötet Krebszellen und nebenbei gesunde Zellen. Die medizinische Anwendung rechtfertigt den Freizeitkonsum nicht, sie belegt das Gegenteil. CBD, nicht Cannabis, nicht THC, wird in kontrollierten Dosen für spezifische Indikationen verschrieben, nicht als täglicher Joint zum Runterkommen. Und wer sich auf medizinische Studien beruft, sollte auch akzeptieren, was dieselbe Forschung über chronischen Konsum sagt. Hirnvolumenverlust, IQ knapp überm Toastbrot, Psychose. Die Tatsache, dass Cannabis bei Krebs-Patienten Übelkeit lindert, macht es nicht zum Feierabend-Ritual.24
Sie kiffen, bis sie nicht mehr merken, dass sie kiffen. Dann kiffen sie weiter. Das nennen sie Leben. Sie haben sich das Denken abgewöhnt und nennen es Entspannung. Sie haben sich das Fühlen abgewöhnt und nennen es Frieden. Sie haben sich das Leben abgewöhnt und nennen es Reise. Am Ende der Reise steht niemand mehr da, der ankommen könnte.
Cannabis ist kein Spiegel. Cannabis ist das, was den Spiegel beschlägt. Irgendwann sieht man nichts mehr. Irgendwann ist da auch nichts mehr, das schauen könnte.
Was bleibt, ist Asche. Und jemand, der darauf besteht, dass es ihm gut geht.
Deutschland hat Cannabis legalisiert. Am 1. April.
Der Tag passt.
Redaktioneller Hinweis: Die Quellen sind Goldstandard. Es handelt sich fast durchweg um Landmark Studies aus Journals mit hohem Impact Factor.Wenn Cannabis dein Leben auffrisst und du das beim Lesen gemerkt hast: Suchtberatungsstelle. Bei Psychose, Suizidgedanken, akuter Gefahr: Notruf. Schweiz: 143 | Deutschland: 01806 313031Arianna Marconi, Marta Di Forti, Cathryn M. Lewis, et al., »Meta-analysis of the Association Between the Level of Cannabis Use and Risk of Psychosis«, in: Schizophrenia Bulletin, Vol. 42, Issue 5, 15.02.2016, 1262—9.
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Ich hatte dir in deiner Note zu deinen abnehmenden Subscriber Zahlen nach dem Veröffentlichen dieses Artikels gesagt, ich sei neugierig diesen zu lesen. Das habe ich getan, und hier nun meine Meinung dazu.
Erstmal vertraue ich darauf, dass deine Quellen alle richtig sind. Dennoch finde ich, dass der Artikel einseitig ist, und sehr geprägt von deinen negativen Erfahrungen mit Cannabis Konsumenten. Ich stimme dir sofort bei folgenden Dingen zu: ausufernder Cannabis Konsum in der frühen Jugend ist schädlich, und die Folgen können sich bis ins Erwachsenenalter hinziehen. Dauerkonsum ist schädlich, und weißt auf andere Probleme hin, die damit betäubt werden sollen. Die gängige Verharmlosung und Verteidigung von Cannabis Konsum ist einseitig und unterkomplex. Die enorm erhöhte Potenz von modernem Cannabis ist ein großes Problem, das viel zu selten angesprochen wird. Und ein Punkt, der ebenfalls ziemlich gut nachgewiesen ist, aber hier fehlt ist, dass grade Konsumenten, in deren Familie Schizophrenie eine Rolle spielt, Gefahr laufen diese Veranlagung zu fördern.
Dennoch bin ich dagegen Konsumenten und die Legalisierung nur negativ darzustellen. Ja, ich kenne auch diese Fälle, die du in deinem Bekanntenkreis beschreibst. In meiner Umgebung, haben diese Erfahrungen bei 90% dieser Fälle zum Glück dazu geführt, dass sie den Konsum eingestellt haben, denn sie bekamen Hilfe, und realisierten, dass Cannabis ihre Probleme fördert und nicht bekämpft. Ich denke zur Legalisierung gehört eben auch die Ausweitung von Hilfsangeboten und eine erhöhte Aufklärung. Diese darf sich aber nicht nur auf die Folgen des Konsums beschränken, sondern sollte auch über die Droge selber aufklären. Jeder weiß, dass ein Bier trinken, etwas anderes ist als eine 0.33l Glas Wodka. Aber ich würde behaupten, kaum einer weiß, wieviel THC in welcher Sorte steckt, und was die Wirkungen der einzelnen Sorten ist. Das sollten wir offener und offensiver behandeln. Ebenso fehlen uns soziale Normen für den Konsum, die wir bei Alkohol haben. Klar, das hilft nur bedingt, schaut man sich die Statistiken zu Alkoholkonsum an, aber dennoch halte ich das für besser, als gar nicht über den Konsum zu reden, oder nur die Extremfälle zu thematisieren.
Es tut mir wirklich Leid, dass du in deiner Umgebung so viele tragische Erlebnisse mit dem Konsum von Cannabis hattest, und ich verstehe deine Einstellung dazu. Aber es sollte nicht unterschlagen werden, dass Drogenkonsum jeglicher Art oft ein Symptom für etwas tiefer liegendes ist, und nicht ausschließlich die Ursache für Probleme. Dabei liegt die Betonung auf ausschließlich, denn ich will nicht verneinen, dass es eine Ursache sein kann. Dennoch respektiere ich deine Meinung, und danke dir für diesen Text, so wie die Einblicke in viele neue Studien. Aber auch dabei sollte nicht unterschlagen werden, dass Cannabis mit die größte Datenbasis bietet, um Studien durchzuführen, was durchaus zu einem Missverhältnis gegenüber anderen Drogen führen kann.
Deckt sich ziemlich genau mit meinen Beobachtungen.
Meine Erfahrung mit Anfang 20 war, dass ich einschlafe, damit war es für mich uninteressant.
Ich werde deine Quellen genauer studieren, gerade das mit dem steigenden THC-Anteil finde ich interessant.